Was pflanzt man auf einer Nordterrasse?
Stauden und Sträucher für schattige Terrasse
Inhaltsverzeichnis
Eine Terrasse mit Nordausrichtung scheint oft kaum Platz für eine schöne Pflanzenvielfalt zu bieten, da sie das ganze Jahr über stark im Schatten liegt. Dieser Standort erhält tatsächlich weniger Sonne, die Temperaturen sind niedriger und die Winde kälter. Auch der Frost bleibt länger bestehen, wodurch sich die Pflanzenauswahl auf besonders winterharte Pflanzen beschränkt.
Doch viele Sträucher und Stauden kommen mit diesen Bedingungen zurecht. Eine Nordterrasse zu bepflanzen, wird leicht, wenn Sie immergrüne, für die Kultur im Topf geeignete Sträucher kombinieren: Sie bringen ganzjährig Volumen und eine attraktive Optik, während sommergrüne Sträucher, Stauden und Ziergräser für Abwechslung sorgen. Denken Sie daran, helle oder panaschierte Farben und Blätter einzubinden, um diesen Bereich aufzuhellen, den Sie in den wärmsten Stunden des Sommers sicher genießen werden!
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Spielen Sie auf einer schattigen Terrasse mit verschiedenen Blattformen und Blüten: hier panaschiertes Pfaffenhütchen, Alpenrose, Fleißiges Lieschen, Schildnarbe
Stauden
Christrosen
Muss man die bezaubernden Christrosen noch vorstellen? Sie stehen oft im Garten, machen aber auch im Kübel oder Topf auf Balkon und Terrasse eine hervorragende Figur. Sie erfreuen Sie zwischen Dezember und April über viele Wochen mit anmutigen Blüten. Mit Sorten wie Helleborus argutifolius oder Helleborus niger holen Sie sich prächtiges, ledriges, gezähntes oder nerviges Laub an einen schattigen Standort. Es bleibt bis zum Frühjahr erhalten und verschwindet nicht vollständig. Damit Sie die zauberhafte Winterblüte dieser Christrosen optimal genießen können, setzen Sie sie in erhöhte Blumenkästen oder etwas höhere Pflanzgefäße. So sehen Sie die leicht überhängenden Blüten besser.

Funkien
Als Schattenstars sind Funkien ideale Stauden für üppiges Grün auf einer nach Norden ausgerichteten Terrasse. Von November bis April ruhen sie. Dann treiben sie mit prächtigem, stark nervigem und oft sogar gewelltem Laub aus und bringen unersetzliches Grün in den Schatten. In Töpfen sind sie außerdem besser vor Schnecken geschützt, die sie schwerer erreichen. Da sie äußerst winterhart sind, begrünen sie jede Terrasse. Wählen Sie je nach Größe Ihrer Terrasse mittelgroße Sorten.
Entdecken Sie unsere Auswahl an Funkien

Purpurglöckchen
Diese zauberhaften Stauden bringen Farbe und interessante Formen auf die Terrasse. Ihr handförmiges Laub ist bemerkenswert und zeigt die unterschiedlichsten Farben: von Limettengrün über Purpur und Karamell bis hin zu Gelb und Rosa – dazu kommt eine ganze Palette panaschierter Töne. Die Blattadern bilden oft einen schönen Kontrast. Wer dekoratives Laub liebt, kommt hier auf seine Kosten, denn bei der großen Sortenvielfalt lassen sich leicht passende Pflanzen finden und miteinander kombinieren. Da sie klein bleiben, lohnt es sich, zwei oder drei Sorten in Töpfen zu kultivieren und so eine farbenfrohe Pflanzengruppe auf der Terrasse zu schaffen. Ihre zarte Sommerblüte werden Sie ebenfalls schätzen: Eine Wolke winziger, oft cremefarbener oder rosafarbener Blüten ergänzt ihren Charme. Da sie sehr winterhart und größtenteils immergrün sind, können Sie Ihre Purpurglöckchen mit Funkien kombinieren, die in den Wintermonaten ruhen. Die Auswahl macht die Entscheidung nicht leicht. Für eine besonders leuchtende Terrasse empfehlen sich frische, farbenfrohe Sorten wie ’Red Rover’, ‘’Marmelade’, ‚Happy Flames’ oder ‘Pretty Pistachio’.

Gewöhnliche Schusterpalme
Mit ihrem leicht altmodischen Charme ist die Gewöhnliche Schusterpalme eine erstaunliche Pflanze. Seit einigen Jahren erlebt sie ein Comeback, weil man sie aus unseren Innenräumen ins Freie holt, wo sie stolz ihre großen, langen, immergrünen Blätter zeigt. Sie überzeugt mit ihrer starken Wirkung durch dunkles, glänzendes Laub, das recht dick ist und viel Exotik auf die Terrasse bringt. Ausgewachsen wird sie etwa 45 cm hoch und ebenso breit. Ein etwas höherer Kübel dient ihr als passender Sockel. Als Schattenpflanze schlechthin fühlt sie sich im Norden wohl und hält im Topf Temperaturen bis -8 °C aus. In rauen Regionen können Sie sie bei den ersten Frösten ins Wohnzimmer holen und dort als Zimmerpflanze weiterkultivieren. Der Kultivar ‘Milky Way’ schmückt sich mit sehr leuchtenden weißen Flecken.
Kombinieren Sie sie mit einem ebenfalls besonders exotischen Farfugium , das sich ebenfalls gut im Topf kultivieren lässt und dort vorteilhaft in seinem Wachstum begrenzt wird. Auch dieses bereichert Ihre Terrasse in den Sommermonaten mit üppigem Grün.

Gewöhnliche Schusterpalmen in hübschen Töpfen auf der Terrasse (© Gwenaëlle David)
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Der Nandina domestica
Dieser Strauch ist bei schattigem Standort einfach unverzichtbar: Der Himmelsbambus gehört zu den wenigen Gehölzen, die mit unterschiedlichen Standorten zurechtkommen, und wächst zudem sehr gut im Topf oder Kübel. Besonders beliebt ist er wegen seines Laubs, das sich je nach Jahreszeit in wechselnden Farbtönen zeigt, aber auch wegen seiner luftig-leichten Sommerblüte und der leuchtend roten Beeren mitten im Winter. In dieser Auswahl findet er sich natürlich auch wegen seines immergrünen Laubs und der starken Persönlichkeit, die er einem relativ geschlossenen Raum verleiht. In sehr dichtem Schatten färbt sich sein Laub im Jahresverlauf allerdings weniger stark. Der sehr winterharte Strauch ist wind- und stadtluftverträglich – ideal also für eine Terrasse in der Stadt. Neue Sorten sind besonders reizvoll und machen die Wahl nicht leicht! Wir empfehlen den leuchtenden ‘Lemon Lime’ mit lindgrünem Laub sowie den cremeweiß panaschierten ‘Twilight’ – beide äußerst dekorativ. Diese Sträucher werden etwa 1 m hoch, wachsen aber relativ langsam. Sie lassen sich mit Skimmien mit weißen Blüten kombinieren, die dadurch besonders zur Geltung kommen, sowie mit der prächtigen purpurfarbenen Riemenblüte ‘Pipa’s Red’.
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Die fröhlichen Beeren von Nandina domestica und unten die Sorten ‚Lemon Lime‚ und ‚Twilight‚
Eine oder … zwei Kamelien
Kamelien sind prächtige Sträucher, deren immergrünes Laub und sublime Blüte eine sehr schattige Terrasse elegant schmücken. Für eine nach Norden ausgerichtete Terrasse empfehlen wir mittelgroße Kultivare mit sanften Farben und panaschiertem Laub, die Ihren im Frühling noch etwas tristen Raum beleben. Da sie langsam wachsen, wählen Sie eine bereits gut entwickelte Kamelie, damit Sie schnell Freude an ihr haben. Die kleinwüchsige Camellia japonica ‘Kerguelen’ (im Alter 1,20 m in Höhe und Breite) eignet sich perfekt für die Kultur im Topf. Ihr zartgrünes, leicht silbrig cremeweiß panaschiertes Laub macht einen besonderen Reiz aus. Ab Februar erhellen reinrosa, ineinanderliegende Blütenrosetten die Terrasse.
Wenn Sie mögen, können Sie sogar eine zweite Kamelie aufstellen, die ihr auf der Terrasse Gesellschaft leistet – diesmal eine Herbstblühende Kamelie, um die Blütezeit mit Camellia x hiemalis ‘Pink Goddess’ zu verlängern. Sie bezaubert mit großen, zartrosa Blüten und auffälligen goldgelben Staubblättern. Ihr dunkelgrünes, unifarbenes Laub ist weniger leuchtend als das panaschierte der ‘Kerguelen’. In Kombination mit einem gelb gesprenkelten Pfaffenhütchen, Carex oshimensis oder einem Topf mit Brunnera zu ihren Füßen ist sie jedoch einfach magisch!
Entdecken Sie unseren Artikel über Kamelien im Topf

Das Pfaffenhütchen
Noch ein Strauch, der vor allem wegen seines Laubs geschätzt wird, werden Sie sagen! Ja, Pfaffenhütchen blühen nicht oder so unscheinbar, dass man sie nicht deswegen kauft … Man pflanzt sie wegen des immergrünen Laubs vieler Sorten und der herrlichen Farbpalette gerne auf Terrassen oder in den Garten. Zahlreiche Sorten eignen sich besonders für eine Nordterrasse: panaschierte und goldlaubige Sorten, die leuchtende Akzente setzen, sowie säulenförmige Sorten, die im hohen Pflanzgefäß wunderbar wirken, Struktur verleihen und sich in moderne oder minimalistische Gestaltungen einfügen. Andere, buschigere Wuchsformen sind ideal, wenn Sie beispielsweise auf einer Stadtterrasse den Sichtschutz verbessern möchten. Alle lassen sich problemlos zurückschneiden, um Silhouette und Höhe zu kontrollieren. Aus dem großen Sortiment an Kultivaren für einen schattigen Platz empfehlen wir: Euonymus japonicus ‘Aureus’ mit leuchtend gelb panaschiertem Laub, Euonymus japonicus ‘Emerald Gaiety’ und Euonymus japonicus ‘White Spire’ mit grau-grün und weiß panaschiertem Laub.
Auch eine säulenförmige Eibe lässt sich integrieren. Sie wirkt auf der Terrasse ebenfalls dekorativ und ergänzt beispielsweise eine Gestaltung mit säulenförmigem Pfaffenhütchen.
Entdecken Sie unseren Artikel: Pfaffenhütchen: Welche Sorte wählen?

Euonymus japonicus ‚Aureus‘ und Euonymus japonicus ‚Benkomasaki‘
Die Zimmeraralie
Eine Fatsia auf der Nordterrasse zu pflanzen, hat zwei große Vorteile: Sie haben eine immergrüne Pflanze, die besonders nützlich ist, wenn Sie von einem Wohnraum aus auf die Terrasse blicken. Zudem sorgt sie für eine exotische, mit passenden Begleitpflanzen sogar tropische Atmosphäre. Ihr prächtiges gelapptes Laub ist dunkelgrün und glänzend. Obwohl sie als wenig winterhart gilt, verträgt sie im Topf einige Fröste bis -10 °C. In kalten Regionen ist sie nicht zu empfehlen. Anderswo übersteht sie den Winter gut, wenn der Topf in der kältesten Jahreszeit geschützt steht und sie einen guten Winterschutz erhält. Sie benötigt ein großes Gefäß und gedeiht darin auch im dichten Schatten, etwa wenn das Gebäude hoch ist oder umliegende Häuser viel Schatten werfen. Sie bildet dann lediglich weniger Blüten und Beeren, die an Efeufrüchte erinnern. Unter diesen Bedingungen kann der schöne, strukturgebende Strauch etwa 2 m hoch werden.
Eine ebenfalls gut für die Topfkultur geeignete Stachellose Mahonie ‘Soft Caress’ begleitet sie mit ihrer leuchtend gelben Blüte im Frühherbst besonders schön.

Das prächtige Laub der Zimmeraralie Fatsia japonica kommt im Schatten einer Terrasse eindrucksvoll zur Geltung (© Gwenaëlle David)
Hydrangea serrata
Mittelgroße Hortensien können eine Nordterrasse durchaus schmücken, besonders die Sorten von Hydrangea macrophylla und vor allem die Tellerhortensien, die an diesem Standort auch dichten Schatten vertragen. Mit ihren meist rosa oder blauen Blütenständen erfreuen sie Sie den ganzen Sommer über mit einer langen Blüte. Die Blüten wirken besonders zart: Außen sitzen sterile Blüten mit Blütenblättern, im Zentrum zahlreiche kleine Blüten. Hydrangea serrata ‚Avelroz‘ blüht zwischen Juni und Juli üppig, während sich ein Kultivar wie ‚Cotton Candy‘ bis zum Frost mit kräftiger rosa Blüte schmückt, die mit leuchtendem Chartreusegrün durchsetzt ist. Diese Hortensien sind besonders winterhart und können daher überall gepflanzt werden.

Hydrangea serrata ‚Avelroz‘ und ‚Cotton Candy‘
→ Entdecken Sie unseren Artikel über wenig bekannte Hortensien.
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Aber noch...
Diese Auswahl ist nur ein kleiner Überblick: Es gibt weitere perfekte Schattenpflanzen für eine ganzjährig schattige Terrasse, darunter mehrere Stauden und Ziersträucher:
- Unter den Einjährigen und Stauden: Fuchsien, die dunkle Terrassen oder Balkone mit ihren leuchtenden Farben aufhellen, sowie Neuguinea-Impatiens mit großen, samtigen Blüten in Orange- und Rosatönen, die Ihre Terrasse sofort wärmer wirken lassen!
- Bei den Sträuchern: Zu den Arten, die sich sehr gut im Topf entwickeln, zählen Buchsbaum, der sich für eine klassische oder moderne Gestaltung nach Belieben schneiden lässt, mittelgroße Rhododendren mit prächtiger Blüte im Mai, duftender Seidelbast, die Frühlings-Duftblüte mit ihrem außergewöhnlichen Frühlingsduft, die ebenfalls immergrüne Schleimbeere, säulenförmige Eiben und mehr.
- Nicht zu vergessen sind Schattenpflanzen: vor allem Japan-Segge morrowii und oshimensis, die klein bleiben und sich beispielsweise als Ergänzung für Pflanzgefäße eignen, sowie Hakonechloa macra ‚Aureola‘, die Schatten geradezu zum Leuchten bringt.
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