Die Knospen der Kiefer sind seit der Antike für ihre medizinischen Eigenschaften bekannt, insbesondere zur Behandlung von Atemwegserkrankungen. Sie sind reich an Antioxidantien, Flavonoiden und Terpenen. Im Handel ist ätherisches Öl der Wald-Kiefer erhältlich. Aber wussten Sie, dass Sie Kiefernknospen auch selbst sammeln können, um von ihren wohltuenden Eigenschaften zu profitieren? Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Kiefernknospen sammeln, trocknen, aufbewahren und verwenden.

Welche Arten eignen sich?

Die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) wird am häufigsten zum Sammeln der Knospen verwendet. Sie erkennen sie unter anderem an ihrem geraden, schlanken Stamm mit orangebrauner Rinde sowie an ihren paarweise angeordneten, relativ kurzen und häufig gedrehten Nadeln. Auch andere Arten wie die Berg-Kiefer (Pinus mugo) oder die See-Kiefer (Pinus pinaster) eignen sich dafür. 

Kiefernknospen: Ernte und Verwendung

Welche Vorteile bieten sie?

Kiefernknospen, insbesondere von der Wald-Kiefer, sind für ihre zahlreichen Eigenschaften bekannt. Sie sollen schleimlösend, antiseptisch und abschwellend wirken und dadurch die Beschwerden bei Erkältungen, Bronchitis und Asthma lindern. Außerdem sollen Kiefernknospen entzündungshemmend wirken und das Immunsystem stärken können. Sie sollen sich positiv auf Knochen und Gelenke auswirken, die Knochenregeneration nach einem Bruch fördern, Osteoporose und Rheuma entgegenwirken und die körperliche Leistungsfähigkeit steigern.

Beachten Sie, dass jede medizinische Anwendung ärztlich begleitet werden sollte. Kiefernknospen sind zwar natürlichen Ursprungs, können aber Gegenanzeigen haben oder Wechselwirkungen mit Arzneimitteln verursachen.

Wann und wie sammeln Sie Kiefernknospen?

Kiefernknospen erscheinen bereits im Spätherbst am Baum. Gesammelt werden sie jedoch im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr, gewöhnlich im Februar oder März, manchmal bis in den April hinein. Sammeln Sie die Knospen, solange sie noch jung und harzig sowie leicht klebrig sind. Sie sollten bereits angeschwollen, aber noch nicht geöffnet sein. Dann enthalten sie besonders viele Wirkstoffe. Ihre Farbe sollte von Grünbraun bis Rosabraun reichen. Achten Sie beim Sammeln auf den Baum und lassen Sie genügend Knospen für sein weiteres Wachstum stehen. Sammeln Sie lieber sparsam und verteilen Sie die Ernte auf mehrere Bäume, statt nur einen Baum zu nutzen. 

Wir empfehlen Ihnen, Handschuhe zu tragen, damit Ihre Hände nicht mit Harz verklebt werden. Eine Gartenschere benötigen Sie nicht, denn die Knospen lassen sich einfach von Hand pflücken.  

Wie stellen Sie einen Kiefernknospen-Auszug her?

Ein Kiefernknospen-Auszug ist ein Präparat, das in der Gemmotherapie verwendet wird, einem Teilbereich der Pflanzenheilkunde, der die Eigenschaften von Knospen nutzt. So lassen sich besonders viele Wirkstoffe extrahieren. So bereiten Sie ihn zu.

Das benötigen Sie:

  • Frische Kiefernknospen
  • Ein luftdicht verschließbares Glas
  • Alkohol mit 90 % Vol.
  • Pflanzliches Glycerin
  • Quellwasser oder Mineralwasser

Zubereitung des Auszugs:

  • Füllen Sie das Glas nach dem Sammeln zur Hälfte mit den Kiefernknospen.
  • Bereiten Sie anschließend eine Mischung aus je einem Drittel Alkohol, Glycerin und gereinigtem Wasser zu. Für 25 Gramm frische Knospen können Sie beispielsweise jeweils 166 g Alkohol, Glycerin und Wasser verwenden. 
  • Gießen Sie die Mischung über die Knospen, bis diese vollständig bedeckt sind. Verschließen Sie das Glas luftdicht.
  • Lassen Sie den Ansatz drei Wochen lang bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt ziehen. Schütteln Sie das Glas täglich, damit sich die Wirkstoffe besser lösen.
  • Filtern Sie den Auszug anschließend durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter.
  • Füllen Sie ihn für eine einfachere Anwendung in eine getönte Glasflasche mit Tropfer um. Bewahren Sie ihn an einem kühlen, dunklen Ort auf.

Der Kiefernknospen-Auszug wird meist als 20-tägige Kur eingenommen. Je nach Empfehlung Ihrer Therapeutin oder Ihres Therapeuten werden einmal täglich 10 bis 15 Tropfen in einem Glas Wasser verdünnt. Für eine bessere Aufnahme empfiehlt sich die Einnahme außerhalb der Mahlzeiten. Lassen Sie sich in jedem Fall von einer medizinischen Fachkraft zur passenden Dosierung beraten. Schwangere, Kinder und Personen, die Arzneimittel einnehmen, sollten besonders vorsichtig sein.

Kiefernknospen: Ernte und Verwendung

Wie trocknen und lagern Sie Kiefernknospen?

Neben einem Auszug können Sie Kiefernknospen auch als Aufguss verwenden. Trocknen Sie sie daher, um sie aufzubewahren und später zu verwenden. 

Zum Trocknen der Kiefernknospen verteilen Sie sie nach dem Sammeln auf einem Tuch oder einem Tablett. Achten Sie darauf, dass sie sich nicht überlappen. Stellen Sie sie an einen trockenen, gut belüfteten und vor direkter Sonne geschützten Ort. Das Trocknen kann ein bis zwei Wochen dauern. Die Knospen sind trocken genug, wenn sie sich bei Berührung brüchig anfühlen.

Zur Aufbewahrung der Kiefernknospen geben Sie sie in ein luftdicht verschließbares Glas und schützen sie vor Licht und Feuchtigkeit. Sie halten sich mehrere Monate, möglicherweise sogar bis zu einem Jahr. 

Wie können Sie sie verwenden?

Um von den wohltuenden Eigenschaften der Kiefernknospen zu profitieren, werden sie am häufigsten als Tee oder Aufguss verwendet. Für einen Kiefernknospen-Tee übergießen Sie einen Teelöffel getrocknete Knospen mit einer Tasse kochendem Wasser. Lassen Sie den Aufguss 10 Minuten ziehen und seihen Sie ihn anschließend ab.

Kiefernknospen können auch zu Sirup verarbeitet werden. Dieser Sirup duftet nicht nur köstlich, sondern kann auch Husten und Erkältungsbeschwerden lindern.

Kiefernknospen: Ernte und Verwendung