Klatsch-Mohn und Staudenmohn erfolgreich anbauen

Klatsch-Mohn und Staudenmohn erfolgreich anbauen

Schöne Mohnblumen: unsere Tipps

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 19. Januar 2026  durch Gwenaëlle 6 min.

Mohn bezaubert mit zarten Blüten und dekorativen Samenkapseln. Tipps für Aussaat und Pflanzung einjähriger und winterharter Arten – für üppige Blüte ab der ersten Saison.

Schwierigkeit

Die goldene Regel für alle Mohnarten: gut vorbereiteter, drainierter Boden

Ob einjährig oder mehrjährig: Mohn stellt besondere Ansprüche an die Bodenqualität. Die robusten Pflanzen brauchen überraschend gut vorbereiteten Boden. Das liegt vor allem an ihrem sehr fleischigen Wurzelsystem, das senkrecht tief in den Boden wächst: Mohn gehört zu den Pflanzen, die sich kaum verpflanzen lassen und nicht gerne umgesetzt werden.

Alle Mohn-Arten bevorzugen besonders lehmigen Boden. Wenn Sie Mohn im Garten üppig wachsen sehen möchten, ist der Standort eines der ersten Erfolgsgeheimnisse: Die Pflanzen brauchen Sonne (mindestens 6 Stunden täglich). Das zweite Geheimnis ist, den Boden gründlich zu lockern. Mohn braucht einen tiefgründigen, lockeren, zugleich leichten und humusreichen, vor allem aber drainierenden Boden. Dafür müssen Sie den Boden mindestens 20 cm tief bearbeiten und lockern. Mischen Sie außerdem Kompost oder gut verrotteten Mist und/oder etwas Kies ein, damit überschüssiges Wasser gut ablaufen kann.

Als letzten Vorbereitungsschritt verbessern Sie Ihren Boden, wenn er nicht nährstoffreich genug ist und Sie Orientalischen Mohn säen oder pflanzen. Einjähriger Mohn und Goldmohn bevorzugen dagegen nährstoffarme Böden.

Der pH-Wert des Bodens spielt keine Rolle, denn Mohn kommt mit allen Werten zurecht. Orientalischer Mohn bevorzugt jedoch deutlich kalkhaltigen Boden.

→ Mein Tipp: Pflanzen Sie drei bis fünf Exemplare, da die Pflanzen mit den Jahren dichter werden und nur etwa zwei Wochen blühen. Kombinieren Sie sie außerdem mit anderen Stauden oder Zwiebelpflanzen, die später die kahle Stelle füllen. Mohn verliert nach der Blüte sein gesamtes Laub und geht den ganzen Sommer über in Dormanz, wodurch die Fläche kahl bleibt.

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Aussaat von Mohn

Es ist entgegen aller Erwartungen nicht die einfachste Blumenaussaat.
Einjährige Mohnarten sät man je nach Region zwischen März und Juni oder im Herbst, ebenso mehrjährige Mohnarten. Dafür lässt man am Ende des Sommers einige Kapseln ausreifen, um die kostbaren Samen zu gewinnen.

Zu den einjährigen Mohnarten gehört eine große Vielfalt an Arten, darunter der sehr beliebte Kalifornische Kappenmohn (Eschscholzia californica), der niedrig wächst und meist orange blüht, aber auch zahlreiche Varianten des Klatsch-Mohns (Papaver rhoeas) sowie rosafarbene, zartere Sorten des Schlafmohns (Papaver somniferum), darunter auch einige gefüllt blühende Sorten.

  • Der Aussaattermin für Orientalischen Mohn, Schlafmohn, Kalifornischen Kappenmohn und Isländischen Mohn (P. nudicaule): Je nach Region ist die Aussaat von Mitte März bis Ende April oder vor allem im September in milden Lagen optimal. Ob im Frühjahr oder Herbst: Warten Sie, bis der Boden sich zumindest leicht erwärmt hat oder warm bleibt. Mohn braucht zur Keimung im Gegensatz zu anderen Samen etwas Kälte. Deshalb ist eine Herbstaussaat oft erfolgreicher, da die Pflanzen mehr Zeit haben, kräftige Wurzeln zu bilden. Eine zu späte Aussaat im Frühjahr führt oft zu schwachen Jungpflanzen. Die Aussaat im Frühherbst bei kühlen Temperaturen fördert einen kräftigeren Wuchs mit stabileren Stängeln (stets in voller Sonne) – das gilt für alle Mohnarten!
  • Direktsaat: Sie ist empfehlenswert, wenn große Mengen Samen zur Verfügung stehen. Mohn verträgt das Umpflanzen bekanntermaßen schlecht, selbst als Keimling. Um das Pikieren zu vermeiden, säen Sie direkt ins Freiland – bei einjährigen Arten in eher mageren, bei mehrjährigen in nährstoffreicheren Boden. Für die Aussaat in Topf oder Anzuchtschale verwenden Sie biologisch abbaubare Anzuchttöpfe und stellen sie an einen hellen, aber vor direkter Sonne geschützten Platz. Feuchten Sie die Fläche zunächst leicht an.
  • Säen Sie sehr flach: Die sehr feinen Mohnsamen benötigen zum Keimen Licht. Werden sie zu tief bedeckt, keimen sie nicht. Bedecken Sie sie nur hauchdünn mit Erde oder gesiebter Blumenerde (höchstens 2 mm) und drücken Sie sie mit der Hand ganz leicht an.
  • Gießen Sie die Aussaat leicht an und warten Sie anschließend, bis die Erde an der Oberfläche wieder trocken ist, bevor Sie erneut gießen. Der Boden darf keinesfalls durchnässt sein. Bei ausbleibendem Regen sollten Sie mindestens bis zum Auflaufen der Keimlinge gießen.
  • Die Keimung dauert bei 15 °C zwei bis drei Wochen.
  • Decken Sie Freilandaussaaten ruhig mit einer Glas- oder Kunststoffhaube ab, damit die Samen nicht von Vögeln gestört werden. Lüften Sie am Nachmittag und legen Sie die Haube abends wieder auf. Wenn Sie in einer Anzuchtschale gesät haben, härten Sie die Jungpflanzen vor dem Auspflanzen ins Freiland etwas ab.
  • Sobald die Keimlinge auflaufen und zwei Blattpaare gebildet haben, vereinzeln Sie sie, sodass nur ein Mohn alle 20 cm stehen bleibt und die Pflanzen nicht miteinander konkurrieren. Bei einer Aussaat in der Anzuchtschale verpflanzen Sie die Keimlinge, sobald sie echte Blätter gebildet haben.

→ Mein Tipp: Säen Sie zeitlich versetzt aus, damit Sie mehrere Wochen lang Freude an der Blüte haben!

Mohn richtig aussäen – so geht's

Pflanzung mehrjähriger Mohnblumen

Mohn pflanzen: Herbst oder Frühjahr, durchlässiger Boden, Kompost, 40–50 cm Abstand, Wurzelballen wässern, angießen und mulchen.

Wissenswertes über Mohn ...

  • Mehrjährige Mohnarten brauchen oft zwei Jahre, um ihr tiefes Wurzelsystem gut zu entwickeln. Haben Sie also Geduld, Geduld … Zumal mehrjähriger Mohn danach sehr langlebig ist.
  • Wenn sie sich wohlfühlen, verbreiten sich einjährige und mehrjährige Mohnarten natürlich durch Selbstaussaat: Sobald sie gut eingewachsen sind, sollten Sie einen Großteil der Samenkapseln entfernen, sonst droht eine Invasion! (Die Samen der einjährigen Arten überstehen die kalten Wintertemperaturen.)
  • Diese Pflanzen benötigen nur wenig Pflege (außer einem Rückschnitt des Blütenstiels bis zum Boden), keine Düngung (wenn sie fachgerecht gepflanzt wurden) und keinen Winterschutz, da sie sehr winterhart sind.
  • Wenn Sie verblühte Blüten gleich nach der Blüte entfernen, können Orientalische Mohnarten im September erneut blühen, sofern der Spätsommer mild ist.
  • Einjährige Mohnarten und Goldmohn blühen in magerem Boden üppiger.
  • In Regionen des Südens mit sehr heißen Sommern sollten Sie Orientalischen Mohn nicht pflanzen. Er gedeiht am besten in gemäßigtem bis kühlem Klima – daher sein Erfolg in England.
  • Hier geht es ausschließlich um die Pflanzung im Freiland, wo alle Mohnarten, insbesondere mehrjährige, deutlich besser gedeihen. Für die Pflanzung im Topf kommt eigentlich nur Isländischer Mohn infrage.
  • Manche Mohnarten sind schwierig zu kultivieren, etwa Scheinmohn, der andere Ansprüche hat: einen halbschattigen Standort, einen sehr frischen bis feuchten, zugleich gut drainierten Boden (mehr dazu im Beitrag Wie gelingt der Anbau von Scheinmohn?). Isländischer Mohn ist eine kleinwüchsige Staude mit warmen Farbtönen, die sich jedoch oft wie eine ein- oder zweijährige Pflanze verhält und nach der Blüte verschwindet. Um dies zu verhindern, pflanzen Sie ihn in trockenen, sehr gut drainierten, mageren und steinigen Boden – genau das braucht er.

Vergessen Sie nicht, Orientalischen Mohn oder Schlafmohn zu mulchen.

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Mohn 'Red Peony'