Krankheiten und Schädlinge von Paprika
Erkennung, Vorbeugung und natürliche Behandlung
Inhaltsverzeichnis
Paprika ist ein weltweit angebautes, anspruchsvolles Gemüse. Erfahren Sie hier, wie Sie häufige Krankheiten und Parasiten der Paprika erkennen, vorbeugen und natürlich behandeln.
Viruserkrankungen bei Paprika
Paprika ist sehr anfällig für Viruskrankheiten. Übertragen werden die Viren durch Pflanzenreste, den Boden, Unkraut und stechende Insekten wie Blattläuse und Thripse.
Tabakmosaik
Das Tabakmosaikvirus ist wohl am weitesten verbreitet. Begünstigt wird es durch wenig Licht und hohe Luftfeuchtigkeit. Erkennbar ist das Tabakmosaikvirus an gelbgrünen Mustern auf den Blättern der Pflanze sowie an deformierten Paprikaschoten mit bitterem Geschmack.
Vorbeugung
- Reinigen Sie den Boden vor der Pflanzung gründlich
- Gießen Sie Ihre Paprikapflanzen mit einer Manganlösung
- Auch Spritzungen mit Molke sind eine gute Vorbeugungsmaßnahme
Behandlung
Sobald das Virus in die Pflanzenzellen eingedrungen ist, lässt es sich nicht mehr beseitigen. Sie müssen die betroffenen Pflanzen daher herausreißen, um eine Ausbreitung auf andere Paprikapflanzen zu verhindern.
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Knoblauchjauche/-sud: Rezept und Anwendung im GartenPilzkrankheiten bei Paprika
Pilzkrankheiten oder kryptogamische Krankheiten entwickeln sich bei hoher Luftfeuchtigkeit. Sie werden durch verschiedene Pilze verursacht.
Grauschimmel
Grauschimmel ist am Welken der Blüten, an braunen Blattflecken, vertrocknenden Stängeln sowie faulenden Früchten und Wurzeln zu erkennen. Überschüssiges kaltes, stehendes Wasser begünstigt die Entwicklung von Botrytis.
Vorbeugung
- Halten Sie bei der Pflanzung ausreichend Abstand zwischen den Reihen
- Vermeiden Sie übermäßige Stickstoffgaben
- Mulchen Sie den Wurzelbereich und entfernen Sie Unkraut in unmittelbarer Pflanzennähe
- Sprühen Sie alle 15 Tage verdünnte Schachtelhalmjauche (10 %)
Behandlung
- Entfernen Sie infizierte Pflanzen
- Behandeln Sie die übrigen Pflanzen mit einem Knoblauchsud oder im Notfall mit Bordeauxbrühe

Fusariumwelke
Feuchtigkeit in Verbindung mit Temperaturen über 28 °C und einem leicht sauren Boden begünstigt die Fusariumwelke. Sie zeigt sich durch braune Flecken auf den Früchten, eine Verfärbung der Blätter und ein allgemeines Welken der Pflanze.
Vorbeugung
- Mulchen Sie den Boden im Gemüsegarten, um die Ausbreitung von Pathogen-Sporen im Boden zu begrenzen
- Halten Sie eine sechsjährige Fruchtfolge ein
- Verwenden Sie gesunde Aussaaterde
- Verbessern und lockern Sie den Boden mit gut gereiftem Kompost
Behandlung
Befallene Pflanzen können nicht geheilt werden. Um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen, reißen Sie befallene Pflanzen aus und verbrennen Sie sie.
Kraut- und Braunfäule
Als häufige Pilzkrankheit wird Kraut- und Braunfäule durch Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen verursacht. Sie ist leicht an den gelbbraun umrandeten Flecken auf der Blattoberseite zu erkennen. Mit der Zeit welkt die Pflanze und vertrocknet.
Vorbeugung
- Halten Sie Abstand zwischen Ihren Paprikapflanzen, um die Ausbreitung der Sporen von Phytophtora infestans zu begrenzen
- Vermeiden Sie die Nähe zu anderen Nachtschattengewächsen (Tomate, Kartoffel, Aubergine …)
- Achten Sie auf eine gute Fruchtfolge
- Vermeiden Sie, das Laub zu befeuchten, und gießen Sie möglichst morgens
- Sprühen Sie alle 15 Tage Schachtelhalmsud auf die Blätter
Behandlung
- Bei nachgewiesenem Befall schneiden Sie infizierte Pflanzenteile ab
- Sprühen Sie einen Balsamkrautaufguss auf die übrige Pflanze
- Ätherisches Dostöl wirkt ebenfalls breit als Fungizid gegen Kraut- und Braunfäule

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Bakterielle Krankheiten bei Paprika
Bakterielle Blattflecken
Das Bakterium Xanthomonas campestris verursacht Flecken auf den Blättern und oberirdischen Pflanzenteilen der Paprika. Sehr viele Flecken führen zum Blattfall. Längliche, braune Risse sind ebenfalls an den Stängeln sichtbar, die Früchte weisen zudem kreisrunde, feuchte, braune und harte Flecken auf.
Vorbeugung
- Desinfizieren Sie Ihr Aussaatzubehör und verwenden Sie gesundes Saatgut
- Entfernen Sie abgestorbene Blätter und Pflanzenreste aus dem Boden
- Achten Sie auf Fruchtwechsel
Behandlung
Eine kupferhaltige Fungizidbehandlung: Bordeauxbrühe hilft gegen bakterielle Blattflecken.
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Blattläuse
Blattläuse wandern von einer Jungpflanze zur nächsten und bilden eine Kolonie stechender Insekten, die sich auf der Blattunterseite, auf Blüten und Blütenständen ansiedeln. Blattläuse verursachen dadurch eingerollte Blätter sowie verformte Knospen und Blütenstiele. Sie können außerdem Krankheiten übertragen, darunter das Mosaikvirus.
Vorbeugung und Bekämpfung
- Spritzungen mit Melissenaufguss schützen Paprika vorbeugend vor Blattläusen
- Abends bei Einbruch der Dunkelheit gesprühter Pyrethrumextrakt hilft gegen Blattläuse

Blattläuse auf Paprikablättern
Thripse
Thripse sind winzige, mit bloßem Auge kaum sichtbare Insekten, die sich bei warmem, trockenem Wetter entwickeln. Sie besiedeln die Spitzen von Blüten und Blättern der Paprika und verursachen Blütenfall und Zwergwuchs. Thripse können außerdem Viren auf die Pflanze übertragen.
Vorbeugung und Bekämpfung
- Blaue Leimtafeln helfen, die erwachsenen Tiere zu beseitigen
- Knoblauchbrühe mit einer Schmierseifenlösung sowie Pyrethrumextrakt sind wirksame natürliche Mittel gegen Thripse
Weiße Fliegen im Gewächshaus
Weiße Fliegen besiedeln als erwachsene Tiere und Larven die Paprikablätter. Diese werden schwach, trocken und fallen schließlich ab. Die Weiße Fliege tritt besonders häufig im Gewächshaus auf, da sie warme, trockene Standorte bevorzugt.
Vorbeugung und Bekämpfung
- Pflanzen Sie Studentenblumen in die Nähe der Paprika
- Lüften Sie das Gewächshaus und gießen Sie die Pflanzen regelmäßig
- Auf die Blattunterseiten gesprühte Brennnesseljauche ist ein vorbeugendes und heilendes Mittel gegen die Weiße Fliege
- Eine Mischung aus Wasser und Schmierseife hilft ebenfalls, sie zu beseitigen
Gemeine Spinnmilbe
Die Gemeine Spinnmilbe ist ein Milbentier, das Wärme und Trockenheit liebt und die Paprikablätter befällt. Das befallene Laub vertrocknet und fällt ab. Dann kommt es zu einer vorzeitigen Reifung der Früchte.
Vorbeugung und Bekämpfung
- Beugen Sie der Gemeinen Spinnmilbe vor, indem Sie Paprikapflanzen mit Abstand setzen
- Vermeiden Sie zu stickstoffreiche Dünger
- Bei einem bestätigten Befall behandeln Sie mit Weißöl in 1%iger Konzentration
- Achten Sie auf die Biodiversität in Ihrem Garten, um natürliche Feinde anzulocken
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