Unbekannte Bäume und Sträucher
10 besondere Arten entdecken
Inhaltsverzeichnis
Unbekannte Bäume und Sträucher wie Scheinlorbeer, Lomatia und Maackie: Entdecken Sie besondere Blüten, Blätter, Düfte und Winterhärte für den Garten.
Der Scheinlorbeer
Der Daphniphyllum himalayense ist ein großer, immergrüner Strauch, der in unseren Gärten noch selten zu sehen ist. Dieser „falsche Seidelbast“ wächst ein- bis mehrstämmig mit kurzen Stämmen und entwickelt darüber eine schöne, kompakte, rundliche Krone mit großem, dichtem, länglichem Laub (etwa 20 cm). Die Engländer nennen ihn „Rhododendron mit rotem Kragen“, und tatsächlich erinnert Daphniphyllum himalayense in seiner Wuchsform etwas daran. Auch er bevorzugt einen halbschattigen Standort. In exotisch oder japanisch gestalteten Gärten beeindruckt er jedoch vor allem durch die Schönheit seines Laubs, weniger durch seine Blüte: Die im Frühjahr austreibenden Blätter sind an ihrer Basis prächtig rot gefärbt, ebenso ihre Blattstiele. Dadurch entsteht ein auffälliger Effekt, während die Pflanze die alten Blätter anmutig herabhängen lässt.
Die Blüte erscheint im Mai oder Anfang Juni. Die Blüten sind kronblattlos, an männlichen Pflanzen fuchsiarosa bis rot und an weiblichen Exemplaren grün. Sie stehen direkt unter den helleren neuen Blättern. Daphniphyllum himalayense wächst recht langsam und erreicht ausgewachsen etwa 3 m Höhe, kann gelegentlich jedoch bis zu 5 m hoch werden.
Dieser wunderschöne asiatische Strauch ist bemerkenswert frosthart (winterhart bis -15 °C) und verdient einen bevorzugten Platz im Garten, in einem Beet mit Moorbeeterde oder als Solitär.

Daphniphyllum macropodum
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10 außergewöhnliche Sträucher, die auffallen!Der Carolina-Schneeglöckchenbaum
Das ist sicher der am wenigsten unbekannte Strauch auf dieser Liste. Der Halesia carolina ist in unseren Gärten dennoch noch nicht sehr verbreitet, und das ist ausgesprochen schade. Der auch als Berg-Maiglöckchenbaum bekannte Strauch gehört zur selben Familie wie der Styrax, ein weiterer schöner Zierstrauch. In seiner natürlichen Heimat im Südosten der USA kann er bis zu 8 m und mehr hoch werden, bei uns bleibt er jedoch meist zwischen 3 und 6 m.
Sein Reiz liegt in seiner Wuchsform: einer zunächst rundlichen Krone, die sich allmählich ausbreitet und locker wird, breiter als hoch, sowie in seiner sehr dekorativen Blüte mit Büscheln reinweißer Glöckchen. Sie erscheint je nach Klima im April oder Mai, gleichzeitig mit dem Austrieb der Blätter oder kurz davor. Das sommergrüne Laub besteht aus fein gezähnten grünen Blättern, die sich im Spätherbst gelb färben.
Halesia carolina gedeiht an einem sonnigen bis halbschattigen Standort in jedem Boden, sofern er frisch und gut drainiert bleibt. Der Strauch ist chloroseempfindlich und benötigt daher einen leicht sauren bis neutralen Boden
→ Wissenswert: Halesia monticolata, heimisch in den Wäldern des nordöstlichen Nordamerikas, bildet größere Blüten (etwa 2,5 cm lang), die in der Knospe rosa gefärbt sind.

Halesia carolina
der Chinesische Surenbaum
Dieser außergewöhnliche Strauch besticht durch die Farbe seines Frühlingslaubs: Toona oder Cedrela sinensis, auch unter den Namen Chinesisches Mahagoni oder Chinesischer Surenbaum bekannt.
Der vom Zedernbaum abgeleitete Name bezieht sich auf das rosabraune Holz. Im Frühling begeistern jedoch vor allem die langen, leuchtend rosafarbenen, paarig gefiederten Blätter. Dann ist dieser große Strauch oder kleine Baum (10 bis 15 m hoch) besonders spektakulär, zumal auch die Blattstiele eine schöne rötliche Färbung zeigen, die je nach Kultivar variiert. Das Laub wechselt allmählich von Rosa über Creme zu glänzendem Grün und im Herbst zu Goldgelb; die Blattunterseiten bleiben stets heller.
Toona sinensis ‚Flamingo‘ ist dank seiner sehr säulenförmigen Wuchsform besonders interessant: Er wird höchstens 2 bis 3 m breit. Seine ungewöhnliche, aufrechte Schirmform kommt besonders beim Austrieb zur Geltung. Daher eignet er sich für mittelgroße und große Gärten und setzt dort einen schönen vertikalen Akzent.
Die Blüte erscheint im späten Frühjahr, im Juni oder sogar Juli, in Form cremefarbener, hängender Rispen.
Ein weiterer Vorteil dieses chinesischen Baums ist sein schnelles Wachstum in den ersten Jahren (ähnlich wie beim Götterbaum, mit dem die Art im Sommer verwechselt werden kann). Dadurch eignet er sich gut für kahle Gärten.
Sehr winterhart (bis -20 °C), ist dieser schöne Baum unbedingt eine Entdeckung wert. Am besten pflanzen Sie ihn als Solitär an einen sonnigen Standort in frischen, durchlässigen Boden, damit er seine ganze Schönheit entfalten kann.
→ Wissenswert: Toona sinensis ist ein „Gemüsebaum“: Sein junges rosafarbenes Laub schmeckt nach Zwiebel, ist leicht bitter und wird in Asien (China, Vietnam, Korea …) häufig zum Kochen verwendet.

Toona oder Cedrela sinensis (© Leonora Enking)
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7 Bäume mit ungewöhnlichem LaubAzarabaum serrata
Es gibt nicht allzu viele große Sträucher mit gelber Blüte – Azara serrata bringt etwas Abwechslung in die Gattung. Dieser schöne Strauch ist prächtig, wenn er sich mit kleinen, goldgelben Blütenbüscheln bedeckt, die ein wenig an Akazienblüten erinnern. Im Frühjahr, meist zwischen Mai und Juli, sorgt er gemeinsam mit zeitgleich blühenden Pflanzen wie Blauregen oder Säckelblumen für einen wunderbaren Farbtupfer. Seine Blüten sind stark duftend, erinnern an Vanille und sind bienenfreundlich; sie locken Bienen, Schmetterlinge und Hummeln an.
Sein kleines, glänzendes, dunkelgrünes und ledriges Laub ist in mildem Klima immergrün, andernorts halbimmergrün und eignet sich hervorragend für blühende Hecken. Ausgewachsen erreicht der recht langsam wachsende Strauch eine Höhe von bis zu 5 m. Er bildet eine buschige Silhouette, deren Zweige sich nach und nach unter der üppigen Blüte neigen.
Der aus Chile stammende Azara serrata ist dennoch etwas frostempfindlich. Pflanzen Sie ihn daher nicht in Regionen, in denen die Temperaturen bis auf -8 °C sinken. In den Küstenregionen am Atlantik oder rund um das Mittelmeer eignet er sich ideal für eine Strauch- oder Begrenzungshecke sowie für ein großes Beet. Pflanzen Sie ihn an einen sonnigen bis leicht schattigen Standort in gut durchlässigen, gerne sandigen, aber humusreichen Boden. Im Garten ist dieser Strauch völlig unkompliziert: Er wird nie krank und benötigt keine besondere Pflege!
→ Wissenswert: Die Gattung Azara umfasst zahlreiche Arten, darunter Azara lanceolata und Azara microphylla, sowie zwei Sorten mit cremefarben panaschiertem Laub: Azara microphylla ‚Variegata‘ und Azara integrifolia ‚Variegata‘

Azara serrata (© Leonora Enking)
Die Maackie Maackia amurensis
Maackie (Maackia amurensis): winterharter Kleinbaum mit Blüten, schönem Laub und Schirmkrone. Für Sonne, sauren bis neutralen Boden; trockenheitsfest.
Rostrinucula dependens
Der Rostrinucula dependens erinnert manchmal an einen Sommerflieder. Er wird auch Chinesischer Gewürzstrauch genannt … Obwohl er einige Merkmale des Sommerflieders besitzt (silbrig-grünes Laub, bogige Wuchsform, Blüte, rissige Rinde), gehört dieser kleine Strauch botanisch weder zur selben Familie noch zur Familie der Minze … Was ist dieser besondere Strauch also wirklich?
Mit seinen langen, überhängenden, flaumigen Blütenständen in Violettrosa und seiner zugleich bogigen und breit ausladenden Silhouette ist der Rostrinucula dependens ein Strauch, der höchstens 1 bis 2 m hoch und ebenso breit, manchmal sogar breiter wird. Besonders interessant ist seine späte Blüte, die oft im September beginnt und bis Oktober, manchmal sogar November andauert. So bringt er Farbe in den Garten, wenn dieser allmählich farbloser wird, und ist zugleich eine gute Nahrungsquelle für bestäubende Insekten, da er wie der Sommerflieder nektarreich ist. Sein Laub duftet leicht aromatisch und riecht beim Zerreiben nach Minze. Er wird wie der Sommerflieder kultiviert und gepflegt: an einem sonnigen Standort in stets gut durchlässigem, idealerweise frischem, auch nährstoffarmem Boden. Pflanzen Sie ihn in eine gemischte Rabatte, eine frei wachsende Hecke oder als Solitär, um seine schöne Wuchsform zur Geltung zu bringen.
Die Sorte ‚Happy Cascade‘ bildet etwas längere und stärker gebogene Blüten als die Art. Sie ist etwas weniger winterhart, treibt bei Frösten unter -10 °C jedoch stets wieder aus dem Wurzelstock aus.

Rostrinucula dependens
Der Flaschenbaum
Mit Brachychiton acerifolius geht es (fast) nach Australien: ein beeindruckender, temperamentvoller Baum! Er bleibt zwar den glücklichen Gärtnern an der Mittelmeerküste vorbehalten, ist aber dennoch ein herrlicher Baum, den wir Ihnen vorstellen möchten. Sein Beiname Australische Flammenbaum ist vielsagend: Brachychiton acerifolius besitzt einen faszinierenden exotischen Charme und eine seltene, leuchtend korallenrote Blüte.
Die kronblattlosen Blüten (ohne Blütenkrone) in Kelch- oder hängender Glöckchenform stehen an den Zweigenden und öffnen sich zwischen Mai und Juli. Die Besonderheit des Brachychiton ist seine Kauliflorie: Seine Blüten wachsen direkt am Stamm und an den Zweigen. In dieser Zeit ist der Brachychiton von atemberaubender Schönheit.
Das gelappte Laub erscheint direkt nach der Blüte oder manchmal gleichzeitig. Es erinnert an Ahornblätter, wie sein lateinischer Name verrät. Der sommergrüne Baum wächst an einem sonnigen Standort in nährstoffreichem, frischem und gut durchlässigem Boden.
Der Brachychiton wächst und blüht zwar langsam, erreicht bei uns als ausgewachsener Baum jedoch eine Höhe von etwa 10 m und bildet eine schöne pyramidenförmige Krone. Manchmal wird er auch Flaschenbaum genannt. Der Name bezieht sich auf seinen verdickten Stamm, der sich mit zunehmendem Alter entwickelt. Darin speichert er Wasser und wird dadurch sehr trockenheitsverträglich. Er eignet sich für exotische Gärten an der Côte d’Azur und auf Korsika – und wer weiß, vielleicht hält er mit dem Klimawandel auch Einzug in geschützte Gärten an der Atlantikküste?
→ Wissenswert: In Frankreich findet man auch Brachychiton populneus (oder Kurrajong) mit weißen, rosa gesprenkelten Blüten und immergrünem Laub sowie den kleineren Brachychiton bidwilii, der in einem großen Topf wachsen kann.

Brachychiton acerifolius
Lomatia
Lomatia gehört zu den Proteaceae, einer großen Familie immergrüner Sträucher aus der Südhalbkugel (Ozeanien, Südafrika, Lateinamerika …). Die Gattung Lomatia umfasst etwa zehn faszinierende Arten, die durch ihr fein geschlitztes, bei einigen Arten farnähnliches Laub und ihre exotische Blüte beeindrucken.
Dazu zählt Lomatia ferruginea, ein 2 bis 3 m hoher Strauch, der sich mit einer ungewöhnlichen rosaroten und goldenen Blüte in langen Trauben schmückt. Im Inneren der gebogenen Blüten hebt ein hellgrüner Stempel die beinahe zweifarbige Optik zusätzlich hervor. Das bronzefarbene junge Laub ist wunderschön geschlitzt und bleibt auch nach der Blüte elegant!
Bei uns ist auch Lomatia silaifolia relativ leicht erhältlich, ein prächtiger, gekräuselter und kompakter Strauch von geringer Größe (1,75 m), ebenso wie der tasmanische Lomatia tinctoria, ein ebenfalls kompakter, bezaubernder Strauch (1 m) mit anmutigen cremeweißen Blüten. Beide lassen sich im Topf kultivieren.
Lomatia blüht bei uns im Juli oder August. Für ein gutes Wachstum benötigen die Pflanzen saure Erde, Sonne oder leichten Schatten. Sie eignen sich für milde Regionen (keine Temperaturen unter -8 °C) und sollten stets geschützt stehen, um in atlantischen und mediterranen Küstenregionen Beete mit australischen Pflanzen zu gestalten.

Links Lomatia ferruginea, rechts Lomatia silaifolia (© Clivid)
Die Pimpernuss
Staphylea (Pimpernuss): winterharter, schnell wachsender Strauch mit duftenden Blüten und dekorativen Früchten für Beet und Hecke.
Die Scheinkastanie Castanopsis cuspidata
Schließlich gibt es noch einen wenig bekannten Baum, der in einigen botanischen Gärten oder Arboreten in Frankreich gepflanzt wird, bei Privatleuten jedoch noch selten ist: Castanopsis cuspidata.
Dieser Baum stammt aus Japan, wo er häufig am Meer wächst. Bemerkenswert ist seine Blüte im Juni mit langen weißen Kätzchen, die die Krone bedecken und regelrecht zum Leuchten bringen. Attraktiv ist auch sein immergrünes, lanzettlich bis oval geformtes und gewelltes Laub in kräftigem Grün. Dank seines bei uns begrenzten Wuchses (10 bis 15 m Höhe) und seiner Winterhärte (-15 °C) findet er in vielen Gärten Platz. Castanopsis benötigt einen hellen, sonnigen bis halbschattigen Standort sowie einen stets frischen, gut drainierten, neutralen oder sauren Boden (auch lehmige Böden werden toleriert). Als Solitär oder in einer Baumgruppe ist er besonders eindrucksvoll.
→ Wissenswert: Castanopsis gehört zur Familie der Buchen (Fagaceae); bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde er Quercus castanopsis genannt.

Castanopsis cuspidata im Jardin des Plantes in Nantes (© Gwenaëlle David)
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