Gemüse und Obst auf der Terrasse anbauen
Gemüsegarten auf der Terrasse anlegen und bepflanzen: alle Tipps für reiche Ernte
Inhaltsverzeichnis
Gemüse- und Obstanbau auf der Terrasse: Tipps für einen eigenen Minigarten und eine reiche Ernte.
Terrassen-Gemüsegarten: richtige Ausrichtung
Um Früchte und Gemüse zu bilden, braucht eine Gemüsepflanze ausreichend Licht und damit Sonne. Deshalb sollte Ihre Terrasse mindestens 6 Stunden täglich Sonne bekommen, damit Sie eine große Auswahl an Gemüse und Obst anbauen können.
Für einen ertragreichen Gemüsegarten ist eine südöstlich oder südwestlich ausgerichtete Terrasse ideal, denn die Sonnenstrahlen liefern der Pflanze die nötige Energie zum Wachsen. Setzen Sie größere Gemüsepflanzen jedoch nach hinten, damit sie keinen künstlichen Schatten werfen, der sonnenliebendem Gemüse schaden könnte. Salate mögen dagegen einen halbschattigen Standort.

Eine südwestlich oder südöstlich ausgerichtete Terrasse ist ideal für einen Gemüsegarten
Ist Ihre Terrasse Zugluft oder starkem Wind ausgesetzt, können Sie einen Sichtschutz anbringen. Schilfmatten eignen sich gut, da sie für Belüftung sorgen und zugleich den Wind bremsen.
Auch bei einer schattigen oder halbschattigen Terrasse ist noch nicht alles verloren. Auf sonnenliebendes Gemüse wie Tomate, Aubergine und Paprika müssen Sie wahrscheinlich verzichten. Dafür können Sie problemlos Salat, Kohl, Kresse, Spinat, Rucola oder sogar Radieschen anbauen. Auch einige Kräuter wie Petersilie, Estragon und Minze kommen problemlos mit Schatten zurecht.
Einige Gestaltungstipps helfen außerdem, die Sonnenstrahlen zu reflektieren: Streichen Sie eine Wand in einem hellen Farbton, bringen Sie Spiegel an oder verwenden Sie hellen Mulch.
Lesen Sie auch
Den ersten Gemüsegarten anlegen – Ratgeber für AnfängerDie besten Gefäße für Gemüseanbau auf der Terrasse
In einem Topfgarten auf der Terrasse wird Ihr Gemüse natürlich ohne direkten Erdkontakt kultiviert. Daher ist die Wahl der Gefäße entscheidend.
Einfache Töpfe, Blumenkästen und Pflanzkübel
Die einfachste Lösung besteht darin, Töpfe, Blumenkästen oder Pflanzkübel aufzustellen, die Sie aus Kunststoff, Holz oder Terrakotta wählen können. Allerdings sollten Sie einige Vorsichtsmaßnahmen beachten:
- Vergessen Sie nicht, auf den Boden dieser Gefäße eine Schicht Blähton zu geben, damit das Substrat gut abfließt und das Wurzelsystem nicht verfault. Auf Wunsch können Sie die Blähtonschicht zusätzlich mit einem Geotextil abdecken, damit Erde das Abzugsloch nicht verstopft.
- Prüfen Sie, ob die Gefäße Abzugslöcher haben. Falls nicht, bohren Sie welche hinein.
- Wählen Sie ausreichend tiefe Gefäße (mindestens 30 cm), damit Gemüse und Obst ihre Wurzeln gut entwickeln können. Je größer der Topf, desto langsamer trocknet das Substrat aus.
- Setzen Sie auf Recycling und sammeln oder kaufen Sie gebrauchte Töpfe, die Sie in Ihren Wunschfarben streichen können.
- Stellen Sie unter jedes Gefäß einen Untersetzer, um Wasserflecken auf der Terrasse zu vermeiden. Achten Sie jedoch darauf, dass das Wasser darin nicht stehen bleibt, um unter anderem eine Vermehrung von Mücken zu verhindern.

Gemüse- und Obstpflanzen lassen sich problemlos in Töpfen kultivieren
→ Noch mehr erfahren Sie im Artikel von Jean-Christophe über Anbau, Pflege und Versorgung von Pflanzen in Töpfen.
Das Hochbeet im Quadrat aus Holz
Bei dieser Methode werden Gemüse und Beerenobst in etwa 1,20 × 1,20 m großen Holzrahmen kultiviert, die in 6 oder 9 Felder unterteilt sind. Die dekorativen Gemüsebeete ermöglichen den Anbau vieler Gemüsearten, vorausgesetzt, Sie planen Aussaaten und Pflanzungen sorgfältig.
Diese quadratischen Beete sind im Handel weit verbreitet und lassen sich auch aus unbehandelten Schalungsbrettern oder sogar Paletten einfach selbst bauen.
Auf einer Terrasse ist diese Lösung allerdings nur geeignet, wenn Sie die Innenwände des Beets mit einer Abdichtungsfolie auskleiden. So verhindern Sie, dass Gießwasser auf die Terrasse läuft. Denken Sie außerdem an Blähton.
Alles Wissenswerte erfahren Sie in Ingrids Artikel über das Gemüsebeet im Quadrat.
Das Hochbeet auf Beinen
Das Hochbeet auf Beinen ähnelt dem quadratischen Gemüsebeet, unterscheidet sich von diesem jedoch durch – Beine! Es handelt sich also um ein erhöhtes Beet, in dem Sie Gemüse und Obst buchstäblich in Reichweite kultivieren können. Es eignet sich daher ideal, um Rückenschmerzen zu vermeiden.

Das Hochbeet auf Beinen eignet sich perfekt für die Terrasse
In der Regel beträgt die Standardhöhe etwa 80 bis 100 cm. Es ist meist rechteckig statt quadratisch. Im Handel ist es leicht erhältlich, entweder aus kesseldruckimprägniertem Holz oder aus Kunststoff. Sie können es aber ebenso einfach aus unbehandelten Brettern oder Paletten selbst bauen. Achten Sie lediglich auf ausreichend stabile Beine und eine Folie zur Abdichtung.
Pflanzsäcke und Gemüsesäcke
Diese Pflanzsäcke eignen sich perfekt für den Gemüseanbau auf der Terrasse. Die aus Geotextilien in verschiedenen Größen gefertigten Pflanzsäcke sorgen für eine optimale Belüftung des Wurzelsystems und verhindern, dass sich die Wurzeln ringförmig verflechten. Sie sind leicht und robust und zudem einfach aufzustellen.
Diese Pflanzsäcke bestehen häufig aus recycelten Materialien und sind daher umweltfreundlich und zugleich äußerst praktisch. In der Regel ist der Wasserbedarf geringer, und die Gemüsepflanze bleibt durch die Beschaffenheit des Gefäßes besser kühl. Schließlich sind diese Gemüsesäcke biologisch abbaubar.
Heute gibt es sogar Gemüsebeete aus Stoff, die sich auffalten und in weniger als 5 Minuten aufstellen lassen.
→ Ingrid verrät Ihnen in ihrem Artikel Gemüsegarten in der Stadt: Alles im Sack! mehr.
Der vertikale Gemüsegarten
Auf einer Terrasse kann der verfügbare Platz begrenzt sein. Trotzdem können Sie durch vertikales Gärtnern Fläche gewinnen. Mit etwas Einfallsreichtum lässt sich auch hier ein Gemüsebeet in 3D gestalten:
- Gestapelte Töpfe auf einem schönen Regal oder einem stabilen Spalier
- Hängende Pflanzsäcke
- An Blumenkästen angelehnte Regenrinnen für den Anbau von Erdbeeren oder Salat

- Paletten, mit Folie ausgekleidet und senkrecht aufgestellt
- Spaliere, an denen Gemüsepflanzen wie Kürbisse emporranken können
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Unverzichtbare Kleingeräte und Blumenerde
Für gute Gärtner gehört gutes Werkzeug dazu! Ob im klassischen Gemüsegarten oder im Gemüseanbau in Pflanzgefäßen auf der Terrasse: Wenn Sie Ihren Garten auf der Terrasse anlegen, brauchen Sie natürlich keinen Spaten, Rechen oder Handgrubber.
Für effizientes Gärtnern benötigen Sie jedoch eine Grundausstattung – in Miniformat. Das Gartenwerkzeug-Set sollte mindestens eine kleine Pflanzschaufel oder ein Setzholz, eine Kralle, eine kleine Hacke und einen Mini-Rechen enthalten, um die Blumenerde zu lockern und zu belüften. Wählen Sie die Werkzeuge am besten aus Edelstahl, damit sie lange halten, und reinigen Sie sie nach jedem Gebrauch. Ergänzen können Sie das Set um eine immer nützliche Gartenschere sowie um die unverzichtbare Gießkanne und einen Pflanzensprüher.
Unabhängig von den gewählten Gefäßen müssen Sie diese mit Substrat füllen. Eine Mischung aus guter Blumenerde und Gartenerde ist ideal. Wenn Ihnen jedoch keine Gartenerde zur Verfügung steht, reicht auch Blumenerde allein – vorausgesetzt, Sie wählen eine sehr hochwertige Sorte. Sie sollte reich an Nährstoffen sein und Wasser gut speichern. Wählen Sie zum Beispiel eine Gärtnererde oder, noch besser, eine speziell für das Gemüsebeet geeignete Blumenerde.
Lesen Sie auch
Gemüsegarten auf dem BalkonWelches Gemüse auf der Terrasse anbauen und ernten?
Für einen Gemüsegarten auf der Terrasse müssen Sie von vornherein auf einige Gemüse verzichten, die entweder viel Platz beanspruchen oder tief wurzeln. Vergessen Sie daher Spargel und auch Kartoffeln, die lange in der Erde bleiben.
Andere Gemüse eignen sich dagegen sehr gut für den Anbau auf kleinem Raum:
- Salat, insbesondere Schnittsalat wie Eichblattsalat, der bereits einen bis anderthalb Monate nach der Aussaat geerntet werden kann
- Rettich ist einfach und schnell anzubauen. Er gelingt immer und muss nur regelmäßig gegossen werden.
- Möhren, sofern Sie frühe Sorten oder Sorten mit runden Wurzeln wählen, etwa Möhre Marché de Paris. Sie benötigen unbedingt ein tiefes Gefäß.
- Tomaten sind die Königinnen des Gemüseanbaus auf Balkon und Terrasse. Natürlich eignen sich Kirschtomaten besonders gut, doch alle Sorten lassen sich problemlos im Topf kultivieren.
- Paprika und Chili eignen sich ebenfalls bestens für den Anbau im Topf. Sie brauchen allerdings viel Sonne.
- Auberginen lassen sich ebenfalls problemlos auf der Terrasse kultivieren – bei maximaler Sonneneinstrahlung und reichlich Wasser.
- Gurken und Zucchini – wählen Sie jedoch Sorten, die sich leicht aufbinden lassen und an einem Rankgitter in die Höhe wachsen.
- Stangenbohnen oder Feuerbohnen, die ebenfalls in die Höhe wachsen.

Natürlich können all diese Gemüse im Haus oder im Freien ausgesät werden. Für den Anbau auf der Terrasse empfiehlt es sich jedoch, Gemüse in Mini-Wurzelballen oder im Anzuchttopf zu bevorzugen. Sie lassen sich einfach auspflanzen und erreichen schneller die Reife.
Entdecken Sie mit Ingrid die Vorteile der Pflanzung von Gemüse-Jungpflanzen im Mini-Wurzelballen.
Sie können auch Saattapes zum Aussäen ausprobieren – sie sind für den Gemüseanbau auf der Terrasse besonders praktisch. Alexandra erklärt Ihnen das Aussäen mit Saattapes.
Gönnen Sie sich auch all die Kräuter und Gewürzpflanzen, die Sie sich wünschen. Alle lassen sich in Töpfen oder Pflanzgefäßen kultivieren. Außerdem sind sie stets griffbereit, um Ihre Gerichte zu verfeinern.
Obst auf der Terrasse? Das geht!
Lust auf Smoothies oder köstliche Desserts mit Früchten? Auch auf der Terrasse lassen sich Früchte anbauen – fast alles ist möglich.
- Erdbeeren eignen sich am besten für den Anbau ohne Gartenboden, da sie in Töpfen, Dachrinnen oder Ampeln gut wachsen.

- Beerenobst wie Himbeere, Johannisbeere und Heidelbeere wächst ebenfalls problemlos auf der Terrasse und ist sehr widerstandsfähig.
- Zitrusfrüchte kommen infrage, wenn Sie einen hellen Raum mit 8 bis 12 °C zum Überwintern haben.
- Äpfel, Birnen, Pfirsiche und Kirschen – als Miniversion. Zwergobstbäume schmücken die Terrasse mit ihrer Frühlingsblüte und liefern saftige Früchte. Ingrid zeigt, wie Sie diese Bäume pflanzen und pflegen. Virginie stellt eine Auswahl von 10 Zwergobstbäumen für die Terrasse vor.
- Auch eine Weinrebe ist möglich – mit stabilem Rankgerüst und viel Sonne.
Gemüsepflanzen auf der Terrasse pflegen
Im Anbau ohne direkten Bodenkontakt steht dem Gemüse weniger Erde zur Verfügung als im Familiengarten. Das Substrat trocknet daher schneller aus. Deshalb muss regelmäßiger gegossen werden als im Freiland. Im Hochsommer sollten Sie täglich gießen, am besten morgens oder abends. Eine Mulchschicht ist daher besonders empfehlenswert, da sie die Feuchtigkeit im Boden hält. Um sich den Weg zum Waschbecken zu ersparen, lohnt es sich, einen kleinen Wassertank anzuschaffen, sofern eine Dachrinne vorhanden ist.
Auch Schädlinge treten hier häufig zahlreicher auf als im Freiland. Pflanzen Sie daher ruhig blühende Pflanzen zur Schädlingsabwehr oder als Nützlingspflanzen, etwa Lavendel, Minze, Große Kapuzinerkresse und Studentenblume … Sie sehen zwischen dem Gemüse besonders schön aus. Virginie stellt Ihnen 8 Pflanzen zur Schädlingsabwehr vor. Ingrid erklärt Ihnen außerdem wie Nützlingspflanzen funktionieren.
Schließlich müssen diese Gemüsepflanzen mit Nährstoffen und Dünger versorgt werden. Sie können zwar handelsübliche Dünger verwenden, aber warum nicht in einen Wurmkomposter investieren? So gewinnen Sie wertvollen Dünger und verwerten gleichzeitig Ihre organischen Küchenabfälle. Lesenswert: Patricias Artikel Wurmkompost in der Praxis.
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