Kresse: Aussaat, Anbau, Ernte
Inhaltsverzeichnis
Brunnenkresse kurz erklärt
- Kresse ist eine krautige, als Gemüse und Gewürz verwendete Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler.
- Man baut sie wegen ihrer Blätter an, die pikant und mehr oder weniger pfeffrig schmecken.
- Echte Brunnenkresse und Frühlings-Barbarakraut: Es gibt mehrere Kresse-Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen.
- Kresse braucht einen stets feuchten Boden und einen Standort ohne pralle Sonne.
- Reich an Vitaminen und Mineralstoffen, kalorienarm: Kresse ist besonders nährstoffreich.
Das Wort unserer Expertin
Die Bezeichnung Kresse umfasst tatsächlich verschiedene Arten von Gemüse- und Gewürzpflanzen. Sie werden wegen ihrer Blätter kultiviert und haben alle einen scharfen, leicht pfeffrigen Geschmack gemeinsam.
Man unterscheidet zwischen Frühlings-Barbarakraut und halb-aquatischen Kressearten. Die weit verbreitete Echte Brunnenkresse gehört zu den Wasserpflanzen, während die ebenso bekannte Gartenkresse zu den Arten für den Anbau auf dem Land zählt, auch wenn diese ein dauerhaft feuchtes Kultursubstrat benötigen.

Damit der Kresseanbau gelingt, müssen die Besonderheiten jeder Art bekannt sein. Die Gartenkresse ist einjährig, Garten-Barbarakraut zweijährig und Echte Brunnenkresse eine Staude. Auch ihre Kultursubstrate und Pflegeanforderungen unterscheiden sich deutlich.
Kresse ist eine krautige Pflanze, die zwischen Salat und Gewürzkraut steht. Mit ihrem würzigen Geschmack gilt Kresse heute als eigenständiges Gemüse. Sie wird das ganze Jahr über in winterlichen Cremesuppen und roh im Salat verzehrt – entgegen mancher Behauptungen ist das nicht gefährlich! Darüber hinaus findet sie in unzähligen weiteren Zubereitungen Verwendung.
Kresse ist reich an Antioxidantien, Vitaminen, Mineralstoffen und Karotin und für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Lepidium sativum, Nasturtium officinale, Barbarea verna
- Familie Kreuzblütler
- Gebräuchlicher Name Kresse, Echte Brunnenkresse, Garten-Kresse, Frühlings-Barbarakraut, Schnitt-Salat, Gartenkresse
- Blüte je nach Art unterschiedlich
- Höhe 10 bis 80 cm
- Exposition sonnig, halbschattig, schattig (je nach Region)
- Art des Bodens feucht, leicht und humusreich
- Winterhärte winterhart
Ursprünglich aus dem Nahen Osten stammend, ist die Kresse eine krautige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (früher Kreuzblütlergewächse), zu der auch Kohl, Rübe und Senf gehören.
Die gebräuchliche Bezeichnung Kresse, Echte Brunnenkresse, Garten-Kresse, Frühlings-Barbarakraut … sowie der lateinische Name unterscheiden sich je nach Art: Lepidium sativum, Nasturtium officinale, Barbarea verna …
Im 16. Jahrhundert wurde dieses Kraut vor allem wegen seiner Heilkräfte verwendet, bevor es nach und nach in die Ernährung aufgenommen wurde. Heute gilt Kresse als eigenständiges Blattgemüse und ist in vielen Teilen der Welt verbreitet.
Es gibt daher mehrere Kresse-Arten, darunter Echte Brunnenkresse, Garten-Kresse und Frühlings-Barbarakraut.

Nasturtium officinale | Lepidium sativum © Dinesh Valke – Flickr | Barbarea verna
- Die Echte Brunnenkresse, Nasturtium officinale, ist eine beliebte semi-aquatische Kresse mit zarten, saftigen Blättern, die roh besonders schmackhaft sind. Sie ist eine Staude mit kriechendem Wurzelstock und bildet 10 bis 50 cm lange, an der Basis wurzelnde (mit Adventivwurzeln), aufsteigende, dicke, hohle und verzweigte Stängel. Die Blätter sind fiederteilig (mit getrennten Fiederblättchen) und besitzen verkehrt-eiförmige oder längliche Lappen. Die Blüte besteht aus weißen Blüten in lockeren Trauben mit Blütenblättern, die doppelt so lang wie der Kelch sind. Die Samen der Echten Brunnenkresse sind eiförmig und braun.
- Die Garten-Kresse, Lepidium sativum, gehört zu den Erd-Kressen. In jungem Zustand besitzt sie sehr kleine Blätter mit besonders scharfem Geschmack. Diese einjährige, kahle und blaugrüne Pflanze verströmt aufgrund schwefelhaltiger Verbindungen einen charakteristischen Geruch. Ihre verzweigten Stängel werden 20 bis 80 cm hoch. Die unteren Blätter sind ein- bis zweifach fiederteilig, die oberen linear, ganzrandig und sitzend. Die Garten-Kresse bildet kleine weiße Blüten, aufrecht an der Achse anliegende Fruchtstiele und kleine geflügelte Schoten (Kapseln mit den Samen).
- Das Frühlings-Barbarakraut, Barbarea verna, auch Erd-Kresse genannt, bildet glänzende Blätter mit eher pfeffrigem Geschmack. Die zweijährige Pflanze bildet aufrechte, kantige Stängel von 30 bis 60 cm Höhe. Die Grundblätter (die aus dem Wurzelstock hervorgehen) sind ausgebreitet und besitzen einen oval-länglichen Endlappen. Die oberen Blätter sind gefiedert, mit linearen, ganzrandigen Seitenlappen. Das Frühlings-Barbarakraut bildet große Blüten sowie sehr lockere Fruchttrauben und 4 bis 6 cm lange Schoten.
Kresse ist reich an Beta-Karotin, den Vitaminen C, A, B1 und B2 sowie Mineralstoffen (Kalzium, Magnesium, Eisen, Kupfer).
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Aussaat und Pflanzung von Kresse
Auch wenn sich die verschiedenen Kresse-Arten körperlich stark unterscheiden, werden sie nicht auf die gleiche Weise kultiviert. Für Brunnenkresse und Erdkresse gelten zwei unterschiedliche Anbaumethoden.
Wo wird Kresse angepflanzt?
Erdkresse, etwa Gartenkresse und Pfefferkresse, wird im Freiland oder Topf gepflanzt, an einem sonnigen bis halbschattigen Standort – je nach Region. Im Süden pflanzen Sie sie am besten sogar in den Schatten.
Brunnenkresse wächst auf überschwemmbarem Boden, in einem Teich oder Behälter. In allen Fällen wird ein schattiger Standort empfohlen.
Wann und wie sät man Kresse?
Erdkresse wird je nach Art gestaffelt zwischen März und Oktober ausgesät.
Brunnenkresse wird dagegen zwischen März und April unter Frühbeetfenster oder im Gewächshaus ausgesät, von Mai bis Juni direkt am endgültigen Standort.

Erdkresse aussäen
Erdkresse wird direkt ins Freiland oder in einen Topf gesät. Säen Sie die Samen breitwürfig oder in Reihen mit 10 cm Abstand.
Halten Sie den Boden während der gesamten Keimung feucht (und auch danach). Die Keimung erfolgt sehr schnell, bereits nach zwei bis drei Tagen, sofern die Temperatur etwa 18 °C erreicht.
Vereinzeln Sie Ihre Erdkresse-Jungpflanzen nach dem Auflaufen, sodass nur eine Pflanze alle 15 cm stehen bleibt.
Brunnenkresse aussäen
- Säen Sie Brunnenkresse in einer Saatschale unter einem Frühbeetfenster oder im Mini-Gewächshaus aus und bedecken Sie die Samen nur leicht
- Verwenden Sie dafür eine Mischung aus Torf und Kompost, die sehr feucht gehalten wird
- Wenn die Jungpflanzen 2 cm groß sind, pflanzen Sie sie an ihren endgültigen Standort (Freiland, überschwemmbarer Boden oder Behälter)
- Brunnenkresse ins Freiland pflanzen
- Setzen Sie Ihre Brunnenkresse-Jungpflanzen in eine 20 cm tiefe Grube
- Breiten Sie am Boden der Grube ein Gewebevlies aus, um das Versickern des Gießwassers zu bremsen
- Verwenden Sie ein Substrat aus einer Mischung von Gartenerde und Blumenerde oder Kompost
- Halten Sie zwischen den Brunnenkresse-Pflanzen einen Abstand von 15 cm in alle Richtungen ein
Brunnenkresse in Behälter oder Teich pflanzen
- Verwenden Sie einen vollständig wasserdichten Behälter oder einen 40 bis 50 cm tiefen Teich
- Füllen Sie ihn 20 cm hoch mit einem Substrat aus einer Mischung von Erde und Blumenerde oder Kompost
- Füllen Sie anschließend Wasser ein, bis sich eine Schlammschicht bildet, in die die Jungpflanzen gesetzt werden
- Das Wasser muss hier ständig erneuert oder mindestens einmal pro Woche gewechselt werden
→ Lesen Sie auch: Kresse im Topf auf dem Balkon anbauen.
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Ernte
Die Kresseblätter werden etwa 3 Wochen nach der Aussaat geerntet, sobald die Jungpflanzen etwa 7 cm hoch sind. Ernten Sie regelmäßig nach Bedarf, um das Schossen zu begrenzen. Zur Ernte der Kresse schneiden Sie die Blätter an der Basis ab.

Gut zu wissen: Durch das Abschneiden der Stängel fördern Sie die Bildung neuer Triebe.
Aufbewahrung
Kresseblätter sind empfindlich und beginnen bereits wenige Stunden nach der Ernte zu welken. Im Kühlschrank halten sie sich 2 bis 3 Tage, wenn Sie sie in ein Gefäß mit Wasser stellen. Kresseblätter können auch eingefroren werden, allerdings ist dies recht aufwendig. Bereiten Sie daher lieber samtige Kressesuppen zu und frieren Sie diese anschließend ein. Die Blätter bestimmter Kresse-Arten, etwa der Roten Brasilianischen Kresse, können auch getrocknet und so das ganze Jahr über verwendet werden.
Verwendung von Kresse
Die Vorteile der Brunnenkresse
Brunnenkresse ist ein kalorienarmes Lebensmittel und ein Gemüse mit hohem Nährwert. Besonders interessant ist ihr Gehalt an Vitaminen (Provitamin A sowie Vitamin B9 und C). Eine Portion von 75 g Brunnenkresse reicht aus, um Ihren Körper mit Folgendem zu versorgen:
- der Hälfte der empfohlenen Zufuhr an Vitamin C;
- und der gesamten empfohlenen Zufuhr an Provitamin A (Antioxidans).
Diese Vitamine wirken effektiv gegen die schädliche Wirkung freier Radikale auf Ihre Zellen und deren vorzeitige Alterung.

Brunnenkresse ist außerdem reich an Mineralstoffen (Eisen, Kalzium und Magnesium). Ihr Gehalt an Kalzium und Magnesium ist besonders interessant, um den Knochenstoffwechsel zu stärken und zur Vorbeugung von Bluthochdruck beizutragen.
Mit nur 17 kcal pro 100 g gehört Brunnenkresse zu den kalorienärmsten Gemüsesorten und eignet sich perfekt als leichte Beilage. Im Rahmen einer Diät ist sie dank ihrer milden Ballaststoffe, die die Ausscheidung fördern, ebenfalls sehr interessant.
Brunnenkresse wird aufgrund der enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren auch eine schützende Wirkung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeschrieben. Ihr Gehalt an schwefelhaltigen Stoffen soll zudem krebshemmend wirken.
Der Verzehr von Brunnenkresse kann jedoch in bestimmten Fällen kontraindiziert sein. Menschen mit Harnwegsproblemen wird wegen ihrer harntreibenden Eigenschaften davon abgeraten. Außerdem fördert Brunnenkresse die Kontraktion der Gebärmutter und sollte daher von Schwangeren gemieden werden. Verzehren Sie Brunnenkresse niemals in großen Mengen, da sie sonst die Aufnahme von Jod im Körper beeinträchtigen kann.
Verwendung in der Küche
Echte Brunnenkresse gilt zweifellos als die meistverwendete Art in der Küche, da ihre Stängel zart und saftig sind und ihre Blätter mild nach Senf schmecken.

Brunnenkressesuppe © Rosmarie Voegtli – Flickr
Brunnenkressesuppen sind sehr bekannt. Brunnenkresse kann aber auch roh verzehrt werden, etwa in köstlichen Salaten, denen sie ihr pfeffriges Aroma verleiht. Sie wird auch für Sandwiches oder Canapés verwendet und passt hervorragend zu Räucherfisch oder frischem Ziegenkäse.
Roh und fein geschnitten kann Brunnenkresse als Würze verwendet werden, um Kartoffelsalat oder ein Omelett zu verfeinern. Fein gehackt lässt sie sich auch in eine Vinaigrette geben und zu einer Brunnenkressesauce verarbeiten.
Brunnenkresse wird auch wie Spinat verzehrt: gedünstet und mit Butter verfeinert. Sie kann außerdem Kartoffelpüree beigegeben werden und diesem ein Brunnenkressearoma verleihen.
Hinweis: Brunnenkresse muss vor dem Verzehr unbedingt verlesen und gewaschen werden, auch wenn sie aus dem Anbau stammt. Denn Brunnenkresse kann einen Parasiten namens „Leberegel“ beherbergen, der bestimmte schwere Erkrankungen verursacht.
Kresse pflegen und versorgen
Frühlings-Barbarakraut pflegen
Frühlings-Barbarakraut braucht ständig feuchten Boden. Andernfalls müssen Sie sehr regelmäßig gießen.

Gartenkresse
Beachten Sie, dass Arten für den Anbau im Boden leichte, humusreiche Böden bevorzugen. Im Herbst bringen Sie reifen Kompost durch Einharken auf einer Tiefe von 5 cm aus. Lockern Sie den Boden vor dem Ausbringen stets auf.
Um den Aufwand des Unkrautjätens zu begrenzen, können Sie den Boden rund um Ihre Kressepflanzen mulchen, sobald diese gut entwickelt sind. Ideal ist eine Mulchschicht aus dünnen, aufeinanderfolgenden Lagen von mit Laub vermischtem Rasenschnitt. Diese Mulchschicht schützt Ihre Pflanzen, begrenzt zugleich die Wasserverdunstung und wirkt sich dadurch positiv auf den Bewässerungsbedarf aus.
Tipp: Gründüngung ist auch beim Kresseanbau sehr interessant. Eine Gründüngung zwischen zwei Kulturen bedeckt und nährt den durch vorherige Pflanzungen ausgelaugten Boden. Bei Gründüngung denkt man häufig an Weißen Senf. Dieser ist hier jedoch nicht am besten geeignet, da er wie die Kresse zur Familie der Kreuzblütler gehört. Um die Fruchtfolge einzuhalten, bauen Sie nach einer Kressekultur daher besser Büschelschön als Gründüngung an.
Echte Brunnenkresse pflegen
Echte Brunnenkresse ist eine halb-aquatische Art. Die Wasserversorgung ist für ihr Wohlbefinden entscheidend. Wird sie im Boden angebaut, muss sie daher regelmäßig gegossen werden. Wächst sie in einem überflutbaren Gefäß oder Becken, muss das Wasser ständig erneuert oder einmal pro Woche gewechselt werden.

Echte Brunnenkresse
Echte Brunnenkresse ist eine Staude. Im Winter, wenn Frost angekündigt ist, schützen Sie sie mit einem Vlies.
Kresse: Krankheiten und Schädlinge
Kresse leidet unter Erdflöhen, die ab 20 °C Blätter durchlöchern. Bei Trockenheit: Gießen und Mulchen beugen vor.
Kresse kombinieren
Frühlings-Barbarakraut passt sehr gut zu Lauch-Porree, Kohl, Rettich, Spinat, Sauerampfer oder Kuhblume. Vermeiden Sie jedoch den Anbau in der Nähe von Kopfsalat.

Nützliche Ressourcen
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