Frühgemüse erfolgreich anbauen
Von der Aussaat bis zur Ernte!
Inhaltsverzeichnis
Frühgemüse anbauen: Kartoffeln, Rüben, Rettich, Möhren und Zwiebeln früher ernten. Tipps zu Aussaat, Werkzeug und Kälteschutz.
Boden vorbereiten
Für üppige Ernten benötigen die im Gemüsegarten angebauten Gemüse einen gut vorbereiteten Boden.
- Der erste Schritt besteht darin, die für den Anbau vorgesehene Fläche zu jäten. Unkrautmesser, Hacke, Schaber, Wurzelstecher – wir bieten Ihnen eine ganze Auswahl an wirklich unverzichtbaren Werkzeugen zum Jäten. Damit können Sie unerwünschte Kräuter manuell und mechanisch direkt an der Wurzel aus dem Boden entfernen.
- Nach dem Jäten muss der Boden nun tiefgründig gelockert und verdichtetete Erde aufgebrochen werden. Um die Bodenschichten zu lockern, benötigen Sie eine Grelinette oder eine Grabegabel. Im Gegensatz zum Spaten greifen sie weniger stark in den Boden ein und lockern sowie bearbeiten ihn, ohne die Bodenschichten zu wenden und somit das mikrobielle Leben zu stören. Beenden Sie die Arbeit, indem Sie die Fläche mit der Gartenkralle und anschließend mit dem Rechen ebnen und die Erdklumpen zerkleinern.
- Letzter Schritt: den Boden düngen, um das Gemüse mit allen Nährstoffen zu versorgen, die es für eine reiche Ernte benötigt. Bevorzugen Sie organische Dünger (Kompost, Mist, Hornmehl, Guano, getrocknetes Blut …). Sie können Mist in Pelletform verwenden, der besonders praktisch und einfach anzuwenden ist. Eine Mistbeet-Schicht ab Mitte Dezember ist jedoch eine wirksame, wenn auch etwas aufwendige Methode, um frühes Gemüse anzubauen. Die Wärme entsteht durch die Fermentation von frischem Mist – idealerweise Pferdemist, da er sich schneller erhitzt. Arbeiten Sie ihn mit einer Gartenkralle oder einem Kultivator ein. Die Mistschicht wird unter einem Frühbeetkasten angelegt und mit einer Schicht Blumenerde bedeckt, in die Sie säen können. Diese sehr alte Methode beschleunigt den Trieb des Gemüses. Warten Sie mit der Aussaat oder Pflanzung, bis die Temperatur auf etwa 25 °C gesunken ist, also drei Wochen nach dem „Feuerschub“.

Jäten, Lockern und Düngen: drei wichtige vorbereitende Schritte
→ Sehen Sie sich unser Video an, um Mist im Garten oder Gemüsegarten richtig anzuwenden.
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Die Aussaat von GemüsesamenSäen, Pflanzen, Ernten
Frühsorten werden sehr früh in der Saison gesät: in milden Regionen ab Ende Januar, überall sonst ab Februar. Denn wer Erbsen, Salat, Möhren und knackige Radieschen schon im März oder April ernten möchte, sollte mit der Aussaat nicht warten. Dafür braucht man das passende Werkzeug.
- Die Hacke ist unverzichtbar, um für Aussaaten oder das Pikieren Furchen zu ziehen. Auch der Rechen kommt zum Einsatz: Er verfeinert und ebnet die Oberfläche frisch umgegrabener oder gehackter Erde vor der Aussaat. Nach dem Säen schließen Sie damit die Furchen und drücken die Erde mit der Rückseite des Rechenkopfs leicht an.
- Mit einer Sämaschine lässt sich dünn säen, da sie die Samen einzeln verteilt. So entfällt später das Vereinzeln. Sie eignet sich besonders für Möhren, Radieschen, Petersilie und Salat …
- Die Pflanzkelle, eine kleine Schaufel, erleichtert das Einpflanzen von Jungpflanzen mit Wurzelballen.
- Mit einem Setzholz lassen sich rasch Pflanzlöcher in den Boden stechen, um Jungpflanzen von Gemüse mit nackten Wurzeln (Salat, Lauch) oder große Samen einzusetzen.
- Ein Lauchpflanzer eignet sich ideal, um gerade Saatgräben für junge Lauchpflanzen zu ziehen. Ein Kartoffelpflanzer ist hilfreich, um Knollen zu setzen, ohne sich zu stark bücken zu müssen.
- Spaten und Grabegabel dienen dazu, Lauch, Kartoffeln, Möhren und Rüben aus der Erde zu holen.
- Die Gartenkralle ist hilfreich beim Ausgraben von Kartoffeln.

Sämaschine, Setzholz und … Zeit für die Ernte neuer Kartoffeln mit einer Grabegabel
→ Lesen Sie auch unseren Ratgeber: 8 unverzichtbare Gartengeräte für das Gemüsebeet.
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Aussaat und Kulturen vor Kälte schützen
Die Aussaat oder Pflanzung von Frühgemüse erfolgt im Spätwinter im Freiland. Warten Sie mit der Aussaat, bis die Temperaturen auf etwa 7 °C gestiegen sind.
In jedem Fall müssen diese frühen Kulturen vor Kälte geschützt werden. Damit Frost Ihre frühe Aussaat nicht zunichtemacht, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
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Wachstums- oder Wintervlies
Das Wachstums- oder Wintervlies ist besonders praktisch und lässt sich am einfachsten einsetzen: Die jungen Aussaaten werden einfach abgedeckt. Große Steine, Sandsäcke oder Holzbretter halten das Vlies an Ort und Stelle … Es wird über einem Kulturtunnel oder direkt auf dem Boden ausgelegt.
Vorteile: Das Vlies schützt vor Wind, mildert die Wirkung von Starkregen und Hagel und erhöht die Temperatur um 3 bis 5 Grad. Der Wärmeschutz hängt von der Stärke des Polypropylens ab: 30 bis 90 g/m². Die schwerste Variante ist Regionen mit sehr kalten Wintern vorbehalten. Es schafft ein günstiges Mikroklima und hält die tagsüber gespeicherte Wärme um Aussaaten und Jungpflanzen, während es Licht durchlässt. Es ist wasser- und luftdurchlässig und sorgt für eine gute Luftzirkulation. Das Vlies kann mehrere Jahre wiederverwendet werden.
Nachteile: Seine Lichtundurchlässigkeit kann problematisch sein und zur Vergeilung führen, da die Keimlinge nach Licht suchen. Es eignet sich für mäßige Kälte, schützt jedoch meist nicht zuverlässig vor Frost, vor allem nicht bei strengem Frost.
Geeignete Kulturen: Es wird besonders für Kulturen mit kurzer Vegetationszeit wie Rettich, Kresse oder Schnittsalat empfohlen, die nicht genug Zeit zum Vergeilen haben.

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Flexible oder feste Minitunnel
Sie bestehen aus Bögen, die mit einer mehr oder weniger starken und transparenten Folie zur Ernteverfrühung aus Polyethylen bedeckt werden. So entstehen kleine Gemüsetunnel, auch „Nantes-Tunnel“ oder „Raupen“ genannt. Feste Minitunnel sind ebenfalls erhältlich und noch widerstandsfähiger gegen Wind und Hagel. Stellen Sie sie an einem südlichen Standort auf, damit sie möglichst viel Sonne erhalten.
Vorteile: Sie sind kostengünstig, schützen wirksamer vor Frost als ein Vlies zur Ernteverfrühung und ermöglichen den Anbau von Gemüse in Reihen und auf großen Flächen. Die Belüftung ist besser, und das Gießen wird durch mögliche Öffnungen an den Seiten oder Enden erleichtert. Sie beschleunigen das Wachstum von Gemüsepflanzen, indem sie kein Mikroklima, sondern einen Treibhauseffekt schaffen. Sie sind eine interessante Alternative zum Frühbeet, da sie leichter auf- und abzubauen sowie zu lagern sind.
Nachteile: Der Wind ist ihr größter Feind! Durch ihr geringes Gewicht sind Minitunnel starken Böen gegenüber anfällig. Mit der Zeit können sich grünliche Ablagerungen auf den Wänden bilden, wodurch sie unansehnlich werden. Bei mildem, sonnigem Wetter müssen sie regelmäßig gelüftet werden.
Geeignete Kulturen: Je nach Höhe lassen sich darin problemlos alle Kulturen anbauen, die in Reihen wachsen, etwa Erdbeere, eine Reihe Erbse ‚Très hâtif d’Annonay‘ und ‚Petit Provençal‘, Frühlingsrübe (‘Rave d’Auvergne hâtif’ und ‘de Milan Rouge ‚Extra Hâtif‘), Frühkarotte (‚Marché de Paris‘), Rettich (‚Fluo F1‘ und ‚Gaudry 2‘ für runde Sorten), frühe Kartoffeln wie ‚Amandine‘ und ‚Belle de Fontenay‘, Salat und kleine weiße Zwiebeln.
Das Frühbeet
Das sogenannte Frühbeet besteht aus einem Holzkasten mit einer Abdeckung aus Glas oder Polycarbonat. Diese reflektiert die Sonnenstrahlung und speichert dadurch Wärme. Es hält frühe Aussaaten warm, da sich die Erde darin schnell erwärmt.
Vorteile: Es ist die beste Möglichkeit, Frühgemüse bis zu einem gewissen Grad wirksam vor Kälte zu schützen und frisch pikierten Keimlingen gute Bedingungen zu bieten. Hier werden frühe Aussaaten vorgenommen, warm weiterkultiviert und nach dem endgültigen Einzug des Frühlings ins Gemüsebeet gepflanzt. Auch ein traditionelles Mistbeet lässt sich darin problemlos anlegen. Dabei wird unter dem Frühbeet auf großer Fläche eine Schicht Mist zum Aussäen verwendet.
Nachteile: Die größten Nachteile sind vermutlich der Platzbedarf und das wenig ansprechende Aussehen. Das Frühbeet muss an einem geschützten, gut besonnten Standort aufgestellt werden. Vorsicht vor Überhitzung! Sobald es die Außentemperaturen erlauben, muss es gut gelüftet oder vollständig geöffnet werden. Regelmäßiges Lüften ist wichtig, um Kondenswasser zu entfernen und das Krankheitsrisiko zu senken.
Geeignete Kulturen: Darin werden die ersten Radieschen oder Salate angebaut.

Anzuchtglocken
Glocken aus Kunststoff (früher aus Glas) eignen sich gut zum Schutz junger Pflanzen, jedoch weniger für Aussaaten. Sie werden zum Pflanzen eines zuvor in einer Anzuchtschale ausgesäten Keimlings verwendet.
Vorteile: Sie halten junge Gemüsepflanzen warm und fördern ihr Wachstum. Sie schützen vor Witterung, Kälte und sogar Sonne sowie vor Nacktschnecken, Schnecken und Vögeln! Einige Modelle verfügen über Lüftungsöffnungen, die für eine bessere Luftzirkulation sorgen. Sie sind schnell aufgestellt und äußerst praktisch.
Nachteile: Sie sind etwas teuer und schützen jeweils nur einen einzigen Keimling.
Geeignete Kulturen: Sie werden vor allem für Salat nach dem Pflanzen ins Beet verwendet.

Alte Anzuchtglocken aus Glas für Salat
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