Paprika und Chili: Aussaat, Anbau und Ernte
Inhaltsverzeichnis
Paprika und Chili kurz erklärt
- Paprika und Chili sind Nachtschattengewächse und gehören zur Gattung Capsicum.
- Die Paprika, Capsicum annuum, gehört zum Spanischen Chili-Pfeffer.
- Es gibt unzählige Sorten von Chili und Paprika mit vielfältigen Formen, Größen und Aromen.
- Pflanzen der Gattung Capsicum brauchen Wärme und Sonne, um zu gedeihen.
- Chili ist reich an Vitaminen und besitzt heilende Eigenschaften.
Das Wort unserer Expertin
Paprika ist ein Spanisch Chili-Pfeffer, der wegen seiner großen, meist hohlen, würfelförmigen Frucht angebaut und im Sommer als Gemüse verzehrt wird. Ob roh im Salat, gegrillt, gefüllt oder eingemacht: Paprika eignet sich für viele Zubereitungsarten. Sie findet sich in traditionellen Gerichten wie Piperade, Ratatouille, Caponata oder baskischem Hähnchen.

Capsicum annuum
Dagegen unterscheidet sich Chili von Paprika durch seine je nach Sorte unterschiedlich scharfe Note. Die Schärfe hängt vom Capsaicingehalt der Frucht ab. Diese wird meist als Gewürz zum Schärfen von Speisen verwendet. Die Schärfe von Chili wird auf der Scoville-Skala mit ihren 11 Stufen gemessen. Beachten Sie jedoch, dass Geschmack und Schärfe von Chili getrennt zu betrachten sind.

Capsicum frutescens
Aus den tropischen Regionen Südamerikas stammend, benötigen Paprika und Chili viel Wärme und Licht, um sich richtig zu entwickeln und Früchte zu tragen.
Die Früchte von Paprika und Chili sind sehr reich an Vitamin C und Provitamin A. Chili gilt außerdem als hervorragendes Antioxidans.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Capsicum annuum, Capsicum Chinense, Capsicum Frutescens, Capsicum Pubescens, Capsicum baccatum
- Familie Nachtschattengewächse
- Gebräuchlicher Name Paprika, Spanischer Chili-Pfeffer, Chili, Serrano-Chili
- Blüte Juni bis August
- Höhe 0,40 bis 1,50 m (je nach Sorte)
- Exposition sonnig und vor kalten Winden geschützt
- Art des Bodens leicht, locker, gut durchlässig, nährstoffreich
- Winterhärte nicht winterhart
Die Gattung Capsicum stammt ursprünglich aus Südamerika. Sie hat sich jedoch schon seit Langem über den gesamten Globus verbreitet. So entwickelten sich zahlreiche Sorten, die sich abhängig von ihrem Anbauort auf natürliche Weise ausdifferenzierten.
Chili ist in seinen Herkunftsländern eine Staude, wird in unseren Breiten jedoch einjährig kultiviert. Die Pflanze gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und zur Gattung Capsicum, die fünf Arten umfasst: Capsicum frutescens, Capsicum annuum, Capsicum baccatum, Capsicum chinense, Capsicum pubescens.
- Capsicum annuum ist weltweit am weitesten verbreitet, vor allem dank der Paprika. Diese Sorte brachte Christoph Kolumbus nach seiner Rückkehr aus Amerika nach Europa.
Interessant ist, dass der Begriff „Paprika“ tatsächlich weder eine Art noch eine Sorte bezeichnet, sondern ein allgemein gebräuchlicher Name für eine Untergruppe von Capsicum annuum ohne Schärfe ist, deren Capsaicingehalt so niedrig ist, dass er nicht wahrgenommen wird.

Capsicum annuum, Biodiversity Heritage Library – Flickr
- Capsicum chinense umfasst die meisten der schärfsten Chilisorten der Welt. Der Name „chinense“ beruht auf einem Irrtum von Nikolaus Joseph von Jacquin, der sie für ursprünglich aus China hielt. Wahrscheinlicher stammen diese Chilis aus Südamerika und der Karibik.
- Capsicum frutescens bildet Sträucher mit kleinen Früchten, die aromatisch und scharf sind (hoher Capsaicingehalt). Von anderen Arten unterscheiden sie sich durch ihre Wuchsform: Ihre Früchte zeigen meist nach oben, statt herabzuhängen.
- Capsicum pubescens wird seit fast 6.000 Jahren kultiviert. Der Name bezieht sich auf die kleinen Haare auf den Blättern. Chilis dieser Art werden überwiegend in Mexiko, Südamerika und Guatemala angebaut und sind in anderen Regionen der Welt nur selten zu finden.
- Capsicum baccatum ist eine Chiliart, die Sorten aus Bolivien umfasst. In diesem Land findet man auch die meisten „wilden“ Chilis. Der Name bezieht sich hier auf die Früchte, die Beeren sehr ähnlich sind.
Obwohl sie alle zur Gattung Capsicum gehören, weisen Paprika und Chilis sehr unterschiedliche Formen und Größen auf. Ihre dicken Stängel tragen meist ganze, lanzettliche Blätter mit einer kräftigen Blattspreite. Die Blüte besteht meist aus gruppierten Blüten, die in der Blattachsel sitzen. In den meisten Fällen bildet ihre verwachsene Blütenkrone eine weiße oder violette Schale.

Blüte von Capsicum annuum © Gianni del Bufalo | Blüte von Capsicum frutescens © QG d’Aqiao – Flickr
Die Früchte sind meist wenig fleischig und hohl und enthalten runde, flache, weiße Samen – außer bei Capsicum pubescens, dessen Samen schwarz sind. Je kleiner sie sind, desto zahlreicher wachsen die Früchte der Capsicum-Pflanzen. Je nach Sorte kann Chili aufrechte oder hängende Früchte tragen, die zylindrisch, rund oder bischofsmützenförmig sind und verschiedene Farben aufweisen (rot, gelb, grün, violett, panaschiert …).
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Paprika und Chili aussäen und pflanzen
Wo und wie Paprika und Chili pflanzen?
Für ein gutes Wachstum brauchen Chili und Paprika einen nährstoffreichen, drainierenden Boden. Für die Fruchtbildung benötigen sie außerdem einen warmen, hellen Standort. Wählen Sie möglichst einen sonnigen, vor kalten Winden geschützten Standort. Bietet Ihr Garten keine geeigneten Bedingungen – etwa in einer kühlen Region –, pflanzen Sie Ihre Capsicum-Jungpflanzen besser unter geschützten Bedingungen.
Wann Paprika und Chili säen?
Die Aussaat von Chili beginnt im März. Pflanzen für das Gewächshaus können jedoch bereits im Februar gesät werden.
Wie Paprika und Chili säen?

© manuel mv – Flickr
Die Aussaat von Capsicum wird immer im Warmen gestartet, im Haus oder in einem beheizten Frühbeet. Die optimale Keimtemperatur liegt bei etwa 25 °C. Stellen Sie Ihre Saatschalen gern auf einen Heizkörper, um die Keimchancen zu erhöhen. Auch ein beheiztes Anzuchtgerät ist geeignet. In jedem Fall brauchen Chili-Aussaaten einen hellen Standort. Unter diesen Bedingungen keimen die Samen meist innerhalb von 10 Tagen, manchmal sogar früher.
- Drücken Sie die Samen 1 cm tief in mit feuchter, guter Blumenerde gefüllte Saatschalen.
- Stellen Sie die Chili-Aussaat an ein Fenster oder unter ein beheiztes Frühbeet.
- Sobald sie 7 cm hoch sind und ihre ersten beiden Blätter zeigen, pikieren Sie die Jungpflanzen in einzelne Töpfe.
- Verwenden Sie dafür eine Mischung aus Gartenerde und Blumenerde als Substrat. Alle Tipps finden Sie hier: Paprika pikieren: Wann und wie?
Wann Paprika und Chili pflanzen?
Die jungen Paprika- und Chili-Jungpflanzen werden nach Mitte Mai ins Freiland oder Gemüsebeet gesetzt. Es darf keine Frostgefahr mehr bestehen. Je nach Region sollten Sie daher bis Juni warten, bevor Sie Chili ins Freie pflanzen. Denn Chili verträgt Kälte schlecht und wächst erst ab 15 °C.
Gut zu wissen: Besonders klein bleibende Chilisorten können problemlos in einen großen Topf auf dem Balkon gepflanzt und dort kultiviert werden.
Wie Paprika und Chili pflanzen?

© Forest and Kim Starr – Flickr
- Beginnen Sie damit, den Boden im Gemüsebeet zu jäten, zu lockern und anzureichern.
- Heben Sie Pflanzlöcher aus, die dreimal so groß wie der Wurzelballen sind.
- Pflanzen Sie Chili und Paprika mit einem Abstand von 50 bis 60 cm.
- Auch wenn es nicht zwingend nötig ist, können Sie Ihre Pflanzen stützen, besonders an einem windigen Standort.
- Halten Sie den Boden feucht, indem Sie direkt am Fuß der Pflanzen gießen.
Damit sich Ihre Pflanzen an das Freiland gewöhnen, können Sie in den ersten 2 bis 3 Wochen nach dem Pflanzen eine Pflanzglocke verwenden.
Lesen Sie auch
Die Schärfe der ChilisErnte, Lagerung und Verwendung
Ernte
Chilis und Paprika werden bei voller Reife geerntet, zwischen Mitte August und Ende Oktober, also etwa fünf Monate nach der Aussaat.

Achtung: Reißen Sie die Früchte nicht durch Ziehen ab, da Sie sonst die Pflanze beschädigen können. Schneiden Sie die Früchte daher einzeln mit einer kleinen Schere oder einem Messer ab und lassen Sie 1 bis 2 cm Stielansatz stehen.
Wenn sie noch nicht vollständig reif sind, können Sie auch ganze Triebe Ihrer Chilipflanzen abschneiden und kopfüber an einem kühlen, trockenen Ort aufhängen, damit sie dort nachreifen.
Hinweis: Paprika kann auch grün verzehrt und somit geerntet werden. Der volle Geschmack entwickelt sich jedoch erst bei vollständiger Reife.
Aufbewahrung
Beachten Sie, dass Chili und Paprika im Gemüsefach des Kühlschranks durchschnittlich 1 Woche haltbar sind. In einem trockenen, kühlen Raum kann diese Zeit auf etwa 2 Wochen verlängert werden.
Chilis werden meist zu Bündeln zusammengebunden und in der Sonne oder im Backofen getrocknet (wobei die erste Methode deutlich empfehlenswerter ist). Anschließend können sie zu Pulver vermahlen oder in Essig, Salzlake oder Öl eingelegt werden. Sie können Chilis außerdem einfrieren; sie sollten dann innerhalb von 6 Monaten verzehrt werden.
Vorsicht beim Umgang mit scharfen Chilis: Vermeiden Sie jeden Kontakt mit kleinen Wunden, den Augen und Schleimhäuten …
Verwendung in der Küche
Paprika ist Bestandteil zahlreicher Rezepte. Ob roh oder gegart, mariniert, gefüllt, gegrillt, im Salat, Kuchen oder in Soßen … die Möglichkeiten sind endlos.

Chilis werden als Gewürz verwendet, um warme oder kalte Speisen zu aromatisieren und zu schärfen. Sie können während des Kochens hinzugefügt oder zum Würzen verwendet werden. Geben Sie sie bei warmen Gerichten am besten 10 bis 15 Minuten vor Ende der Garzeit hinzu, damit sie ihr volles Aroma entfalten.
Eigenschaften und Vorteile
Chili und Paprika sind kalorienarm und sehr reich an Vitamin C, Karotin (vor allem rote, gelbe und orange Sorten) sowie Vitamin E. Sie sind daher für ihre antioxidative Wirkung bekannt. Chilis sind außerdem reich an Ballaststoffen sowie den Vitaminen B6 und B9 und enthalten wenig Natrium, dafür viel Wasser.
Verwendung im Garten
Ein Auszug aus Chilis ist ein hervorragendes natürliches Abwehrmittel gegen Insektenbefall.
- Verwenden Sie 25 cl Serrano-Chili auf 50 cl Wasser.
- Lassen Sie die Mischung 24 Stunden ziehen.
- Verdünnen Sie anschließend 15 ml dieser Zubereitung in 4 l Wasser und sprühen Sie sie aus.
Achtung: Verwenden Sie diesen Chili-Auszug niemals bei jungen Pflanzen.
Pflege von Chili und Paprika
Sind Chili und Paprika gut angewachsen, benötigen sie nur wenig Pflege – abgesehen von regelmäßigem Gießen im Sommer, um einen reichen Fruchtertrag zu fördern.
Auch Jäten und Hacken sind nötig, lassen sich aber dank einer guten Mulchschicht weitgehend auf ein Minimum begrenzen. Bringen Sie rund um Ihre Capsicum-Jungpflanzen dünne, aufeinanderfolgende Schichten aus trockenem Laub oder zuvor getrocknetem Rasenschnitt aus.
Um einem Befall mit Parasiten und einer Erschöpfung des Bodens vorzubeugen, sollten Sie 3 bis 4 Jahre warten, bevor Sie am selben Standort erneut Chili pflanzen.
→ Lesen Sie auch: Rückschnitt von Sommergemüse
Krankheiten und Schädlinge an Paprika und Chili
Chili und Paprika: Krankheiten wie bei Tomaten, doch seltener. Blätter trocken halten, Abstand beachten. Blattläuse mit Seifenwasser bekämpfen. Mehr zu Paprikakrankheiten und Schädlingen
Paprika und Chili vermehren
Wie bereits erwähnt, erfolgt die Vermehrung von Chili durch Aussaat.
Achten Sie beim Ernten der Samen auf das Risiko einer Fremdbestäubung. Wählen Sie daher nur eine Chili, bei der Sie sicher sind, dass sie nicht mit Pollen anderer Pflanzen in der Nähe bestäubt wurde. Entnehmen Sie die Samen außerdem aus gut reifen Früchten. So sind sie gut entwickelt, trocken und lassen sich leicht vom Fruchtfleisch lösen. Wählen Sie vorzugsweise die kräftigste und schönste Pflanze – ein Zeichen für gute Gesundheit.

- Tragen Sie vor dem Umgang mit Chili und ihren Samen Handschuhe.
- Halbieren Sie die Früchte und lösen Sie die Samen heraus.
- Bewahren Sie nur gut entwickelte Samen mit cremefarbener Färbung auf.
- Lassen Sie sie 24 Stunden trocknen, ohne sie zu waschen.
- Geben Sie die trockenen Samen in Papier- oder Stoffbeutel.
- Kennzeichnen Sie die Sorte mit einem Etikett am Beutel.
- Lagern Sie sie trocken und lichtgeschützt.
- Die Samen bleiben 4 bis 5 Jahre keimfähig.
Paprika und Chili kombinieren
Im Freiland angebaute Paprika und Chilis lassen sich gut mit Kohl, Möhren und Studentenblumen kombinieren (sie fördern den Ertrag). Meiden Sie dagegen die Nähe zu anderen Nachtschattengewächsen (Aubergine, Tomate, Kartoffel …)

Nützliche Ressourcen
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- Bringen Sie Ihren Chili- und Paprikaanbau mit Ingrids hilfreichen Tipps sicher zum Erfolg
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