Bohnen im Topf anbauen?
Bohnen im Topf: pflanzen, pflegen, ernten
Inhaltsverzeichnis
Bohnen werden für ihre frischen Schoten oder getrockneten Körner geschätzt und weltweit in der Küche verwendet.
Diese leicht zu kultivierenden Gemüse oder Hülsenfrüchte sind je nach Sorte nicht nur für große Gärten und weitläufige ländliche Flächen geeignet. Es ist durchaus möglich, Stangenbohnen oder Zwergbohnen im Topf zu kultivieren – in einem kleinen Garten, auf einer Terrasse oder auf einem Stadtbalkon.
Dazu genügt es zunächst, die am besten geeigneten Sorten auszuwählen und einige Empfehlungen für Aussaat, Pflanzung und Kultur von Bohnen im Topf zu befolgen. Und natürlich, sie vor dem Verzehr richtig zu ernten.
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Welche Bohnensorten für den Topfanbau?
Man unterscheidet zwei Bohnentypen: Zwergbohnen und Stangen- oder Kletterbohnen, die beide für den Anbau im Topf geeignet sind.
Zwergbohnen
Zwergbohnen werden etwa 40 bis 60 cm hoch. Sie sind daher kompakte Pflanzen, die sich gut für kleine Flächen eignen.
Ihre Vorteile:
- einfache Pflanzung ohne Rankhilfe
- sehr schnelles Wachstum
- leicht zu kultivieren
Unsere Auswahl an Zwergbohnen für den Anbau im Topf:
- die Zwergbohne zum Auskernen ‘Splendido’ mit der prächtigen purpurfarbenen Farbe ihrer Hülsen und Samen
- die Zwergbohne ‘Contender’ als frühe Sorte, die bereits 50 Tage nach der Aussaat 16 cm lange, schöne grüne Hülsen hervorbringt
- die Zwergbohne ‘Creso’, eine kompakte, für den Anbau im Topf ideale Sorte mit 15 cm langen, strohgelben Hülsen
- die Zwerg-Feuerbohne ‘Hestia’, die mit ihren zweifarbigen roten und weißen Blüten Genuss und Zierwert verbindet und Balkone sowie kleine Flächen zum Leuchten bringt

Zwergbohnen ‚Contender‘ und ‚Borlotto‘ (oder ‚Splendido‘) (Foto: M. Dumat)
Stangen- oder Kriechbohnen
Stangenbohnen benötigen eine Rankhilfe, lassen sich aber einfach auf einer Terrasse oder einem Balkon aufstellen, wo Wände, Gitter oder Zäune ihnen leicht als Stütze dienen können.
Ihre Vorteile:
- hoher Ertrag und reiche Ernten
- ihre Wuchsform spendet Schatten oder dient auf Terrasse und Balkon als Sichtschutz
- leichte Ernte ohne Bücken, direkt in Griffhöhe
Mangetout-Sorten eignen sich gut für den Anbau im Topf, zum Beispiel:
- die Stangenbohne ‚Blauhilde‘, eine alte Sorte mit prächtigen violetten Hülsen und beigefarbenen Bohnen
- die gelbe Stangenbohne ‘Merveille de Venise’ mit goldgelben Hülsen und dunkelbraunen Bohnen
- die Stangenbohne ‘Eva’ mit einer Wuchshöhe von 1,80 m und langen, fleischigen Hülsen von 25 cm
- die Stangenbohne ‚Melissa‘ von Vilmorin mit langen, 30 cm großen Hülsen in einem prächtigen Tiefviolett

Stangenbohnen ‚Merveille de Venise‘ und ‚Melissa‘
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Bohnen im Topf anbauen?
Bohnen sind anspruchslos. Wie viele Gemüsepflanzen brauchen sie vor allem Sonne und Wasser, um gut zu wachsen.
Die Aussaat
- Am Tag vor der Aussaat die Bohnensamen in lauwarmem Wasser einweichen, damit die Samenschale weicher wird und die Keimung erleichtert wird.
- In kleinen Gruppen aussäen: 2 bis 4 Samen 3 cm tief in kleine Anzuchttöpfe oder zuvor durchlöcherte Joghurtbecher legen.
- Mit Aussaaterde oder einem leichten, drainierenden Substrat bedecken, damit sich die Wurzeln gut entwickeln.
- Vorsichtig gießen, mit feinem Sprühstrahl, damit die Samen nicht verrutschen.
- Die Anzuchttöpfe an einen sonnigen Standort stellen, idealerweise bei 15 bis 18 °C.
Nach etwa 5 bis 10 Tagen beginnen die Samen zu keimen und die ersten Triebe erscheinen. Dann nur die schönste und kräftigste Bohnenpflanze in jedem Topf stehen lassen.
Sobald die Jungpflanze größer geworden ist und ihr Anzuchttopf zu eng wird (die Wurzeln ragen aus den kleinen Löchern unter dem Topf), die Bohne in ihr endgültiges Gefäß umtopfen.
Die Bohne wächst aufrecht in die Höhe, bildet aber zahlreiche feine Wurzeln. Töpfe, Balkonkästen oder Pflanzkübel sollten daher mindestens 40 cm Durchmesser und 30 cm Tiefe haben.
Tontöpfe sind vorzuziehen, da sie für eine bessere Belüftung des Substrats sorgen.

Der Standort
Bohnen brauchen Wärme, um sich gut zu entwickeln. Sie sollten daher an einen sonnigen, aber nicht zu heißen Standort gestellt werden (volle Südlage vermeiden, besonders in Regionen mit sehr heißen Sommern).
Rankhilfe für Stangenbohnen
Stangenbohnen brauchen eine Rankhilfe, um sich zu entwickeln. Beim Umtopfen der Kletterbohnen gibt es zwei Möglichkeiten:
- den Topf vor ein Spalier, einen Maschendrahtzaun oder ein Geländer stellen, an dem sich die Bohne abstützen und von selbst emporranken kann
- Rankstäbe direkt in den Topf stecken, etwa Bambusstäbe oder Schnüre, die gerade oder tipiartig angeordnet werden …

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Um die Bohnenpflanzen im Topf stabil zu halten, häufeln Sie die Pflanze an, sobald sie höher als 20 cm ist: Geben Sie dazu einfach Blumenerde um den Pflanzenfuß und drücken Sie sie leicht an. Achten Sie darauf, alle Wurzeln gut zu bedecken.
Das Gießen
Bohnen sind leicht zu kultivieren und benötigen nur wenig Pflege.
Im Topf trocknet die Erde jedoch schneller aus und die Verdunstung ist höher. Für eine reiche Ernte muss die Erde daher frisch und feucht bleiben. Mulchen Sie das Substrat, um die Gießabstände zu verlängern und ein Austrocknen zu verhindern.
Gießen Sie, sobald das Substrat trocken wird, ohne es zu durchnässen. Leeren Sie den Untersetzer 15 Minuten nach dem Gießen, damit die Wurzeln nicht faulen.
Gießen Sie nur am Fuß der Pflanzen und vermeiden Sie, das Laub zu gießen oder zu besprühen, da dies die Entstehung von Krankheiten begünstigt.
Das Düngen
Bohnen sind nicht besonders nährstoffbedürftig, doch Blumenerde ist im Topf zwangsläufig schneller erschöpft. Eine Handvoll Kompost im Substrat kann ausreichen, um das Wachstum zu fördern.
Für eine zusätzliche Düngung nach der Blüte eignen sich beispielsweise Gemüsedünger, Düngestäbchen oder mit dem Gießwasser verdünnter Flüssigdünger, die speziell für den Gemüseanbau in Töpfen auf Balkon und Terrasse entwickelt wurden.

Die Krankheiten
Bei Bohnen treten Krankheiten nicht sehr häufig auf. Oft handelt es sich um kryptogamische oder pilzbedingte Krankheiten (verursacht durch einen parasitären Pilz): Dazu zählen die Anthraknose, die vor allem ältere Sorten befällt, Mehltau und Bohnenrost. Diese Krankheiten lassen sich meist vermeiden, indem Sie darauf achten, das Laub nicht zu gießen und die Pflanzen nicht zu dicht zu setzen, damit die Luft zirkulieren kann.
Bei den Schädlingen findet man die allseits bekannten Blattläuse. Starker Befall lässt sich durch Spritzen einer Lösung aus Wasser und Schmierseife am Tagesende eindämmen (1 l Wasser auf 4 bis 5 Esslöffel Schmierseife).
Der Bohnenkäfer, ein in den Samen überwinterndes Insekt, ist schwieriger zu bekämpfen, tritt glücklicherweise aber seltener auf.
Bohnenernte
Die Bohnenernte hängt von der Sorte ab: Bei Buschbohnen beginnt sie etwa 2 Monate nach der Aussaat, bei Stangenbohnen und Garten-Bohnen nach etwa 3 bis 4 Monaten.
Idealerweise erfolgt die Ernte morgens alle 2 Tage, indem Sie die Schoten vorsichtig abpflücken.
- Frühe Sorten mit langen Schoten werden jung geerntet, damit sich keine Fäden bilden.
- Mangetout-Sorten schmecken weniger frisch und kräftig, sind dafür auch bei voller Reife fadenlos.
- Trockenbohnen werden geerntet, sobald alle Schoten spröde geworden sind.
Außerdem können Sie selbstverständlich die Samen von im Topf angebauten Bohnen trocknen, um sie im Folgejahr wiederzuverwenden.

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