Panicum auswählen
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Weniger verbreitet als Chinaschilf ist die Hirse eine hohe, vollsonnige Ziergrasart, die sich durch ihren aufrechteren Wuchs auszeichnet und dadurch interessante vertikale Effekte im Garten erzeugt. Diese besondere Silhouette macht sie schon vor der Blüte sehr attraktiv. Der Kontrast zum luftigen, zarten Eindruck ihrer im Spätsommer erscheinenden, wolkigen Blütenstände ist bezaubernd.
Daher wird die Hirse zunehmend in naturnahen, aber auch in modernen Beeten eingesetzt, denn auch sie ist bestens gegen den Klimawandel gewappnet.
Es gibt mehr als 400 Hirse-Arten, die aus den weiten amerikanischen Wiesen stammen. Für unsere Gärten wird die Echte Rutenhirse – auch Ruten- oder Schlanke Rutenhirse genannt – verwendet, von der zahlreiche Zierformen erhältlich sind. Alle sind vollkommen winterhart und im ganzen Land, vom Norden bis zum Süden, einsetzbar!
Wie wählt man die passende Hirse-Sorte für Garten oder Terrasse? Wir helfen Ihnen mit wichtigen Kriterien wie Größe, Farbe von Laub und Blütenständen sowie den verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten.

Die Hirse mit ihrer ganz eigenen, attraktiven aufrechten Wuchsform!
Je nach Größe
Alle Ruten-Hirse-Arten sind hohe Gräser, mit denen sich ein Beet ebenso strukturieren lässt wie mit einem kleinen Strauch. Sie werden meist über 1 m hoch, manche Sorten erreichen während der Blüte fast 2 m, während einige Kultivare sehr niedrig bleiben. Wählen Sie die Sorte daher passend zum Standort und zur Größe Ihres Gartens. Auch die Ausbreitung der Gräser variiert.
Hinweis: Die angegebenen Maße beziehen sich immer auf die blühenden Gräser.
- „Riesen“-Hirse: Sie müssen im Hintergrund des Beetes stehen. ‚Cloud Nine‚ ist mit 2,20 m während der Blüte zweifellos die größte Sorte. ‚Thundercloud‘ wird 1,80 bis 2 m hoch und fällt durch sein breites Laub auf. Auch die prächtige ‚Northwind‘ erreicht eine stattliche Höhe von 1,70 m, ebenso wie Panicum ‚Dallas Blues‘; beide haben blaugrünes Laub.

Panicum virgatum Northwind (© Leonora Enking)
- Hohe Hirse (1 bis 1,50 m): Die meisten Ruten-Hirse-Sorten gehören in diese Größenklasse, etwa ‘Heiliger Hain’ (meist 1 m hoch), ‚Prairie Sky‘ (1,20 m) und ‚Warrior‘ (1,20 bis 1,50 m).
- Mittelhohe Hirse (70 bis 80 cm): ‚Squaw‘, ‚Shenandoah‘ (70 cm), ‚Kulsenmoor‘ (80 cm) mit schönen Herbstfarben sowie ‚Cheyenne Sky‘ (80 cm).

Panicum ‚Squaw‘ und ‚Prairie Sky‘
- Kleine Hirse: Einige Sorten eignen sich für die Pflanzung im Topf, etwa ‚Sangria‘, die mit 40 cm in alle Richtungen sehr kompakt bleibt, oder ‚Cape Breeze“ mit 60 cm, die leicht wirkende hellrosa Blüten trägt. (Lesen Sie auch: Wie kultiviert man Panicum im Topf?)

Panicum virgatum ‚Cape Breeze‘
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Hirse: Pflanzen, Pflege, TeilenNach Laubfarbe
Bei Panicum gibt es eine große Vielfalt an Laubfarben, besonders beliebt sind Sorten mit bläulichen Reflexen. Die Blätter sind stets sehr ordentlich und wachsen aufrecht in dichten, mit zunehmendem Alter breiter werdenden Horsten. Das Laub verändert sich im Jahresverlauf: Im Sommer ist es blau oder grün und bleibt auch im Winter sehr dekorativ, selbst wenn es gelbe, helle oder purpurfarbene Töne annimmt.
- die bläulichen Sorten: ‘Heavy Metal’ ist graublau und wegen seiner metallischen Reflexe sehr beliebt; die Blütenstände sind beige-rosa. ’Dallas Blues’ hat eine etwas ausladendere Wuchsform und stahlblaues Laub, ‚Heiliger Hain’ ist stark bläulich und im Herbst bordeauxrot panaschiert, ebenso ‚Kulsenmoor‘. ‚Prairie Sky‘ besitzt sehr feines Laub, ebenso ’Amarum’, ‘Cloud Nine’ und ‚Northwind‘ ;

Panicum ‚Cheyenne Sky‘ und Panicum amarum ‚Dewey Blue‘ (© KM)
- die grünen Sorten: die Art, die Panicum virgatum, mit schönem leuchtend grünem Laub, ‘Rehbraun‘ mit kräftig grünem Laub sowie Panicum virgatum ‘Warrior’ mit breitem grünem Laub
- die purpurfarbenen Sorten: ‚Ruby Ribbons‘, ‘Purple Breeze’, ‚Heiliger Hain’ und ‘Hänse Herms’ (syn. ‘Rotstrahlbusch‘) färben sich im Sommer rot
- die dunkelsten Sorten: ‚Hot Rod‘ färbt sich dunkelbraun, ‚Blue Darkness‘ besitzt gräulich-grünes, fast schwarzes panaschiertes Laub

Panicum virgatum ‚Hänse Herms‘ (© Leonora Enking)
Nach Blütenstandsfarbe
Die Blüte beginnt im Süden des Landes Anfang August, im Norden etwas später, bei warmen Sommern manchmal auch früher. Sie dauert bis in den Winter an und wirkt im Regen oder bei den ersten Frösten anmutig. Die Blüte wird von sehr leichten Ährchen getragen, die in unterschiedlich großen Rispen über den Beeten tanzen. Sie können Panicum nach der Blütenfarbe auswählen, denn diese variiert und ist zu Blühbeginn oft rosa oder rot:
- Blonde und beigefarbene Blütenstände: ‘Cloud Nine’ mit goldenen Ährchen
- Rosa Blütenstände: ‚Squaw‘, ‘Dallas Blues’ in Purpurrosa, ‚Heavy Metal‘, ‚Amarum‘ und die Art Panicum virgatum, ‚Warrior‘ in Dunkelrosa, fast Braun, sowie ‚Heiliger Hain’ in Rosabeige
- Rote bis purpurfarbene Blütenstände: Sie wirken in Beeten besonders eindrucksvoll, erscheinen spät im Jahr und sorgen für eine leuchtende, zugleich warme Färbung. Besonders gut passen sie zu „Hot Borders“: ‚Prairie Sky‘ mit feinen bordeauxroten Ährchen, ‘Dallas Blues’ mit großen purpurfarbenen Blütenständen, ‘Shenandoah’, ‘Purple Tears’ und andere
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9 Gräser für trockenen BodenJe nach Herbstfärbung
Wie viele Gräser färben Panicum ihr Blattwerk oder ihre Blütenstände im Herbst in prachtvolle Töne. Das Blattwerk verfärbt sich vor allem an den Spitzen, oft in Rot- und Karmesintönen, was mitunter einen zweifarbigen Effekt erzeugt. Bei manchen Panicum-Sorten gehen die Farben in Strohgelb über, bei anderen in Violetttöne. Diese Sorten sind ideal, wenn der herbstliche Effekt im Vordergrund steht. Besonders interessant sind:
- ‘Cloud Nine’ mit blaugrünem, strohgelb verfärbendem Blattwerk
- ‘Northwind’, dessen blaugrünes Blattwerk sich im Herbst gelb färbt
- Panicum virgatum ‚Rehbraun‘: mit orangeroten Blattspitzen
- ‚Heiliger Hain’, dessen blaugrünes Blattwerk sich im Herbst bordeauxrot färbt
- ‘Purple Breeze’ mit teilweise purpurgrünem Blattwerk für einen schönen Kontrast
- ‘Kulsenmoor’ färbt den oberen Blattbereich den ganzen Herbst über leuchtend blutrot
- ‚Shenandoah‘, dessen Blätter sich an den Spitzen orangerot färben, während die Basis blaugrün bleibt
- ‘Hänse Herms’ färbt sich im Herbst feuerrot und erinnert an das bescheidenere Imperata cynlindrica
- ‚Squaw‘ trägt ein fuchsrotes Kleid mit braunroten Spitzen, die im Licht der Abendsonne noch röter wirken.
- ‚Cheyenne Sky‘ färbt sich bereits früh in der Saison und zeigt ab Juli eine weinrote Färbung

Panicum virgatum ‚Shenandoah‘ im Frühherbst
Je nach Feinheit der Blütenstände
Die Blüte von Panicum setzt zwischen August und Oktober ein. Sie gehört zu den feinsten unter den Gräsern. Der etwas steife Wuchs der Panicums wird durch den zarten Blütennebel der eleganten Ährchen verwandelt.
Wegen der Leichtigkeit und Feinheit ihrer Blütenstände empfehlen wir besonders: ‚Shenandoah‘, ‘Purple Tears’ von Piet Oudolf mit großen Blütenständen, ‘Squaw’, das mit einer schönen, zwischen Rosa und Weinrot liegenden Farbe einen verschwommenen, sehr luftigen Effekt erzeugt, sowie ‚Heavy Metal‘

Tau und Frost bringen die feinsten Blütenstände besonders schön zur Geltung
Je nach Wuchsform
Für ihre aufrechte Wuchsform bekannt und geschätzt, wächst die Hirse in straffen Horsten. Einige Hirse-Sorten haben jedoch eine etwas lockerere, leicht ausladende Wuchsform, wie ‘Dallas Blues’. Diese weniger aufrechte, lockere Wuchsform liegt auch am oft feuchteren Boden.
Zu den besonders aufrechten, fast säulenförmigen und daher sehr dekorativen Hirse-Sorten zählen: ‚Heliger Hain’, ‚Warrior‘, ‚Purple Haze‘, ‘Prairie Wind’, ‚Shenandoah’, ‘Northwind’ und ’Heavy Metal’. Sie bleiben schmal und kerzengerade.
Für diese weniger lockeren und daher schmaleren Sorten sollten Sie etwas mehr Pflanzen pro m² einplanen.

Hirse ‚Northwind‘ und rechts der Kultivar ‚Heiliger Hain‘
Je nach Verwendung
Sie bringen die nötige Vertikalität in Beete und werden meist vor allem in großen Beeten, aber auch in naturnahen Wiesenbereichen und Gräsergärten verwendet. Sie gehören zu den anpassungsfähigsten Gräsern:
- Besonders schön wirken sie im Wintergarten oder in winterlichen Gärten, wo die Winterwirkung und Farbe der Pflanzen im Vordergrund stehen: Wählen Sie die höheren, strukturgebenden Sorten;
- In Mixed Borders fühlen sie sich selbstverständlich ebenfalls sehr wohl. Im Herbst laufen sie gemeinsam mit hohen Astern, Sonnenhut, Fetthenne und farbenprächtigen Sträuchern wie Perückensträuchern zu großer Form auf: Je nach Platz im Beet eignen sich alle Sorten von Panicum virgatum;
- Auch in Küstengärten sind Panicum wunderschön und erweisen sich dort als perfekte, pflegeleichte Gräser, die Seeluft und sandige Böden vertragen. Auch für Trockengärten, Kiesgärten und Gärten ohne Bewässerung sind sie geeignet;
- Der moderne Garten schätzt Panicum wegen seines strengen, aufrechten Wuchses. Zusammen mit einer hohen Staude wie dem Arzneiehrenpreis bildet es ein schlichtes, wirkungsvolles Duo: Wählen Sie Sorten mit besonders schmaler Wuchsform;
- Panicum eignet sich auch für eine Gräserhecke oder zur Begrenzung eines Weges. Wie manche andere Gräser dient es als Windschutz: Hohe oder mittelgroße Panicum-Sorten sind dafür besonders wirksam;
- Ihr tiefes Wurzelsystem ist beim Pflanzen an Böschungen äußerst effektiv und stabilisiert dabei den Boden;
- Schließlich lässt sich Panicum problemlos in einen Topf auf einer sonnigen Terrasse pflanzen oder in einen Stadtgarten. Im Topf sollten Sie die Pflanze teilen und umtopfen, sobald sie sich zu stark ausbreitet: Bevorzugen Sie kleinere Panicum-Sorten.
→ Entdecken Sie gemeinsam mit Alexandra den Federngarten!

In der Mitte oder im hinteren Bereich des Beetes gepflanzt, bringen Panicum Volumen, Vertikalität und Leichtigkeit zugleich
Je nach Boden
Panicum gedeiht in armen bis frischen, drainierenden Böden. Je trockener, desto farbiger im Herbst; kalkhaltiger Boden ist günstig.
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