Waldgarten günstig anlegen: wurzelnackte Pflanzen
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Waldgarten aus wurzelnackten Pflanzen: Erfahren Sie, wie Sie günstig einen artenreichen, ertragreichen Garten nach dem Vorbild des Waldes anlegen.
Was ist ein Waldgarten?
Jeder weiß: Kein Lebensraum ist reicher und fruchtbarer als ein Wald. Pflanzen wachsen auf verschiedenen Schichten und schaffen ein günstiges Umfeld füreinander: Große Pflanzen wie Bäume und hohe Sträucher spenden den kleineren Schatten und schützen sie vor Unwettern. Pflanzen kommunizieren, Feuchtigkeit bleibt erhalten und Humus reichert den Boden stetig an.
Im Waldgarten oder essbaren Wald ahmt man einfach die Natur nach: Die Pflanzen werden in verschiedene Schichten gegliedert, um vielfältige Ernten bei wenig Pflege zu erzielen:
- Baumschicht mit Hochstämmen
- Strauchschicht mit hohen Sträuchern
- Buschschicht mit kleineren Sträuchern
- Krautschicht mit Bodendeckern
Im Waldgarten ist alles essbar oder erfüllt eine Funktion für die entstandene Pflanzengemeinschaft.

→ Unser Tipp: Wählen Sie verschiedene Sorten und beachten Sie die Pflanzabstände. Ermitteln Sie dazu die Wuchsbreite jedes Baums und Strauchs im ausgewachsenen Zustand. So bestimmen Sie den nötigen Abstand, der etwas geringer als im klassischen Obstgarten ausfallen kann.
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Pflanzen Sie im Herbst oder am Ende des Winters (von Oktober/November bis März), wenn sommergrüne Gehölze ruhen und als wurzelnackte Pflanzen angeboten werden. Vermeiden Sie Pflanzungen bei Frost, Schnee oder wassergesättigtem Boden.
Die Pflanzlöcher können Sie einige Wochen vorher ausheben, damit der Boden durchlüftet wird.
Vor dem Pflanzen sollten Sie die Pflanze vorbereiten (leichter Rückschnitt von Trieben und Wurzeln zur Bildung von Feinwurzeln) und die Wurzeln einschlämmen (Eintauchen in eine Mischung aus Lehmerde und Mist).

Bäume und Sträucher mit nackten Wurzeln sollten nach Erhalt möglichst schnell gepflanzt werden, damit die Wurzeln an der Luft nicht austrocknen. Andernfalls können Sie die Pflanzen vor dem Einpflanzen in einer Pflanzgrube zwischenlagern
→ Eine ausführliche Anleitung zur Pflanzung wurzelnackter Bäume und Sträucher finden Sie hier.
Die Baumschicht im Waldgarten
Bäume, die von Natur aus Schatten spenden, schützen auch die darunterliegenden Etagen vor den vorherrschenden Winden und mildern die Heftigkeit von Unwettern (Hagel, Frost, Schnee, Starkregen …). Die Zersetzung ihrer Blätter ermöglicht im Laufe der Jahre die Ansammlung von fruchtbarem Humus für den gesamten angelegten Garten.
Für ertragreiche Kulturen bevorzugt man Obstgehölze in voller Sonne und möglichst alte, lokale Sorten, die widerstandsfähiger und besser an das Klima der jeweiligen Region angepasst sind. Für diese obere Etage können Sie alle Arten von Obstbäumen wählen, die zu Ihrer Region und Ihrem Boden passen:
- Birnbaum
- Kultur-Apfel
- Mandelbaum
- Kirschbaum
- Pflaumenbaum
- Feigenbaum
- Ergänzend sind Bäume wie die Gleditsche (Gleditsia triacanthos), die Italienische Erle (Alnus cordata) oder der Judasbaum (Cercis) dank ihrer hohen Fähigkeit zur Stickstoffbindung im Boden und ihrer bienenfreundlichen Blüten interessant.

Kultur-Apfel, Feigenbaum und Italienische Erle gehören zu den Bäumen, die in einem essbaren Wald gepflanzt werden können; wurzelnackt sind sie beim Kauf günstiger
Obstbäume mit nackten Wurzeln werden in der Regel angeboten:
- als Veredelungen (ein- oder zweijährige veredelte Jungpflanzen) mit einer Höhe von 90 cm bis 1,20 m
- als Halbstamm: mindestens 3 bis 4 Jahre kultivierte Bäume. Sie sind veredelt und meist mit 3 bis 7 harmonisch verteilten Zweigen erzogen; ihr Stamm ist etwa 1,20 m hoch
- oder als Hochstamm: mindestens 4 bis 5 Jahre kultivierte, veredelte und erzogene Bäume mit meist 3 bis 7 harmonisch verteilten Zweigen und einem mehr als 1,60 m hohen Stamm
Zum Vergleich: Ein Pflaumenbaum ‚Monsieur Hâtif‘ als wurzelnackter Halbstamm kostet weniger als die Hälfte derselben Sorte im 7,5- bis 10-Liter-Topf. Bei einigen als Veredelungen angebotenen Obstbäumen brauchen Sie in den ersten Jahren etwas mehr Geduld. Die robusten wurzelnackten Jungpflanzen, die leichter anwachsen als Containerpflanzen, machen diesen Unterschied jedoch schnell wett.
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Diese zweite Schicht besteht aus Sträuchern, die Halbschatten vertragen:
- der Felsenbirne, deren weiße Blüten in Ähren von saftigen, süßen Beeren abgelöst werden
- die Kornelkirsche (Cornus mas), deren rote, essbare Früchte im Herbst reifen und roh oder als Gelee verzehrt werden können. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel: Kornelkirsche wegen ihrer Früchte anbauen
- die Hasel
- der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) mit hübschen, leuchtend orangefarbenen, säuerlichen Beeren, die sehr reich an Vitamin C sind und zahlreiche heilende Eigenschaften besitzen. Sie werden zu Marmelade, Gelee oder Sirup verarbeitet.
- der Zierapfel (Malus ‚Golden Hornet‘), dessen kleine Äpfel bei Vögeln sehr beliebt sind
- die Schlehe (Prunus spinosa), bekannt für ihre schwarzen, essbaren Früchte
- der Schwarze Holunder (Sambucus nigra): Auf seine nektar- und pollenreichen, duftenden Blüten folgen schwarze Beeren, die gekocht essbar sind und auch bei Vögeln sehr beliebt sind
- die Ölweide (Elaeagnus umbellata): Ihre cremefarbenen Blüten verströmen im Mai einen herrlichen Duft im Garten. Im Herbst folgen runde, essbare, schmackhafte und sehr nahrhafte Früchte. Außerdem bindet sie Stickstoff und eignet sich besonders für magere Böden.
Bei Beginn der Vegetationsruhe (im Oktober und November) aus den Baumschulen entnommen, wo sie im Freiland kultiviert werden, haben diese Sträucher gut entwickelte Wurzeln. Das fördert ihre optimale Bewurzelung nach der Pflanzung in Ihrem Nutzgarten. Bei sorgfältiger Pflanzung wachsen sie sicher gut an und entwickeln sich kräftig. Wurzelnackt gekauft, kosten sie zwei- bis viermal weniger als dieselben Pflanzen im 2- oder 3-Liter-Container.

Zu den Sträuchern im essbaren Waldgarten gehören Cornus mas, Hasel und Elaeagnus umbellata
Strauchschicht im Waldgarten
Diese Stufe umfasst Sträucher mit essbaren Beeren:
- die Johannisbeeren
- die Stachelbeere
- die Schwarzen Johannisbeeren
- die Himbeeren
- die Brombeeren
- die Mai-Beere (Lonicera caerulea ssp. kamtchatica): eine Sorte der essbaren Heckenkirsche, die ab Mai längliche, blaue Beeren trägt. Sie schmecken säuerlich, ähnlich wie Heidelbeeren und Kiwi, und können frisch oder zu Marmelade, Gelee und Saft verarbeitet verzehrt werden.

Stachelbeeren, Himbeeren und Mai-Beeren pflanzt man unter höhere Etagen, die sie wirksam schützen. Sie sind als Wurzelware leicht erhältlich und entwickeln sich in dieser Form schnell. Man kann sie mit essbaren Kletterpflanzen wie dem Chinesischen Strahlengriffel kombinieren
Wurzelnackte Beerensträucher sind günstiger als Containerpflanzen und profitieren vom idealen Anwachsen im Freiland. Der niedrige Preis ermöglicht Ihnen, verschiedene Sorten zu pflanzen, denn eine vielfältige Bepflanzung macht den Garten widerstandsfähiger gegenüber möglichen Problemen wie Krankheiten, Parasiten und klimatischen Herausforderungen.
Sie können außerdem essbare Kletterpflanzen (Chinesischer Strahlengriffel, Weinreben, Chayote …) hinzufügen, die an Rankhilfen emporwachsen oder die Bäume erklimmen.
Krautige Schicht im Waldgarten
Der Boden bleibt im essbaren Garten stets bedeckt: Neben Mulch und Humusaufbau können Sie Beerenobst und essbare Kräuter anbauen. Bei wurzelnackten Pflanzen denkt man natürlich an Erdbeeren, ob berühmte Wald-Erdbeeren oder andere Sorten. Die Zimt-Erdbeere (Fragaria moschata) ist eine kleine Wald-Erdbeere, die sich besonders für kalte, schattige Lagen eignet.
Auch andere essbare Pflanzen finden hier ihren Platz, etwa Kräuter, die Sie nach ihren Bedürfnissen und dem Standort Ihres Waldgartens pflanzen, Rhabarber oder mehrjähriges Gemüse (Daubentons Kohl, Etagenzwiebel oder Knoblauchartiger Lauch, Porree, Blut-Ampfer, Artischocke…). Der bekannte Bärlauch (Allium ursinum), eine mehrjährige Unterholzpflanze, bürgert sich ebenso leicht ein wie die Süßdolde (Myrrhis odorata). Essbare Blütenpflanzen (Taglilie, Tulbaghie, Borretsch) ergänzen Ihren Waldgarten. Wie wurzelnackte Pflanzen sind sie kostengünstig im Anzuchttopf oder als Mini-Wurzelballen erhältlich.

Die untere Schicht umfasst essbare Bodendecker wie wurzelnackt gepflanzte Erdbeeren. Blut-Ampfer ergänzt sie als essbare Pflanze
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