Der Knoblauch (Allium sativum) ist eine mehrjährige Pflanze, die als einjährige Pflanze kultiviert wird und eine unterirdische Zwiebel bildet. Als Mitglied der Familie der Lauchgewächse bildet der Knoblauch eine Knolle, die aus mehreren Zehen besteht, die sich um einen weichen oder festen Mitteltrieb gruppieren. Die Knolle ist von einer Tunika, also einer pflanzlichen Hülle, umgeben. Brutzwiebeln sind dagegen Samen, die sich in der Kapsel am Ende des Blütenstands bilden.

Für die Vermehrung von Knoblauch gibt es zwei Methoden: die Teilung der Zehen und das Pflanzen von Brutzwiebeln. Im Folgenden stellen wir Ihnen beide Vermehrungsmethoden Schritt für Schritt vor.

Knoblauch durch Teilung der Zehen vermehren

Die Teilung der Zehen ist die gängigste Methode, um Knoblauch zu vermehren und neue Knollen zu erhalten. Wählen Sie dafür unbedingt große, gesunde und unbeschädigte Knollen aus. Große Knollen lassen sich leichter in einzelne Zehen teilen.

Um größere Knollen zu erhalten, entfernen Sie im Juni oder Juli entweder die Blütenstände oder binden die Triebe zusammen, sobald sich das Laub gelb färbt. So verwendet der Knoblauch seine gesamte Energie für die Versorgung der Knolle, die dadurch weiter wächst.

Vermehrung von Knoblauch durch Zehen

Das benötigte Material

  • Ein ausreichend großer, unbedingt mit Abzugslöchern versehener Terrakottatopf.
  • Ein leichtes Substrat, zum Beispiel Aussaaterde.
  • Eine Sprühflasche zum feinen Bewässern.

Wann sollten Sie vorgehen?

Die Vermehrung durch Zehen erfolgt in der Regel im Herbst, zwischen September und Oktober.

Wie vermehren Sie Knoblauch durch Zehen im Topf?

  • Wählen Sie eine große, gesunde Knoblauchknolle mit einer guten Anzahl an Zehen aus. Knollen aus dem Handel sollten Sie besser nicht verwenden. Sie sind für den Verzehr bestimmt und nicht als gesundes Pflanzgut zertifiziert.
  • Entfernen Sie die Hülle, die die Knolle umgibt.
  • Trennen Sie die Zehen vorsichtig von Hand. Achten Sie darauf, sie nicht zu verletzen, da bereits kleinste Verletzungen ihre Entwicklung beeinträchtigen können.
  • Verwenden Sie zum Pflanzen nur die äußeren Zehen, da diese meist deutlich größer sind. Die übrigen Zehen können Sie verzehren.
  • Pflanzen Sie zwei bis drei Zehen in den Topf. Die Spitze zeigt nach oben und die Pflanztiefe beträgt etwa 2 cm.
  • Bedecken Sie die Zehen mit Blumenerde und gießen Sie sie feinbrausig an.
  • Stellen Sie den Topf an einen sonnigen Platz im Freien und schützen Sie ihn vor Frost, der die Knolle absterben lassen kann.

Gießen Sie einmal pro Woche fein und sparsam. Nach einigen Wochen treiben die Knollen aus. Sobald die Triebe 10 cm lang sind, schneiden Sie sie auf 3 bis 5 cm zurück. Dadurch entwickeln sich die Knollen weiter und nehmen an Größe zu.

Im Spätsommer, wenn die Triebe vertrocknet sind, können Sie die Knoblauchknollen ausgraben. Sie bestehen dann aus mehreren Zehen.

Wie pflanzen Sie die Zehen ins Freiland?

Im Freiland gehen Sie auf dieselbe Weise vor:

  • Wählen Sie einen sonnigen Standort mit leichtem, gut durchlässigem und unkrautfreiem Boden. Achten Sie außerdem auf eine strenge Fruchtfolge: In den vergangenen 5 Jahren darf an dieser Stelle kein Knoblauch gewachsen sein.
  • Lockern und lüften Sie den Boden gründlich.
  • Ziehen Sie eine 3 bis 4 cm tiefe Furche.
  • Pflanzen Sie die Zehen mit der Spitze nach oben im Abstand von 10 cm.
  • Bedecken Sie sie mit einer dünnen Erdschicht.
  • Gießen Sie feinbrausig, wenn es nicht regnet.
Vermehrung von Knoblauch durch Zehen

Knoblauch durch Brutzwiebeln vermehren

Diese Vermehrungsmethode ist nur bei Sorten möglich, die Blütenstände bilden! Dazu gehören Knoblauchsorten mit festem Hals oder hartem Stängel, wie der Schlangen-Lauch, sowie Sorten wie ‘Rose de Lautrec’, Auvergne-Knoblauch, violetter Knoblauch aus Cadours, der Knoblauch ‘Rose du Tarn’ und weißer Knoblauch aus der Lomagne oder violetter Knoblauch aus der Provence. Knoblauchsorten mit weichem Hals oder weichem Stängel, wie ‘Messidrome’, bilden dagegen keine Blütenstände.

Sehr selten, vor allem bei Trockenheit, können Sorten mit weichem Hals in ihrem Scheinstängel kleine Brutzwiebeln bilden. Auch diese können Sie verwenden.

Zur Erinnerung: Brutzwiebeln sind gewissermaßen oberirdische Zehen. Es handelt sich um sogenannte Rundlinge, also um echte Klone der Mutterpflanze, die aus einer einzigen Zehe bestehen.

Knoblauchblütenstand zur Vermehrung

Vorteile und Nachteil der Vermehrung durch Brutzwiebeln

Ein Vorteil ist der finanzielle Aspekt. Ein Blütenstand kann bis zu hundert kleine Brutzwiebeln hervorbringen. Da sie keinen Kontakt mit dem Boden haben, sind sie mit größerer Wahrscheinlichkeit frei von Krankheiten. Außerdem ermöglichen diese Brutzwiebeln die Gewinnung größerer und kräftigerer Knollen. Allerdings erfordert diese Vermehrungsmethode etwas Geduld, da sie sich über zwei bis drei Jahre erstreckt.

Wann sollten Sie die Brutzwiebeln ernten?

Die Blütenstände werden in der Regel im Spätsommer geschnitten. Sie stammen von Knoblauchpflanzen, die Sie ohne Eingriffe wachsen lassen haben. Die Brutzwiebeln erscheinen am Ende eines Blütenstängels, der sich manchmal spiralförmig windet. Warten Sie unbedingt, bis sich der Blütenstängel braun gefärbt hat. Das zeigt, dass er ausgereift ist. Schneiden Sie dann den gesamten Blütenstand ab und lagern Sie ihn bis zum Pflanzen der Brutzwiebeln im September oder Oktober.

Sie können die Brutzwiebeln in Töpfe oder ins Freiland pflanzen. Wählen Sie im Freiland ein klar gekennzeichnetes, sonniges Beet mit leichtem, durchlässigem und fruchtbarem Boden.

Vermehrung von Knoblauch durch Brutzwiebeln

Wie pflanzen Sie die Brutzwiebeln?

  • Lösen Sie die Brutzwiebeln aus dem Blütenstand.
  • Füllen Sie Töpfe mit Abzugslöchern mit einem leichten, nährstoffreichen Substrat, zum Beispiel hochwertiger Universalerde.
  • Pflanzen Sie die Brutzwiebeln mit der Spitze nach oben 2 cm tief ein.
  • Gießen Sie vorsichtig und feinbrausig.
  • Stellen Sie die Töpfe im Freien an einen sonnigen, frostgeschützten Platz. Damit die Brutzwiebeln warm bleiben, können Sie das Substrat zusätzlich mulchen.

Im Freiland pflanzen Sie die Brutzwiebeln in 2 cm tiefe Furchen. Legen Sie die Brutzwiebeln mit der Spitze nach oben im Abstand von 2 bis 3 cm ab. Mulchen Sie die Fläche ruhig, um das Aufkommen von Unkraut zu verhindern, das die jungen Triebe überwuchern könnte.

Die Brutzwiebeln entwickeln sich langsam weiter. Achten Sie lediglich darauf, bei Bedarf zu gießen.

Wie geht es weiter?

Im folgenden Sommer, ab Ende Juli oder im August, hat sich das Laub der Brutzwiebeln normalerweise gelb gefärbt. Dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, die Brutzwiebeln auszugraben und erneut zu pflanzen. Zu diesem Zeitpunkt bilden sie einen Rundling, also eine einzelne, unterschiedlich große Zehe.

Pflanzen Sie diese Rundlinge auf dieselbe Weise wieder ein, etwas tiefer und mit größerem Abstand zueinander, wenn sie gewachsen sind. Diese Umpflanzung erfolgt im September oder Oktober.

Im folgenden Sommer müssen Sie den entstehenden Blütenstängel abschneiden. Graben Sie die Brutzwiebeln anschließend erneut aus und pflanzen Sie sie bei Bedarf wieder ein.

Sie können diesen Vorgang noch ein oder sogar zwei weitere Jahre fortsetzen, bis gut ausgebildete Knollen mit 5 bis 10 Zehen entstanden sind.