Der Brandschopf, diese ungewöhnliche Sommerpflanze mit ihren leuchtenden Farben, bildet flammenförmige Blütenstände, die beinahe unwirklich wirken. Mit ihren originellen fedrigen oder gekräuselten Blüten erinnert diese Pflanze fast an vergangene Zeiten. Ihre kräftigen Farben beleben häufig Balkonkästen und Beete. Der ausgefallene Celosia wird wegen seiner Besonderheit in der Floristik verwendet und ist zudem essbar. Diese bei uns weniger verbreitete kulinarische Tradition könnte der Pflanze bei allen, die sich für pflanzliche Küche interessieren, zu neuer Aufmerksamkeit verhelfen. Sie ist es wert, entdeckt zu werden.

Der Brandschopf, eine ausgefallene exotische Pflanze
Der Brandschopf, botanisch Celosia, gehört zur Familie der Amaranthaceae. Sein Name leitet sich vom griechischen Wort „kêleos“ ab, das „brennend“ bedeutet. Damit nimmt er Bezug auf seine leuchtenden Farben. Die ursprünglich aus tropischen Regionen Afrikas, Südostasiens und Mittelamerikas stammende Pflanze wächst dort als Staude. Inzwischen ist sie in allen warmen Regionen der Erde eingebürgert. Bei uns wird sie als einjährige Pflanze kultiviert, außer in Zone 10, also im mediterranen Küstenstreifen. Häufig schmückt sie dort die Ränder von Beeten mit ihren warmen Farben. Die aufrechten oder überhängenden Blütenstände erscheinen in sehr leuchtenden Farbtönen. Sie reichen von Gelb und Orange über Fuchsienrosa bis hin zu Karmesinrot. Der Brandschopf blüht lange, den ganzen Sommer hindurch bis zum ersten Frost. Weltweit gibt es etwa 60 Arten. Am weitesten verbreitet ist Celosia argentea, der Silber-Brandschopf, mit zahlreichen Sorten wie Celosia argentea 'Cristata' sowie Celosia argentea 'Spicata' oder 'Plumosa'. Einige rosafarbene Sorten erinnern an Astilbe, brauchen aber Sonne!
In den Tropen kann der Brandschopf bis zu 2 m hoch werden. Der Silber-Brandschopf (Celosia argentea) bleibt auf der Nordhalbkugel jedoch deutlich kleiner. Die höchsten Sorten erreichen dort eine Höhe von 20 bis 60 cm.
Die auffälligen Blüten ziehen mit ihren kräftigen Farben sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Überraschend ist jedoch vor allem ihre extravagante, fedrige oder samtig-gewellte Struktur. Daher trägt die Pflanze auch die weit verbreiteten Namen Fuchsschwanz und Hahnenkamm. Eine echte Kuschel-Pflanze!
Für ein gutes Wachstum braucht der Brandschopf einen gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Er kommt jedoch auch mit gewöhnlicher Gartenerde zurecht. Wählen Sie einen sonnigen Standort und gießen Sie regelmäßig. Der Boden sollte frisch bleiben. Eine dicke Mulchschicht ist daher im Hochsommer besonders wichtig.

Der Brandschopf als Gemüsepflanze
Weniger bekannt ist, dass diese Pflanze in den Tropen seit Langem wegen ihrer Blätter kultiviert wird. Die Blätter sind essbar. In Afrika, vor allem im Senegal, in Nigeria und Kamerun, aber auch in Indien und China, gehört Celosia argentea var. argentea zum verbreiteten Blattgemüse. Damit wird sie ähnlich verwendet wie Grüner Mangold, Spinat oder Sauerampfer bei uns. Im Englischen ist sie auch als Lagos-Spinat (Lagos spinach) bekannt. Der Name bezieht sich auf die nigerianische Stadt Lagos, wo die Pflanze sehr beliebt ist.
Der Silber-Brandschopf gehört zur selben Familie wie der Fuchsschwanz. Auch dessen Blätter können gegessen werden. Die Blätter des Fuchsschwanzes schmecken allerdings etwas bitterer.
Für die Küche verwendet man vor allem die jungen Triebe. Ernten Sie die Blätter vor der Blütenbildung. Dann schmecken sie besser und sind zarter, als wenn der Brandschopf bereits voller Blüten steht. Der Geschmack variiert je nach Art. Er reicht von mild bis leicht würzig. Der Silber-Brandschopf schmeckt weniger herb und erdig als Spinat.
Die Blätter des Silber-Brandschopfs sind reich an Kalzium und Eisen. Sie enthalten fast zehnmal mehr Eisen als herkömmlicher Spinat sowie die Vitamine A und C. Achten Sie jedoch darauf, Ihre Pflanze eindeutig zu bestimmen. Verwenden Sie zum Verzehr ausschließlich Celosia argentea.

Brandschopf zubereiten
Verwenden Sie vor allem die zarten Blätter zum Kochen. Garen Sie sie und geben Sie sie in verschiedene Gerichte.
Sie können die Blätter wie Spinat zubereiten. In der Regel werden sie wie zusammengefallener Spinat in der Pfanne mit Butter gegart. Blanchieren Sie die Blätter jedoch immer vorher, um die enthaltene Oxalsäure zu entfernen.
Sie können die Blätter des Brandschopfs mit anderem Gemüse und Gewürzen anbraten. Geben Sie sie beispielsweise in indische Gemüse-Dals, zusammen mit Linsen oder Kichererbsen.
Probieren Sie auch, die klein geschnittenen Blätter in grünen Suppen zu verwenden. Sie können sie außerdem gegen Ende der Backzeit auf eine Pizza geben, als Würzkraut in Tacos verwenden oder einfach fein geschnitten in einen Kartoffelsalat mischen.
Der Silber-Brandschopf (Celosia argentea var. argentea) bildet sehr kleine Samen. Sie werden wie Getreide oder Pseudogetreide verwendet, ähnlich wie Amarantensamen. Vor allem in Indien werden sie gekocht oder zu Mehl vermahlen. Dieses Mehl ist für seinen hohen Nährwert bekannt.

Der Brandschopf: gesund und wertvoll
Neben seiner Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen ist der Brandschopf für seine stopfenden und blutstillenden Eigenschaften bekannt. Außerdem besitzt er antioxidative Eigenschaften. In der ayurvedischen Medizin wird er gegen Kopfschmerzen, Durchfall und Hautausschläge eingesetzt.
Weitere Informationen finden Sie in der 2018 im Research Journal of Pharmacology and Pharmacodynamics veröffentlichten Studie.
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