Vorteile von Kletterpflanzen in der Permakultur

Vorteile von Kletterpflanzen in der Permakultur

Vertikales Gärtnern ist immer sinnvoll – mit oder ohne Permakultur.

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 6. Januar 2026  durch Pascale 4 min.

Kletterpflanzen begrünen nicht nur kahle Wände: Sie sind unverzichtbar für Permakultur, verdichten den Raum und bereichern Nutzgarten und Garten.

Schwierigkeit

Wozu sind Kletterpflanzen in der Permakultur nützlich?

In der Permakultur wird der Raum optimal genutzt: Dichte Kulturen fördern die Selbstversorgung. Das verbessert auch die Bodenfruchtbarkeit. Dafür gibt es mehrere Techniken, etwa Fruchtfolge, Zwischenpflanzung und Hügelbeete.

Kletterpflanzen tragen ebenfalls zur Verdichtung bei. Sie nutzen die kaum ausgeschöpfte vertikale Dimension. So erobern sie die Höhe bei geringem Platzbedarf am Boden. Im Gemüse- und Ziergarten ist alles nutzbar: Haus- und Gartenhauswände, Zäune, Gitter, Pfosten, Lauben, Pergolen, Balkongeländer oder abgestorbene Bäume.

Zudem erfüllen Kletterpflanzen viele Funktionen: Sie können Nahrung und sogar Heilmittel liefern, etwa durch essbare Früchte oder Beeren. Ihre Blüten sind oft sehr bienenfreundlich und nektarreich und locken zahlreiche bestäubende Insekten an. Auch für die Biodiversität sind sie wichtig, da sie vielen Insekten, Eidechsen und Vögeln Lebensraum bieten. Schließlich haben sie eine wichtige dekorative Funktion, indem sie unansehnliche Rankhilfen verdecken.

Weitere Vorteile:

  • Meist recht schnelles Wachstum
  • Sie spenden anderen Kulturen Schatten, die unter starker Sonne leiden
  • Geringer Pflegeaufwand
  • Oft weniger krankheitsanfällig, da ihr Laub keinen Bodenkontakt hat und somit weniger mit Pilzen und Feuchtigkeit in Berührung kommt

In der Permakultur lässt sich noch weitergehen: mit einem Waldgarten, auch essbarer Wald genannt. Dort wachsen Bäume, Kletterpflanzen, Gemüse und Kräuter in sieben Schichten zusammen. Kletterpflanzen nehmen darin einen wichtigen Platz ein. Sophie erklärt Ihnen , wie Sie einen Waldgarten anlegen.

Verschiedene Kletterpflanzen- Arten

Kletterpflanzen gibt es in Hunderten von Arten und Sorten. Um ihr Potenzial optimal zu nutzen, ist es wichtig, die Unterschiede zwischen den Arten und Sorten zu kennen und vor allem zu verstehen, wie sie in die Höhe wachsen. Oft benötigen sie eine Rankhilfe, sonst hängen sie traurig herab (auch wenn manche Kletterpflanzen hervorragende Bodendecker sind – aber das ist ein anderes Thema!).

Unabhängig davon, ob diese Kletterpflanzen einjährig (Stangenbohne, Feuerbohne, Erbse, Kürbis …) oder mehrjährig sind, hat die Natur sie mit verschiedenen Mitteln für den Aufstieg ausgestattet:

  • Manche kommen allein zurecht und nutzen einfach ihre Triebe zum Klettern (Tomate, Stangenbohne …), andere besitzen zusätzlich Dornen, die ihnen dabei helfen (Kletterrose, Brombeere …). Dennoch brauchen sie eine Rankhilfe, etwa einen einfachen Stab, ein Rankgitter oder ein Tipi.
  • Manche erklimmen mithilfe von Haftscheiben oder Haftwurzeln, die sie bilden, jede verfügbare Rankhilfe. Sie sind äußerst anpassungsfähig und können ohne fremde Hilfe an einer Mauer emporwachsen. Das bekannteste Beispiel ist der Gewöhnliche Efeu, aber auch der Wilde Wein, die Amerikanische Klettertrompete, die Sternhortensie
  • Andere Kletterpflanzen bilden Ranken, die sie um eine Rankhilfe schlingen. Dazu gehören die Weinrebe, Chayote, Kürbis, Gurke und Passionsblume.
  • Die kräftigsten und damit am stärksten zu kontrollierenden Kletterpflanzen sind windende Gehölze. Es sind sommergrüne oder immergrüne Kletterpflanzen, deren Triebe Lignin enthalten. Beim Klettern verholzen diese Triebe und werden im Laufe des Wachstums und der Jahre immer härter. Deshalb benötigen sie besonders stabile Rankhilfen, die der Kraft ihrer kräftigen Triebe standhalten. Zu diesen holzigen Kletterpflanzen gehört der Blauregen, der mit Abstand am kräftigsten wächst.

    Kletterpflanzen in der Permakultur

    Die verschiedenen Haftorgane von Kletterpflanzen

Je nach Kletterpflanze gilt es, die passende Rankhilfe auszuwählen. Im Garten oder Gemüsegarten ist dabei alles möglich: abgeschnittene Äste (für Erbsen), Holzpfähle oder -stangen, Bambus (als Tipi für Bohnen), Baustahl, Maschendraht, ein Rankgitter aus Holz, Metallseile an einer Mauer oder ein Drahtkäfig (für Tomaten). Auch ein Gartenhaus, Dachrinnen, ein Regenwassertank, der Zaun des Hühnergeheges oder ein abgestorbener Baum können als Rankhilfe dienen. Am wichtigsten ist eine ausreichend stabile Rankhilfe. Ein Blauregen gibt sich nicht mit einfachen Holzlatten zufrieden. Auch der Kiwi (Actinidia) braucht eine besonders solide Rankhilfe.

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Welche Kletterpflanzen für Permakultur?

Der von der Permakultur inspirierte Gärtner wendet sich zunächst essbaren Kletterpflanzen zu, die im Gemüsegarten, aber auch an anderen Stellen des Grundstücks ihren Platz finden. Im Gemüsegarten sind Kürbisgewächse wahre Kletterkünstler. So lassen sich bei geeignetem Klima bestimmte Kürbisse, Gurken, Melonen und Wassermelonen anbauen, aber auch Stangenbohnen, Buschbohnen, Zuckererbsen oder Schalerbsen, Feuerbohnen, die das Nützliche mit dem Schönen verbinden, Zuckererbsen oder Schalerbsen, die Chinesische Yamswurzel (Dioscorea batatas), weiße oder rote Basella beziehungsweise Malabarspinat, den Kaukasischen Kletterspinat (Hablitzia tamnoides), die Chayote oder Christophine … oder auch die Amerikanische Erdbirne (Apios americana), die in der Permakultur im Konzept des Waldgartens wegen ihrer länglichen Knollen häufig angebaut wird.

Bei den fruchttragenden Kletterpflanzen ist die Auswahl groß. Zu nennen sind natürlich die Brombeeren (Rubus fruticosus), die Brombeeren hervorbringen, Kiwipflanzen mit Kiwi und Zwergkiwi, Weinreben, Passiflora edulis (Passionsfrucht), die Schisandra chinensis, die Beeren mit fünf Geschmacksrichtungen hervorbringt, das Blaue Geißblatt (Lonicera caerulea kamtschatica) mit seinen Maibeeren sowie die Holboellie (Holboellia) … Auch Knollige Kapuzinerkresse lässt sich wegen ihrer essbaren Blüten pflanzen …

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