Welche Pilze im Garten sammeln und essen?

Welche Pilze im Garten sammeln und essen?

In unseren Rasen können sich essbare Pilze verstecken

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 20. Januar 2026  durch Pascale 7 min.

Vorsicht bei Pilzen: Vor dem Sammeln und Essen muss die Bestimmung absolut sicher sein. Bei Zweifel: Apotheke. Essbare Pilze wachsen auch auf Rasen.

Frühling, Sommer, Herbst Schwierigkeit

Pilze im Garten: Vorsicht!

Der Pilz ist ein Lebewesen, weder Tier noch Pflanze. Sie wachsen meist an feuchten, schattigen Orten wie in Wäldern, andere gedeihen eher auf Grasflächen, etwa im Rasen! Die Pilze in unserem Garten können verschiedenen Arten angehören und sind daher keineswegs immer essbar:

  • Parasitäre Pilze: Sie sind Schädlinge, da sie pilzliche Krankheiten übertragen, die Gartenpflanzen stark schädigen. Der bekannteste und gefürchtetste ist der Hallimasch oder Wurzelfäulepilz. Er befällt Bäume über ihr Wurzelsystem und bringt sie kurz oder langfristig zum Absterben. Alles über diesen Pilz erfahren Sie in unserem Ratgeber: Hallimasch oder Wurzelfäule: Baumpilz erkennen und bekämpfen
  • Saprotrophe Pilze ernähren sich von toter organischer Substanz, die sie zersetzen, etwa Falllaub, Mulch, Holz abgestorbener Bäume, Pflanzenreste und manchmal die Kadaver kleiner Tiere … Diese Pilze sind sehr nützlich, da sie Abfälle beseitigen und in Humus umwandeln. Bei günstigen klimatischen Bedingungen kehren sie Jahr für Jahr an dieselbe Stelle zurück, auch in einen Rasen, etwa unter einem Baum. Diese Saprophyten sind meist ein Zeichen für einen gesunden, ausreichend fruchtbaren Boden.
  • Symbiotische Pilze leben in Verbindung mit einer Pflanze: Sie ernähren sich von deren Glukose und versorgen sie im Gegenzug mit Wasser oder Mineralstoffen. Manche Pilze leben daher in Symbiose mit Pflanzen, wie der Fliegenpilz, ein giftiger Pilz, der meist in der Nähe von Birken wächst.

Unter diesen verschiedenen Pilzarten sind manche essbar, andere harmlos und wieder andere hochgiftig. Wenn Sie kleine Kinder oder Haustiere haben, sollten Sie die Pilze, die in Ihrem Garten wachsen, am besten entfernen und entsorgen – es sei denn, Sie erkennen sie zweifelsfrei als Speisepilze.

Essbare Pilze im Garten

Wenn Sie ab Herbst gerne durch den Wald streifen, fallen Ihnen diese Pilze, die manchmal im Garten, mitten im Rasen oder sogar unter dem Blätterdach Ihrer Bäume aus dem Boden sprießen, sicher auf – besonders, wenn Sie in der Nähe eines Waldes oder von Viehweiden wohnen. Einige dieser Pilze, die unvermittelt im Garten auftauchen, sind durchaus essbar und zudem sehr schmackhaft.

Entdecken Sie mit uns verschiedene Pilze, die Sie zu Hause sammeln können.

Wiesen-Champignons

Der Wiesen-Champignon, auch Feld-Egerling genannt (Agaricus campestris), ist ein weit verbreiteter Pilz auf von Vieh beweideten Wiesen. Denn dieser Pilz liebt nährstoffreiche Böden. Daher kann er meist in Gruppen zwischen Mitte September und Mitte Oktober mitten im Rasen erscheinen.

Dieser mit dem Zucht-Champignon verwandte Pilz ist geschmacklich hervorragend und leicht zu erkennen.

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Der Wiesen-Champignon (Agaricus campestris)

Wie erkennt man ihn? 

  • Ein weißer, seidig wirkender, halbkugeliger und an der Oberfläche leicht abgeflachter Hut mit bis zu 10 cm Durchmesser
  • Feine, deutlich rosafarbene Lamellen, die mit zunehmender Reife bräunlich werden
  • Ein eher kurzer, an der Basis schmalerer Stiel
  • Weißes Fleisch mit angenehmem, an Zucht-Champignons erinnerndem Geruch

Dieser Pilz kann roh, zum Beispiel im Salat, oder gekocht verzehrt werden. Er lässt sich einfach trocknen.

Er kann mit dem giftigen Karbol-Champignon (Agaricus xanthoderma) verwechselt werden, der sich durch Jodgeruch und eine beim Anschneiden auftretende gelbe Farbe unterscheidet.

Gemeiner Nelkenschwindling

Auch dieser Pilz ist häufig in Gärten anzutreffen! Der Nelkenschwindling (Marasmius oreades) erscheint meist ab dem Spätsommer und den ganzen Herbst über, bei feuchter Witterung manchmal schon im Frühjahr. Er wächst auf Wiesen und in grasreichen Lebensräumen wie Rasenflächen. Man findet ihn in Büscheln oder gelegentlich in Hexenringen.

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Nelkenschwindlinge

Wie erkennt man ihn?

  • Ein kleiner, leicht gebuckelter Hut in blasser Ocker- bis Orangefarbe, an den Rändern oft von Furchen durchzogen
  • Breite, weit stehende, weißliche bis cremefarbene Lamellen
  • Ein zylindrischer, dünner, hohler und elastischer Stiel, etwa in der Farbe der Lamellen. Er lässt sich biegen, ohne zu brechen
  • Cremefarbenes Fleisch mit dem Duft von Sägemehl oder Bittermandel

In der Pfanne gebraten oder als Omelett sind Nelkenschwindlinge köstlich, werden aber ohne den zu zähen Stiel zubereitet. Der Pilz lässt sich leicht trocknen.

Parasolpilze

Den Parasolpilz zu übersehen ist, auch wenn er oft als Riesenschirmling bezeichnet wird (Macrolepiota procera), nahezu unmöglich. Denn dieser stattliche Pilz erinnert an einen Sonnenschirm. Man findet ihn häufig im Wald, aber auch an Wegrändern. Er wächst zudem auf Wiesen und Weiden mit saurem oder neutralem, humusreichem Boden. Dieser Pilz bevorzugt die Nähe von Rotbuchen (Fagus sylvatica). Der Parasol wird im Herbst gesammelt.

Wie erkennt man ihn? 

  • Ein eiförmiger, gewölbter, bei Reife stark ausgebreiteter Hut mit bis zu 25 cm Durchmesser. Typisch sind die Schuppen, die ihn bedecken und zur gebuckelten Mitte hin dichter stehen. Der Pilz ist graubraun
  • Zunächst weiße, später cremefarbene, recht dicht stehende Lamellen
  • Ein 10 bis 30 cm hoher, hohler, hellbrauner und grau getigerter Stiel mit doppeltem Ring
  • Weißliches Fleisch mit Pilzgeruch

Der Parasol ist ein schmackhafter Pilz, besonders im jungen Zustand. Verzehrt wird jedoch nur der Hut.

Der Parasol kann mit anderen Riesenschirmlingen verwechselt werden, etwa mit dem Gift-Riesenschirmling (Lepiota brunneoincarnata), der kleiner ist, einen rosabraunen Hut und einen kaum sichtbaren Ring besitzt und tödlich giftig ist. Auch der Gift-Safranschirmling (Chrorophyllum brunneum) kann ähnlich aussehen. Er hat einen weniger schuppigen Hut und einen einfachen Ring und wächst in der Nähe von Mist oder Kompost. Der Pantherpilz (Amanita pantherina) ähnelt ebenfalls dem Parasol, besitzt jedoch einen einfachen Ring. Vorsicht ist daher geboten!

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Der Parasol (links) darf nicht mit dem Rosabraunen Riesenschirmling, dem Gift-Safranschirmling und dem Pantherpilz verwechselt werden

Wiesen-Saftlinge

Der Wiesen-Saftling (Cuphophyllus pratensis oder Hygrocybe pratensis) ist ein kleiner Pilz, der folgerichtig auf Wiesen wächst – vom Herbst bis zum ersten Frost. Er bevorzugt Lagen über 500 m Höhe. Da er empfindlich auf Dünger reagiert, wird dieser Pilz immer seltener. 

Wie erkennt man ihn? 

  • Ein kegelförmiger, gebuckelter, orange- bis lachsfarbener Hut mit leicht gewellten Rändern. Er wird höchstens 6 cm breit
  • Dicke, weit stehende und vor allem herablaufende Lamellen, die sich am Stiel entlangziehen
  • Ein weißer bis orange-cremefarbener, eher kräftiger Stiel
  • Blass orangefarbenes Fleisch mit mildem Geschmack und ohne besonderen Geruch
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    Der Wiesen-Saftling

Schopftintling

Der Schopftintling (Coprinus comatus) gehört zu den häufigen Pilzen auf Wiesen und Rasenflächen. Wenn Ihr Garten am Waldrand liegt, können Sie ihn dort leicht finden. Er wird ab Juli und im Herbst gesammelt. Der auch als „Tintenpilz“ bezeichnete Pilz wächst in Gruppen auf sehr stickstoffreichen Böden. Deshalb findet man ihn oft auch auf von Rindern beweideten Flächen.

Wie erkennt man ihn? 

  • Ein hoher, eiförmiger, länglicher, glockenförmiger Hut. Er ist cremeweiß und mit wolligen, abstehenden Schuppen bedeckt, die ihm seinen Namen geben. Mit der Zeit wird der Hut schwarz und zerfließt – daher die Bezeichnung „Tintenpilz“
  • Weiße, später rosafarbene und schließlich schwarze Lamellen
  • Ein hohler, sehr hoher und daher zerbrechlicher Stiel mit einem dünnen, verschiebbaren Ring
  • Schmackhaftes, aber empfindliches Fleisch

Dieser Pilz muss sehr schnell nach der Ernte verzehrt werden. Außerdem sollte er vorsichtig behandelt werden.

Der Schopftintling kann mit dem Flockentintling (Coprinospsis picacea) mit schwarz-weißem Hut verwechselt werden, der einzeln und eher in Laubwäldern wächst. Auch eine Verwechslung mit dem Grauen Faltentintling (Coprinopsis atramentaria) ist möglich. Dieser besitzt einen aschgrauen, eher glatten Hut und verursacht nach dem Verzehr mindestens 72 Stunden lang eine Alkoholunverträglichkeit.

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Der Schopftintling (links) darf nicht mit dem Flockentintling und dem Grauen Faltentintling verwechselt werden

Speise- und Halbfreie Morcheln

Wenn Speise-(Morchella esculenta) oder sogar Halbfreie Morcheln (Morchella semilibera) in Ihrem Garten wachsen, haben Sie Glück. Denn diese Pilze sind köstlich und gelten als Delikatesse – allerdings nur gekocht. Roh sind sie giftig.

Speise- und Halbfreie Morcheln werden im Frühjahr zwischen April und Mai gesammelt. Sie wachsen meist in Zweier- oder Dreiergruppen auf grasbewachsenen Flächen lichter Wälder, an Laubwaldrändern und besonders in der Nähe von Eschen (Fraxinus) oder in Obstgärten. Morcheln bevorzugen die Nähe von Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) oder kriechendem Efeu (Hedera). Sie bevorzugen frische, eher kalkhaltige Böden.

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Speise- und Halbfreie Morcheln

Wie erkennt man sie? 

  • Ein kegelförmiger Hut, bei Speise-Morcheln zunächst schwarzbraun, später blond, bei Halbfreien Morcheln eher dunkelbraun. Der Hut ist hohl und besitzt mehr oder weniger ausgeprägte Waben
  • Keine Lamellen
  • Ein hohler Stiel, bei Speise-Morcheln weißlich, bei Halbfreien Morcheln creme-elfenbeinfarben und runzelig
  • Geruchloses, sehr feines und empfindliches Fleisch

Es ist wichtig zu wiederholen, dass Speise- und Halbfreie Morcheln nur gekocht verzehrt werden dürfen, da sie Hämolysin enthalten, ein die roten Blutkörperchen zerstörendes Gift. Gekocht sind sie ein Genuss!

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