Johannisbeere wählen: Kaufratgeber
Tipps für die richtige Wahl
Inhaltsverzeichnis
Johannisbeeren: Sortenwahl nach Größe, Farbe, Geschmack, Marmelade, Frostung, Ertrag und Krankheitsresistenz.
Je nach Farbe und Größe der Johannisbeeren
Man unterscheidet zwei große Kategorien von Johannisbeeren, die Früchte in sehr unterschiedlicher Größe und Farbe tragen. Je nach Sorte ist ihre Zierwirkung im Garten daher nicht gleich.
Wie ihr Name schon sagt, bilden Rote Johannisbeeren hängende Trauben aus Früchten, die meist im Juli erscheinen. Die kleinen, durchscheinenden und runden Beeren können je nach Sorte sehr unterschiedliche Farbtöne annehmen: von Rot über Rosa bis hin zu Weiß. Zu dieser Gruppe gehören auch Trauben-Johannisbeeren. Ihre Ernte erfolgt später, im August. Auch diese Johannisbeeren bilden kleine, runde und kahle Beeren, die jedoch etwas größer sind als die Früchte der Roten Johannisbeeren. Außerdem sitzen die Früchte hier in sehr großer Zahl an langen, dichten und roten Trauben.

Rote Johannisbeeren ‘Jonkheer van Tets’, ‘Versaillaise blanche’ und Trauben-Johannisbeere ‘Agate Rouge’.
Die zweite große Gruppe bilden die Stachelbeeren, deren Früchte größer sind als die der Johannisbeeren. Diese Fruchtgehölze tragen große, durchscheinende Beeren mit behaarter oder kahler Schale, deren Farbe je nach Sorte von Gelbgrün bis Violettrot variiert. Auch sie werden im Juli geerntet.
→ Lesen Sie auch: Die richtige Stachelbeere auswählen

Stachelbeeren ‘Golden Drop’, ‘Winham’s Industry’ und ‘Captivator’.
Je nach Ernteaufwand
Neben Farbe und Größe der Früchte hängen die auffälligen Unterschiede zwischen diesen Johannisbeerarten auch davon ab, wie die Früchte an der Pflanze angeordnet sind. Während Rote Johannisbeeren Früchte an feinen Trauben tragen, bilden Stachelbeeren einzelne oder zu zweit beziehungsweise dritt gruppierte Früchte, die direkt an den dornigen Zweigen des Strauchs wachsen.

Die Ernte ist bei der ersten großen Gruppe von Johannisbeeren daher deutlich einfacher, da sie lange, dornenlose Trauben bilden, die den Zugang zu den Früchten erleichtern. Bei Stachelbeeren müssen Sie dagegen vorsichtig vorgehen, um sich nicht an den Dornen zu verletzen. Einige Stachelbeersorten sind allerdings kaum bestachelt. Dazu zählen beispielsweise ‘Captivator’ und ‘Lady Sun’.
In beiden Fällen erschwert die Größe des Strauchs die Ernte nicht. Während die Stachelbeere einen niedrigen, stark verzweigten Strauch von 50 cm bis 1,20 m Höhe bildet, wird die Rote Johannisbeere maximal 1,20 bis 1,60 m hoch.
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Je nach Geschmack der Beeren
Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Johannisbeeren und Stachelbeeren: Ihre Früchte schmecken ganz unterschiedlich. Die Johannisbeere trägt kleine, feste Beeren mit meist sehr säuerlichem Geschmack, während die Stachelbeere saftige Beeren mit deutlich milderem Aroma hervorbringt. Innerhalb derselben Johannisbeerengruppe gibt es je nach Sorte jedoch deutliche Geschmacksunterschiede.

So ist die Weiße Johannisbeere Versaillaise blanche eine alte Sorte, die durchscheinende Beeren mit mildem, fruchtigem Geschmack, dünner Schale und saftigem Fruchtfleisch trägt. Die Johannisbeere Gloire des Sablons rose trägt Johannisbeeren mit dünner Schale und ebenfalls sehr aromatischem, saftigem Fruchtfleisch. Dieses ist süß, weist jedoch nur wenig Säure auf. Ein weiteres, besonders bemerkenswertes Beispiel ist die Johannisbeere Rolan. Sie trägt rote Früchte mit hervorragendem Geschmack, der sich durch ein ausgewogenes Verhältnis von Süße und Säure auszeichnet.
Unter den Stachelbeeren wird ‘Freedonia’ vor allem wegen ihrer sehr fruchtig schmeckenden Stachelbeeren angebaut. Sie haben eine dicke Schale sowie saftiges, körniges Fruchtfleisch. Die Stachelbeere Winham’s Industry trägt dagegen schöne rote Früchte mit leicht säuerlichem, aber sehr süßem Geschmack, während ‘Worcesterberry’ große, hellrote, durchscheinende Früchte mit mildem, köstlich säuerlichem und fein aromatischem Fruchtfleisch hervorbringt.
Lesen Sie auch
Johannisbeere: Pflanzung, Rückschnitt, PflegeJe nach Ertrag
Der Ertrag der Johannisbeere kann je nach Art variieren. Während Rote Johannisbeeren meist sehr reich tragen, gilt die Trauben-Johannisbeere Raisin als Ertragschampion: An einem 1,60 m hohen Spalier liefert sie 8 bis 10 kg Beeren, eine Rote Johannisbeere dagegen 5 bis 6 kg.

Unter den Roten Johannisbeeren ist die neue Sorte Junifer sehr ertragreich. Ihre Früchte können bereits ab Ende Juni bis Anfang Juli geerntet werden. Auch die ‘Versaillaise’ gehört zu den „Super-Ertragreichen“ dieser Gattung. Der kräftige Strauch trägt regelmäßig und reichlich. Die Früchte reifen ab Mitte Juli. Gleiches gilt für ‘Jonkheer van Tets’, eine sehr ertragreiche Rote Johannisbeere. Ihre Früchte reifen früh, bereits im Juni. Später reift die Johannisbeere London Market, die ebenfalls wegen ihres hohen Ertrags angebaut wird. Diese Sorte bildet lange, dicht besetzte Trauben mit vielen großen Früchten.
Auch wenn ihr Ertrag nicht an den Roter Johannisbeeren heranreicht, sind manche Stachelbeersorten besonders ertragreich. Dazu zählt die Stachelbeere Lady Sun, eine späte Sorte mit Ernte ab Ende Juli, ebenso wie ‘Captivator’, eine frühe Sorte mit Ernte ab Anfang Juli. Auch die rote Stachelbeere Hinnonmaki ist sehr ertragreich und wird Mitte Juli geerntet.
Je nach Aufbewahrungsart
Johannisbeeren sind kleine Früchte, die nicht lange haltbar sind. Nach der Ernte halten sie sich im Gemüsefach des Kühlschranks höchstens einige Tage, bevor sie an Frische verlieren und Vitamine einbüßen. Für eine längere Haltbarkeit sollten Sie sie daher verarbeiten. Einige Sorten eignen sich besonders gut für die Zubereitung von Marmelade, die dann noch Monate später verzehrt werden kann. Andere lassen sich problemlos einfrieren.

Johannisbeeren für Marmelade
Die Rote Johannisbeere ‘Industria’ mit ihren großen, festen und säuerlichen Beeren eignet sich hervorragend für Marmeladen und Gelees, ebenso wie die Weiße Johannisbeere Blanka, die ebenfalls große, säuerliche, jedoch weiße Beeren hervorbringt.
Unter den Stachelbeeren zeichnet sich die Sorte ‘Captivator’ mit ihren saftigen, süßen Beeren aus, die ideal für Marmelade sind. Das gilt auch für die Stachelbeere Spinefree, deren fruchtig-säuerlicher Geschmack perfekt zu dieser Art der Verarbeitung und Haltbarmachung passt.
→ Auch interessant: unser Rezept für Johannisbeermarmelade und -gelee!
Früchte zum Einfrieren
Andere Sorten eignen sich besonders gut zum Einfrieren. Dazu gehören insbesondere die Rote Johannisbeere Rolan und die Stachelbeere Lady Sun.
Je nach Krankheitsresistenz
Schließlich gibt es heute als letztes, nicht minder wichtiges Auswahlkriterium Sorten von Johannisbeeren, die widerstandsfähiger gegen Krankheiten sind als andere.

Bei den Roten Johannisbeeren ist die ’Jonkheer Van Tets’ ein kräftiger, krankheitsresistenter Strauch, der sich besonders für die kältesten Regionen Frankreichs eignet. Gleiches gilt für die Rote Johannisbeere Rolan, die ebenfalls wenig krankheitsanfällig ist und sich an die kältesten Regionen anpassen kann. Schließlich weist auch die Johannisbeere Rovada eine gute Krankheitsresistenz auf und gedeiht in allen Regionen Frankreichs.
Bei den Stachelbeeren ist ’Freedonia’ gut resistent gegen Mehltau, während die Stachelbeere Spinefree relativ wenig anfällig für die verschiedenen Krankheiten ist, die diese Obstart befallen können. Auch die ’Lady Sun’ verdient Ihre Aufmerksamkeit. Sie weist ebenfalls eine gute Krankheitsresistenz auf.
→ Mehr erfahren unter: Krankheiten und Parasiten von Johannisbeeren.
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