Kopfsalat: säen, pflegen, ernten
Inhaltsverzeichnis
Kopfsalat kurz erklärt
- Salat ist eine einjährige krautige Pflanze. Seinen Namen verdankt er dem dickflüssigen Saft, der beim Anschneiden aus dem Stängel austritt.
- Es gibt verschiedene Salatarten: Kopfsalat, Schnittsalat, Batavia-, Romana- und Pflücksalat.
- Je nach Art sind die Blätter mehr oder weniger zart, knackig, dick, gewellt, kraus oder blasig sowie grün oder rot.
- Diese Gemüsepflanze lässt sich sehr leicht säen und pflegen.
- Salat wird je nach Region von Februar bis September gesät und von April bis Oktober geerntet.
Das Wort unserer Expertin
Der Kopfsalat … Ein scheinbar gewöhnlicher Salat, der jedoch einige schöne Überraschungen bereithält, wenn man sich näher mit ihm befasst. Vor allem sollte man über den simplen Begriff „Kopfsalat“ hinausblicken: Diese Salatart füllt die Supermarktregale, sieht oft ansprechend aus, hat aber kaum echten Geschmack.
Denn hinter dem Sammelbegriff Kopfsalat (Lactuca sativa) verbergen sich tatsächlich verschiedene Salattypen mit vielfältigen Eigenschaften und ausgeprägtem Charakter. Schließlich gibt es nicht nur einen kultivierten Kopfsalat, sondern mehrere! Am bekanntesten ist der klassische Kopfsalat mit zarten, ineinanderliegenden Blättern, die einen schönen Kopf bilden und von einem Kranz aus größeren Blättern umgeben sind.
Doch auch Batavia gehört dazu: ein Kopfsalat mit gewellten, zugleich zarten und knackigen Blättern. Oder der Römersalat, oval wie ein Rugbyball, dessen Blätter besonders knackig sind. Nicht zu vergessen der Schnittsalat, darunter der unverzichtbare ‘Feuille de chêne’, der keinen Kopf bildet, sondern zarte Blätter hervorbringt, die nach Bedarf geerntet werden. Der Butterkopfsalat ist schließlich einer der wenigen Kopfsalate, die sommerlicher Hitze standhalten.
Reich an Spurenelementen, Vitaminen und Mineralstoffen und kalorienarm, gehört Kopfsalat zu den leicht zu kultivierenden Blattgemüsen. Er ist in jedem Gemüsegarten und auf jedem Tisch (fast) das ganze Jahr über unverzichtbar. Da Kopfsalat praktisch überall und in nahezu jedem Boden wächst und nur wenig Pflege benötigt, verdient er einen festen Platz im Gemüsegarten. Wer Aussaat und Pikieren zeitlich staffelt, kann seine Blätter vom Frühjahr bis zum Herbst roh oder gekocht genießen.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Gartensalat
- Blüte Juni bis September
- Höhe bis 20 cm
- Exposition Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens alle
- Winterhärte bis -10 °C
Der Gartensalat (Lactuca sativa) ist eine essbare Gemüsejungpflanze, die als einjährige Pflanze kultiviert wird und zur sehr großen, weltweit verbreiteten Familie der Korbblütler gehört. Er ist somit ein entfernter Verwandter von Margerite, Chrysantheme und Sonnenblume!

Botanische Tafel
Seine genaue Herkunft lässt sich nur schwer bestimmen. Sicher ist jedoch, dass er von einer Wildform abstammt, die in Westasien und im Nahen Osten, vermutlich in den Bergen Kurdistans, natürlich vorkam. Fest steht, dass er bereits seit der Antike verzehrt wird! Römer und Griechen genossen ihn als „Aperitif“, um die Magenwände auszukleiden, bevor sie ihre üppigen Mahlzeiten verschlangen. Sie schätzten den bitteren Geschmack seiner Blätter sowie deren beruhigende und lusthemmende Wirkung. Römische Landwirte züchteten durch die Kreuzung verschiedener Arten schließlich eine stängellose Pflanze mit großen essbaren Blättern. So entstand der Römersalat.
Auch im Mittelalter wurde er weiterhin verzehrt, denn Lactuca sativa wird im Capitulare de Villis Karls des Großen erwähnt. Seine narkotischen Eigenschaften waren inzwischen verschwunden. Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert gelangte der Salat, hauptsächlich als Kopfsalat, auf die Tische. Dieser Aufschwung war der Treibkultur zu verdanken, durch die sich der Anbauzeitraum verlängern ließ. Im 19. Jahrhundert wurde der Salat mit der Ausweitung großer Gemüseanbaugebiete zu einem der am häufigsten angebotenen Blattgemüse auf den Märkten. Das ist dank des einfachen Anbaus im Gewächshaus noch heute weitgehend der Fall.
Etymologisch stammt der Begriff „laitue“ vom lateinischen Wort „lacta“, das „Milch“ bedeutet. Tatsächlich enthielten die Stängel der wilden Pflanze, der Vorfahrin unseres Salats, einen milchig-weißen Saft.
Der heute im Handel erhältliche Salat wird in verschiedene Kategorien eingeteilt:
- Butterkopfsalat oder Kopfsalat (Lactuca sativa var. capitata), meist einfach als Salat bezeichnet, mit glatten oder blasigen Blättern, die dicht um das Herz angeordnet sind und grün oder rot gefärbt sein können
- Bataviasalat mit gezähnten, gewellten, manchmal krausen Blättern, die zugleich zart und knackig sind und palmenförmige Blattadern aufweisen
- Römersalat (Lactuca sativa var. longifolia) mit dicken, knackigen Blättern und festen Blattrippen, die einen länglichen, aufrecht wachsenden Kopf bilden
- Schnittsalat (Lactuca sativa var. crispa) mit Blättern, die nach dem Schnitt erneut austreiben. Diese Salate bilden keinen Kopf
- Asiatischer Kopfsalat mit dicken, blasigen Blättern, die einen kleinen Kopf bilden

Man könnte außerdem italienische Salate hinzufügen, die oft rot gefärbt sind und mehr oder weniger knackige Blätter besitzen. Sie werden häufig den Schnittsalaten zugeordnet, da sie keinen Kopf bilden. Der Spargelsalat (Lactuca sativa var. augustana), auch Stängelsalat oder Celtuce genannt, wird in Asien hauptsächlich gekocht verzehrt. Er wird wegen seines verdickten Stängels und seiner Blätter kultiviert, die keinen Kopf bilden.
Salate sind einjährige Gemüsejungpflanzen mit aufrechter Wuchsform, breiten Blättern und kurzem Fuß. Zunächst bilden sie Rosetten aus ungeteilten Blättern. Anschließend folgt die Kopfbildungsphase, durch die sich die verschiedenen Salattypen unterscheiden lassen. Dies ist das Stadium, in dem sie verzehrt werden. Darauf folgt die Fortpflanzungsphase, in der die Samen geerntet werden können.
Die Blätter sind kahl und frei von Stacheln oder kleinen Borsten, weich und oval. Die unteren Blätter sind meist geteilt, während die mittleren und oberen Blätter stärker oval und gezähnt sind und den Stängel an der Basis umfassen.
Da der Salat zur Familie der Korbblütler gehört, blüht er in Form kleiner Blütenkörbchen mit 12 bis 20 gelben Zungenblüten, die bei der Reife geschlossen bleiben. Sie sind in rispenartigen Dolden angeordnet. Von Juni bis September erscheinen diese Blüten an langen, aufrechten Blütenstielen, nachdem der Kopf zu kleinen Büscheln aufgeschossen ist. Das Schossen, das durch die Verlängerung des Stängels und die Blüte gekennzeichnet ist, wird durch Wärme begünstigt. Aus diesen Blüten entstehen graue oder weißliche, flaumige Achänen.
Je nach Sorte werden manche Salate als Frühjahrssalat (Aussaat im Freiland von Juni bis November), Sommersalat (Aussaat im Freiland von Mai bis August) oder Wintersalat (Aussaat im Freiland von August bis November) bezeichnet.
Salate sind empfindlich gegenüber zu niedrigen oder zu hohen Temperaturen. Deshalb werden sie häufig im Frühbeet oder Gewächshaus kultiviert.
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Kopfsalat-Aussaat
Kopfsalat lässt sich leicht aussäen. Kopfsalat ist auch als Jungpflanze im Anzuchttopf oder als Mini-Wurzelballen erhältlich und kann direkt ins Beet gepflanzt werden.
Wann säen?
Je nach Jahreszeit wird Kopfsalat in kälteren Regionen unter Schutz (Frühbeet, Folientunnel oder Kalthaus) oder im Freiland ausgesät.
So werden Frühjahrssalate (‘Gotte jaune d’or’, ‘Reine de mai’, ‘Appia’) ab Februar oder März unter Schutz oder in südlichen Regionen im Freiland gesät, können aber bis Juli ausgesät werden.
Sommersalate (‘Grosse Blonde Paresseuse’, ‘Laitue du bon jardinier’, ‘Kinemontepas’, ‘Merveille des quatre saisons’) werden im Freiland von Ende März bis August ausgesät.
Schließlich werden Herbstsalate (‘Verpia’) und Wintersalate (‘Merveille d’hiver’, ‘Trémont’, ‘Val d’orge’) im August und September im Freiland gesät. Für diese Sorten empfiehlt sich ein Schutz durch Folientunnel oder Wintervlies. Die Ernte erfolgt in den ersten Frühlingstagen des folgenden Jahres.
Butter- und Römersalat sind sehr hitzebeständig. Daher werden sie von März bis Juni gesät. Schließlich wird Schnittsalat von März bis August direkt an Ort und Stelle gesät, muss aber regelmäßig gegossen werden, da er bei großer Hitze schnell schosst.
Zusammengefasst wird Kopfsalat von März bis Ende September gesät, damit über das ganze Jahr verteilt geerntet werden kann. Am besten säen Sie bei abnehmendem Mond.
Wo säen?
Kopfsalat gedeiht in allen Bodenarten, außer in zu sauren oder salzigen Böden. Der Boden sollte reich an organischer Substanz, eher frisch und locker sowie gut gelockert sein, denn Kopfsalat bildet ein flaches Wurzelsystem. Vor der Aussaat empfiehlt es sich daher, Kompost oder gut verrotteten Mist einzuarbeiten.
Kopfsalat braucht Licht und Wärme zum Wachsen, verträgt jedoch keine pralle Sonne. Ein halbschattiger Standort mit guter Helligkeit eignet sich daher gut, besonders in wärmeren Regionen. Nördlich der Loire kann für die Frühjahrsaussaat ein sonniger Platz gewählt werden.
Wie säen?
Im Freiland
- 30 bis 35 cm voneinander entfernte, 0,5 cm tiefe Furchen ziehen
- Dünn säen und die Samen möglichst mit Abstand verteilen
- Mit einer sehr dünnen Erdschicht bedecken, damit die Samen nicht zu tief liegen
- Sehr fein beregnen
Danach muss der Boden feucht gehalten werden. Sobald die Keimlinge 3 bis 4 Blätter haben, wird vereinzelt, sodass nur eine Jungpflanze pro 20 cm stehen bleibt. Schnittsalat wird dagegen nicht vereinzelt.
Unter Schutz
- Kästen, Schalen oder Anzuchttöpfe mit spezieller Aussaaterde füllen
- 0,5 cm tief dünn aussäen
- Mit einer sehr dünnen Schicht Blumenerde bedecken
- Fein beregnen
Sobald die Keimlinge 4 echte Blätter haben, können sie im Abstand von 20 bis 25 cm in Reihen ins Freiland gepflanzt werden. Behalten Sie nur die kräftigsten Pflanzen und achten Sie darauf, den Hals nicht mit Erde zu bedecken.
Mehr erfahren Sie in Solennes Artikel: Kopfsalat unter Schutz anbauen (Gewächshaus, Folientunnel und Frühbeet)
Um die Aussaat zu erleichtern und das Vereinzeln zu vermeiden, können Sie praktische und schnelle Saatbänder ausprobieren.
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Schädlinge und Krankheiten von Kopfsalat
Für Schädlinge ist Kopfsalat ein wahres Festmahl! Je nach Jahreszeit stürzen sich zahlreiche Schädlinge auf die zarten Blätter. Sie sind besonders gefährlich und verursachen erhebliche Schäden. Dazu gehören vor allem Blattläuse, die während der gesamten Kultur auftreten. Diese Blattläuse gehören verschiedenen Arten an und müssen vor der Kopfbildung bekämpft werden. Mit Wasser verdünnte Schmierseife ist recht wirksam, ebenso wie Farnjauche oder Knoblauchjauche.
Weitere Schädlinge, die Salat befallen, sind Nacktschnecken und Schnecken. Um sie loszuwerden, empfehlen wir Ihnen den Artikel von Ingrid B.: 7 wirksame und natürliche Methoden gegen Schnecken.
Zu den Schädlingen des Kopfsalats gehören auch die Eulenfalter, deren Raupen Blätter und Wurzeln fressen. Sie sind von April bis Herbst gefährlich. Auch hier wirken Farn- und Knoblauchjauchen stark abschreckend. Außerdem können Leimfallen mit Pheromonen aufgestellt werden.
Ein letzter, völlig unsichtbarer Feind lauert im Boden und wartet auf seine Gelegenheit: der Drahtwurm. Er befällt den Hals des Kopfsalats und durchtrennt ihn. Er ist von April bis Oktober aktiv. Olivier erklärt in seinem Artikel, wie Sie ihn bekämpfen: Drahtwurm oder „Eisendrahtwurm“: Schäden, Behandlung und biologische Bekämpfung.
Auch für Krankheiten sind Kopfsalate anfällig, besonders wenn die Kulturbedingungen nicht stimmen. Bei feuchter und kühler Witterung kann der Falsche Mehltau (weißer, mehliger Belag) die Blätter befallen, ebenso wie Botrytis, erkennbar an roten Läsionen am Hals. Die Anthraknose tritt dagegen eher bei hoher Luftfeuchtigkeit und milden Temperaturen um 20 °C auf.
Schließlich kann Kopfsalat von der Sclerotiniose befallen werden, einer durch den Pilz Sclerotinia verursachten Krankheit. Die Pflanze beginnt zu welken, anschließend bildet sich ein weißer Belag. Danach entstehen Sklerotien, Überdauerungsorgane, die bis zu 7 Jahre im Boden lebensfähig bleiben können. Um dieser Krankheit vorzubeugen, müssen Ernterückstände unbedingt entfernt, die Kopfsalate nicht zu dicht gepflanzt und Fruchtfolgen eingehalten werden. Zur Behandlung ist Ackerschachtelhalmbrühe wirksam.
→ Auch lesenswert: Krankheiten und Schädlinge an Salat
Kopfsalat kombinieren?
Kopfsalat als Begleitpflanze: zu Roter Bete, Kohl, Erbse, Rettich, Erdbeere. Schnellwüchsig unter Zucchini und Tomate; nicht neben Knoblauch und Zwiebel.
Ernte und Lagerung von Kopfsalat
Kopfsalat wird natürlich vor der Samenbildung geerntet, sobald der Kopf fest ist – bei Römersalat und Kopfsalat. Reißen Sie die Pflanze nicht aus, sondern schneiden Sie sie am Hals ab und lassen Sie die Wurzel im Boden. Schon bald bilden sich neue Triebe, die Sie ernten können. Gießen Sie einfach weiter.
Garten-Lattich wird dagegen nach Bedarf fortlaufend geerntet. Schneiden Sie die Blätter einfach mit einem Messer etwas oberhalb des Halses ab. Auch hier sollten Sie weiter gießen, damit sich neue Blätter bilden.
Kopfsalat wird am besten morgens geerntet. Er sollte möglichst schnell verzehrt werden. Im Gemüsefach des Kühlschranks ist er 24 Stunden haltbar.
Verwendung und Nährwerte
Kopfsalat enthält über 95 % Wasser und 15 kcal/100 g. Er ist reich an Ballaststoffen und Vitaminen. Roh oder gekocht.
Mehr über Kopfsalat
Weitere Infos: Wann und wie pflanzt man Salat und Kopfsalat im Garten um?.
Häufig gestellte Fragen
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Warum schießt mein Kopfsalat?
Kopfsalat schießt natürlich: Bei Reife oder Hitze bildet er Samen. Viel gießen, schossfeste Sorten wählen und passend anbauen: Frühlingssalat im Frühjahr, nicht im Sommer!
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Kann ich Kopfsalat auf Balkon oder Terrasse anbauen?
Kopfsalat, besonders Garten-Lattich, wächst im Topf auf Balkon oder Terrasse. Töpfe ab 30 cm, Löcher, Gemüseerde, Halbschatten, regelmäßig gießen.
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Kann ein geernteter Kopfsalat nachwachsen?
Wenn Sie den Wurzelstock im Boden lassen und den Kopfsalat am Hals schneiden, treiben bald neue Triebe aus. Nach der Ernte gießen.
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