Klimawandel: Krankheiten und Schädlinge im Gemüsebeet

Klimawandel: Krankheiten und Schädlinge im Gemüsebeet

Welche Folgen hat das für den Garten?

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 11. Januar 2026  durch Pascale 6 min.

Klimawandel im Garten: Wie verändern sich Aussaat, Pflanzung, Krankheiten und Parasiten? Natürliche Lösungen für einen ertragreichen Nutzgarten.

Schwierigkeit

Klimawandel: Folgen für den Gemüsegarten?

Der Klimawandel belastet Pflanzen, Böden und Insekten: Hitze, Dürre und milde Winter machen Gärten anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Adapten Sie sich.

Krankheiten im Gemüsegarten durch Klimawandel verschärft

Unbestreitbar bedrohen diese klimatischen Veränderungen die Gesundheit der Pflanzen unmittelbar. Frühe Frühlinge nach milden Wintern können die Entwicklung von Krankheiten begünstigen. Denn mit steigenden Temperaturen werden Viren und Pilze früher aktiv und befallen entsprechend früher noch empfindliche Pflanzen. Außerdem kann die Winterkälte die Entwicklung bestimmter Krankheiten mitunter begrenzen. Bei weniger starkem Frost überleben Krankheitserreger leichter.

Zudem bilden steigende Temperaturen und zunehmende Feuchtigkeit ideale Bedingungen für die Entwicklung von Pilzkrankheiten wie Falschem Mehltau, Mehltau und Rost … Diese Krankheiten werden sich daher vermutlich weiter ausbreiten, verstärken und im Frühjahr immer früher auftreten.

Gemüsegarten und Klimawandel

Frühe Wärme in Verbindung mit Feuchtigkeit erhöht das Risiko für Falschen Mehltau, Mehltau und Rost …

Schließlich kann die Erwärmung dazu führen, dass sich die Infektionsgebiete bestimmter Krankheiten verlagern. Krankheiten können sich so von Jahr zu Jahr dauerhaft etablieren …

Schadinsekten, die vom Klimawandel profitieren

Schadinsekten … gehören zweifellos zu den größten Profiteuren des Klimawandels. Warum? Mehrere Faktoren begünstigen ihre Vermehrung sowohl auf landwirtschaftlichen Kulturen als auch im Gemüsegarten. Zunächst sorgen milde Winter dafür, dass überwinternde Insekten im Larven- oder Erwachsenenstadium beziehungsweise als Eier nicht absterben.

Außerdem fördern immer mildere Temperaturen das Wachstum dieser Insekten, aber auch ihren Appetit und ihre Fortpflanzungsfähigkeit. Die Folgen dieser Gefräßigkeit sind an den Pflanzen über einen längeren Zeitraum deutlich sichtbar. Viele dieser Insekten könnten dank der verlängerten Wärmeperiode pro Saison mehr Generationen hervorbringen. Das gilt zum Beispiel für den Apfelwickler, ein Schadinsekt, das Obstbäume und insbesondere Kultur-Äpfel befällt. Auch Blattläuse vermehren sich von Jahr zu Jahr gefährlich stark, da ihre Fruchtbarkeit direkt von den Temperaturen abhängt. Gleichzeitig werden die natürlichen Feinde dieser Schadinsekten vom Klimawandel möglicherweise nicht ebenso positiv beeinflusst.

Schließlich verändern sich durch den Klimawandel die Verbreitungsgebiete einiger dieser Insekten. Manche Schädlinge, die bisher auf den Süden Frankreichs beschränkt waren, breiten sich zunehmend nach Norden aus und passen sich dort leicht an. Um dies zu veranschaulichen, möchte ich zwei konkrete Beispiele nennen. In diesem Sommer musste sich mein kleiner Gemüsegarten (und damit auch ich als Gärtnerin!) gegen zwei Wellen mir unbekannter Schadinsekten zur Wehr setzen. Hinzu kam die Rückkehr der Kartoffelkäfer, die seit vielen Jahren in Vergessenheit geraten waren! Zur Einordnung: Ich lebe und gärtnere im schönen Département Loire, in der Nähe von Saint-Étienne, auf 650 m Höhe. In diesem Sommer wurden meine Tomaten von einem Eulenfalter befallen, genauer gesagt von Helicoverpa armigera, einem ursprünglich tropischen Schmetterling, der bisher hauptsächlich im Süden Frankreichs vorkam. Die milden Temperaturen der vergangenen Jahre ermöglichten es ihm, sich in unserer Region unbemerkt anzusiedeln, wo die Winter immer weniger kalt und die Sommer immer heißer werden. Auch mein Kohl bekam Besuch von hübsch gefärbten Wanzen (Eurydema ornata), die den berühmten Feuerwanzen recht ähnlich sehen und ebenfalls vor allem im Süden Frankreichs vorkommen. Dasselbe gilt für Zikaden, Prozessionsspinnerraupen, Weiße Fliegen … und viele andere Insekten.

Gemüsegarten und Klimawandel

Durch den Klimawandel breiten sich manche Schadinsekten, wie der Baumwollkapselwurm, allmählich in Richtung Norden des Landes aus

Der Klimawandel begünstigt auch die Ansiedlung schädlicher Insekten, die (zufällig) aus fernen Regionen eingeschleppt werden und dort günstige Bedingungen vorfinden, um ihren Aufenthalt zu verlängern …

Gemüsegarten an den Klimawandel anpassen

Angesichts des Klimawandels kann jeder Gärtner in seinem Rahmen etwas beitragen, auch wenn dieser noch so klein ist! Wer weiterhin die Früchte (und das Gemüse) seiner Arbeit im Gemüsegarten genießen möchte, muss seine Anbaumethoden grundlegend ändern: mit schonenderen Maßnahmen sowie natürlichen, vorbeugenden Strategien gegen Schädlinge. Dafür gibt es viele Möglichkeiten:

  • Wasser anders nutzen und Ressourcen schonen. Regenwasser sollte in niederschlagsreichen Zeiten gesammelt werden, um es bei Trockenheit zu verwenden. Auch andere, sparsamere Bewässerungssysteme wie Tropfbewässerung oder Ollas können zum Einsatz kommen. Gärtner sollten außerdem lernen, anders zu gießen: sparsamer, gezielt, zur passenden Tageszeit und in angemessener Menge. Alle unsere Tipps für nachhaltiges Gießen
  • Die Mikroklimazonen des Gartens nutzen: Ein Gemüsegarten besteht immer aus Bereichen, die unterschiedlich stark von Sonne, Temperatur, Wind, Luftzügen und Wasser beeinflusst werden. Nutzen Sie einfach die Vorteile jeder Zone, indem Sie beispielsweise hitzeverträgliche Pflanzen in trockene Bereiche und Salat in schattige Zonen setzen.
  • Gemüsearten und -sorten an das Klima anpassen. Bei Salat, Spinat, Rettich und anderen Gemüsearten können Sorten gewählt werden, die weniger hitze- und damit schossanfällig sind. Früh reifende Sorten werden schneller erntereif. So verträgt Spinat ‘Viroflay’ Hitze deutlich besser als andere Sorten. In sehr heißen Regionen sollten Sie möglicherweise auf hitzeempfindliches Sommergemüse verzichten und stattdessen wassersparende Gemüsearten wie Pastinake oder Schwarzwurzel anbauen.
  • Aussaat- und Pflanzzeiten verschieben. Durch immer frühere Frühlinge können Aussaaten und Pflanzungen früher beginnen. Auch wenn im April oder Mai noch Spätfröste drohen, lassen sich Tomaten früher auspflanzen. Umgekehrt können Aussaaten und Pflanzungen im Spätsommer oder Herbst länger fortgesetzt werden, der zunehmend an einen Altweibersommer erinnert. In meinem Garten habe ich Ende August Bohnen gesät und im Oktober geerntet!
  • In warmen Regionen Herbst-, Winter- und Frühlingsgemüse bevorzugen. Rote Bete, Erbse, Möhre, Grüner Mangold, Feldsalat und andere Gemüse wachsen heute in südlichen Gemüsegärten oft besser als klassische Tomaten und Zucchini. Auch Frühlings- und Frühgemüse wie Möhren, Erbsen, Lauch, Salat, Rettich und Dicke Bohnen gedeihen dort zunehmend erfolgreich.
  • Angepasste Anbaumethoden gegen den Klimawandel einsetzen. Dazu zählen Mulchen, um den Boden zu nähren und Feuchtigkeit zu bewahren, der Verzicht auf Bodenbearbeitung, die Beschattung des Gemüsegartens, Pflanzenjauchen und -auszüge gegen Schädlinge und zur Kräftigung der Pflanzen, Mischkultur und Fruchtfolge sowie der Einsatz von Kompost oder Gründüngung.
  • Auf Biodiversität setzen, um das Gleichgewicht im Gemüsegarten zu sichern: indigene Arten wieder ansiedeln und bienenfreundliche Arten pflanzen, um Nützlinge anzulocken, die Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen, aber auch Bestäuber. Nistkästen und Futterstellen sowie Hecken bieten Gartenvögeln Nahrung und Schutz. Schaffen Sie außerdem Verstecke für Insekten und Bestäuber, etwa durch Steinhaufen, Reisig- oder Laubhaufen. Dort finden auch kleine Säugetiere und Reptilien Unterschlupf, die viele Schädlinge fressen. Feuchtgebiete bereichern den Garten zusätzlich.

    Gemüsegarten und Klimawandel

    Es ist dringend nötig, neue Anbaumethoden einzuführen

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