Fingerlimette pflanzen, kultivieren und ernten
Inhaltsverzeichnis
Fingerlimette: Wissenswertes
- Die Fingerlimette ist eine überraschende, begehrte australische Zitrusfrucht mit ungewöhnlichen, länglichen Früchten
- Sie enthalten kleine, säuerliche Perlen, die optisch an Kaviar erinnern
- Ihre Früchte sind wegen ihres einzigartigen Zitronenaromas in der Küche sehr beliebt
- Im Frühjahr trägt sie kleine, unscheinbare, duftende Blüten
- Sie bevorzugt drainierende, fruchtbare, eher saure Substrate
- Im Winter muss sie vor Kälte geschützt werden
- Der kompakte, buschige, dornige Strauch eignet sich perfekt für den Topf
Wort unserer Expertin
Die Fingerlimette ist eine australische Zitrusfrucht mit zylindrischen Früchten voller kleiner, säuerlicher Perlen in Grün, Gelb oder Rosa. Der dornige, buschige Strauch wird bis zu 3 m hoch und trägt grünes Laub sowie eine unscheinbare, aber duftende Frühlingsblüte. Die beliebten Früchte bieten ein einzigartiges Zitronenaroma.
Die etwas frostempfindliche Fingerlimette verträgt kurzzeitig bis -5 °C, muss aber außerhalb milder Regionen frostfrei überwintert werden. Sie bevorzugt nährstoffreiche, drainierende, kalkfreie Erde an sonnigen bis halbschattigen Standorten.
Steckbrief Fingerlimette
Steckbrief
- Lateinischer Name Citrus australasica
- Familie Rutaceae
- Gebräuchlicher Name Fingerlimette
- Blüte etwa im Mai
- Höhe bis 3–4 m
- Exposition Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens nährstoffreich, fruchtbar, drainierend, kalkfrei
- Winterhärte -2 bis -5 °C
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Die Fingerlimette oder Citrus australasica ist eine Zitrusfrucht, die für ihre zylindrischen Früchte mit kleinen, säuerlichen Kügelchen geschätzt wird, deren Form an Kaviar erinnert. In freier Natur findet man sie in den feuchten Wäldern der Ostküste Australiens. Sie kann in gemäßigten oder tropischen Klimazonen wachsen, ist jedoch empfindlich gegenüber Kälte. Kurzzeitig verträgt sie leichten Frost bis – 5 °C, nicht aber anhaltende Kälte. Daher kultiviert man sie außerhalb des Mittelmeerraums besser im Topf, damit sie im Winter geschützt untergebracht werden kann.
Früher lautete der wissenschaftliche Name der Fingerlimette Microcitrus australasica. Heute wird sie der Gattung Citrus zugeordnet, ebenso wie Zitronen- und Orangenbäume, und trägt daher den Namen Citrus australasica. Der Artname verweist auf ihr Ursprungsland Australien. Im Englischen wird sie „finger lime“ (Fingerzitrone) genannt, in Anlehnung an ihre schmale, längliche Form.
Wie andere Zitrusfrüchte gehört auch die Fingerlimette zur Familie der Rautengewächse, die 1.730 Arten umfasst. Viele Pflanzen dieser Familie enthalten ätherische Öle in ihren Geweben, die ihnen einen charakteristischen Duft verleihen. Neben Zitrusfrüchten gehören auch die Wein-Raute (Ruta graveolens), der Szechuanpfeffer (Zanthoxylum), die Orangenblume und die Skimmie zu dieser Familie.
Die Fingerlimette ist ein dichter, buschiger Strauch mit feinen und recht biegsamen Zweigen. Sie wächst langsam, und eine Jungpflanze benötigt mehrere Jahre, bevor sie die ersten Früchte trägt. In freier Natur erreicht die Fingerlimette maximal 7–8 m Höhe, in Kultur wird sie jedoch selten höher als 3 m. An den Stängeln und Zweigen sitzen kleine grüne Dornen, die in den Blattachseln der Blätter entspringen.
Die Fingerlimette blüht im Frühjahr eher unscheinbar. Ihre rosafarbenen Blütenknospen öffnen sich zu kleinen weißen oder blassrosa Blüten mit 1 bis 1,4 cm Durchmesser. Sie bestehen aus drei Blütenblättern, die ein Büschel gelber Staubblätter (männliche Organe mit Pollen) und einen Griffel (weibliches Organ zur Aufnahme des Pollens) umgeben. Die Blüten verströmen einen zarten Duft.

Blüten und Blätter der Fingerlimette (Fotos: Forest and Kim Starr / Nadia Talent)
Die Fingerlimette besitzt kleinere Blätter als andere Zitrusfrüchte. Sie werden bis zu 5 cm lang. Ihre dunkelgrünen, glänzenden Blätter sind oval und besitzen eine am oberen Ende gekerbte Blattspreite. Beim Zerreiben verströmen sie einen angenehmen Duft, der von durchscheinenden Drüsen mit ätherischen Ölen stammt (wie bei vielen Zitrusfrüchten!). Die Blätter sind immergrün und alternierend angeordnet. Sie sitzen einzeln nacheinander am Stängel. An jedem Blatt befindet sich außerdem ein kleiner Dorn.
Die Früchte der Fingerlimette werden zwischen Oktober und März geerntet. Ihre Bildung und Reife nehmen relativ viel Zeit in Anspruch. Sobald sie reif sind, lösen sie sich leicht vom Baum. Warten Sie mit der Ernte nicht, bis sie weich werden und von selbst abfallen, da sie sonst beschädigt werden könnten. Die Schale der Früchte ist empfindlich und bekommt bei Stößen leicht Narben oder Druckstellen.

Die Früchte der Fingerlimette können unterschiedliche Farbtöne annehmen und enthalten kleine durchscheinende Kügelchen mit zitronigem Geschmack
Die Früchte der Fingerlimette sind nicht kugelförmig wie Orangen und Pampelmusen, sondern lang, schmal und zylindrisch. Daher werden sie auch „Finger lime“ genannt, da ihre Form an einen Finger (finger) erinnert. Sie werden höchstens 10 cm lang und 1,4 cm dick. Die Fruchtschale kann unterschiedliche Farben annehmen: Grün, Gelb, Rot, Orange, Braun, Purpur, Schwarz … Die kleinen Kügelchen im Inneren sind durchscheinend und leuchten in einem schönen Grün-, Gelb- oder Rosaton. Sie ähneln Fischeiern, weshalb sie den Beinamen Fingerlimette erhielten. Diese Früchte sind bei Spitzenköchen sehr beliebt. Die Kügelchen haben eine besonders angenehme Konsistenz: Beim Zerbeißen setzen sie ein zitroniges, säuerliches Aroma frei. Die Früchte sind reich an Vitamin C.
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Fingerlimetten-Sorten
Die beliebtesten Sorten
Fingerlimette - Microcitrus australasica
- Blütezeit April, Mai
- Höhe bei Reife 3 m
Fingerlimette Verde - Microcitrus australasica
- Blütezeit April, Mai
- Höhe bei Reife 3 m
Fingerlimette Red Crystal - Microcitrus australasica
- Blütezeit April, Mai
- Höhe bei Reife 3 m
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Wo pflanzen?
Die Fingerlimette gedeiht in Sonne oder Halbschatten an einem windgeschützten Standort. Sie bevorzugt nährstoffreiche, fruchtbare, drainierende und leicht saure Böden. Vermeiden Sie kalkhaltige oder staunasse Böden. In mediterranen Regionen kann sie ins Freiland gepflanzt werden. Anderswo kultivieren Sie sie besser im Topf, um sie im Winter ins Haus zu holen, da sie anhaltende Kälte nicht verträgt (Grenze: –2 bis –5 °C).
Wann pflanzen?
Am besten im Frühjahr, etwa im Mai.
Wie pflanzen?
Für die Pflanzung im Topf:
- Einen Topf mit Abzugsloch wählen (aus Terrakotta, Holz oder Kunststoff)
- Eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton auf dem Topfboden anlegen
- Eine Mischung aus Blumenerde, kalkfreier Gartenerde und grobem Sand vorbereiten
- Die Fingerlimette pflanzen, ohne den Hals mit Erde zu bedecken
- Das Substrat um den Wurzelballen auffüllen und leicht andrücken
- Reichlich gießen
- Den Topf sonnig und windgeschützt aufstellen
Mehr dazu in unserem Ratgeber: Wie kultiviert man eine Fingerlimette im Topf?

Blätter und Blüten der Fingerlimette, Citrus australasica (Foto: Forest and Kim Starr)
Pflege
Gießen
Die Fingerlimette benötigt von Frühjahr bis Herbst ein frisches Substrat und regelmäßige Wassergaben.
- Warten Sie, bis die Oberfläche des Substrats abgetrocknet ist, bevor Sie erneut gießen
- Verwenden Sie vorzugsweise Regenwasser
- Reduzieren Sie das Gießen im Winter
- Lassen Sie kein Wasser im Untersetzer stehen: Stellen Sie den Topf bei Bedarf auf eine Kiesschicht
Düngen
- Düngen Sie von Frühjahr bis Herbst regelmäßig
- Flüssigdünger: alle zwei Wochen
- Langzeitdünger: zweimal jährlich in das Substrat einarbeiten
Überwinterung der Fingerlimette
- Stellen Sie den Strauch im Winter an einen hellen, frostfreien und ungeheizten Platz (maximal 10 °C)
- Stellen Sie ihn im Frühjahr wieder ins Freie
→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zur Überwinterung von Zitrusfrüchten.
Umtopfen
- Topfen Sie jährlich oder alle zwei Jahre im zeitigen Frühjahr in einen etwas größeren Topf um
- Ohne Umtopfen: Erneuern Sie die oberste Substratschicht
Rückschnitt
- Schneiden Sie im März und April: Entfernen Sie abgestorbene Zweige, lichten Sie die Mitte aus und kürzen Sie ungünstig platzierte Triebe
- Tragen Sie wegen der Dornen bedeckende Kleidung und Handschuhe
Schädlinge und Krankheiten
-
Bisher sind nur wenige Schädlinge bekannt, doch Schildläuse und Blattläuse können auftreten
→ Siehe Krankheiten und Schädlinge der Fingerlimette für weitere Informationen
Wann Fingerlimetten ernten?
Die Fingerlimette trägt von Oktober/November bis März Früchte. Warten Sie mit der Ernte nicht, bis die Früchte vom Baum fallen: Sie sind stoßempfindlich und könnten beschädigt werden.
Fingerlimetten erntet man meist bei voller Reife, wenn sie ihre sortentypische Farbe erreicht haben – grün, gelb, rosa oder rot – und sich leicht weich anfühlen.
Ein guter Hinweis: Die Früchte lassen sich leicht vom Strauch lösen. Im Inneren sollten die kleinen Perlen saftig und aromatisch sein. Die Fruchtgröße sagt jedoch nicht unbedingt etwas über die Reife aus, da reife Früchte klein bleiben können. Achten Sie bei der Ernte auf die Dornen.
Lagerung
Fingerlimetten halten sich im Kühlschrank bis zu 2–3 Wochen, im Gefrierschrank auch länger – ganz oder als Perlen. Geben Sie die Perlen in einen Eiswürfelbehälter: So bleiben Textur und Aroma gut erhalten.
Fingerlimette in der Küche: Welche Rezepte?
Fingerlimette genießen: Halbieren, Perlen herausdrücken und zuletzt in Gerichte, Desserts, Drinks oder Cocktails geben. Rinde als Gewürz.
Vermehrung
Pfropfen bleibt die wirksamste Methode zur Vermehrung der Fingerlimette. So erhalten Sie kräftige, dem Edelreis entsprechende Jungpflanzen, die bereits nach wenigen Jahren (etwa 3 Jahren) Früchte tragen. Dafür wird eine Spaltpfropfung vorgenommen, vorzugsweise auf einer Unterlage wie Poncirus trifoliata, die für ihre Winterhärte geschätzt wird.
Auch eine Aussaat von Fingerlimetten ist möglich, doch die Ergebnisse sind unsicher und erfordern Geduld: Die Fruchtbildung kann über 10 Jahre dauern! Verwenden Sie frische Samen aus einer reifen Frucht, spülen Sie sie kurz ab und säen Sie sie sofort in ein leichtes, drainierendes Substrat. Stellen Sie alles warm und hell auf und halten Sie die Blumenerde leicht feucht.
Die Stecklingsvermehrung der Fingerlimette ist eine weitere Möglichkeit, bleibt jedoch langsam und unsicher. Schneiden Sie einen 15 cm langen Fingerlimetten-Steckling von einem holzigen Trieb und entfernen Sie bis auf die oberen Blätter alle Blätter. Pflanzen Sie ihn in gut drainierte, angefeuchtete Blumenerde, nachdem Sie die Basis in Bewurzelungshormon getaucht haben. Decken Sie ihn mit einer Haube oder einer abgeschnittenen Flasche ab, um feuchte Luft zu schaffen, und stellen Sie ihn hell, aber vor direkter Sonne geschützt auf.
Association
Die Fingerlimette lässt sich mit anderen Zitrusfrüchten und ungewöhnlichen Obstgehölzen kombinieren! Kombinieren Sie sie zum Beispiel mit der Kumquat, die hübsche kleine orangefarbene Früchte trägt, oder mit der „Buddha-Hand“ (Citrus medica var. sarcodactylis) mit ihren ungewöhnlich fingerförmigen Früchten. Denken Sie auch an Indianerbanane, Brasilianische Guave oder Kaki-Pflaume. Entdecken Sie außerdem die Zwergkiwi, eine Verwandte der Kiwi mit kleinen süßen Früchten, die mit Schale gegessen werden. So entsteht ein sehr ungewöhnlicher Obstgarten mit seltenen Bäumen und Sträuchern! Zögern Sie auch nicht, Feigenbäume zu pflanzen: Sie erfreuen mit ihrer Silhouette, ihrem üppigen Laub und ihren mild-süßen Feigen.

Sie können die Fingerlimette mit anderen ungewöhnlichen Obstgehölzen kombinieren! Zwergkiwi, Fingerlimette, Kaki-Pflaume (Foto Fastily), Feigenbaum, Brasilianische Guave (Foto Jocelyn Kinghorn) und Kumquat
Im Süden Frankreichs können Sie mit der Fingerlimette einen Garten im mediterranen Stil gestalten. Pflanzen Sie zum Beispiel einige Palmen, Lavendel, Sonnenröschen, Agaven und Heiligenkraut in ihre Nähe. Dafür können Sie eine felsige, überwiegend mineralische Gestaltung anlegen. Lassen Sie sich von der farbenfrohen Blüte der Oleander oder der herrlichen Wuchsform eines Ölbaums begeistern. Lassen Sie auch eine Bougainvillee oder eine Passionsblume an der Hausfassade emporranken. Sie können außerdem weitere Zitrusfrüchte pflanzen: Zitronenbaum, Orangenbaum, Hybride Orange …
Nützliche Ressourcen
- Entdecken Sie alle unsere Tipps zur Kultur von Zitrusfrüchten
- Unser Ratgeber: „Zitrusfrüchte: 15 Fragen und Antworten zur Kultur“
- Unser Ratgeber „Überwinterung von Orangenbaum, Zitronenbaum und anderen Zitrusfrüchten“
Häufig gestellte Fragen
-
Kann ich die Fingerlimette zum Überwintern in die Wohnung oder ins Haus holen?
Nein, die Luft wäre zu warm und trocken! Überwintern Sie ihn hell und unbeheizt bei höchstens 10 °C. Im Frühjahr wieder hinaus: Draußen gefällt es ihm besser.
-
Blätter werden gelb und fallen ab! Warum?
Fingerlimette: Blattfall durch zu viel oder zu wenig Wasser? Prüfen Sie das Substrat. Drainage verhindert Wurzelfäule; drinnen kann trockene Luft schuld sein.
-
Meine Fingerlimette trägt keine Früchte! Warum?
Vielleicht zu jung: Fingerlimetten aus der Aussaat fruchten nach 10–15 Jahren, gepfropfte nach 3–4. Reichhaltige, drainierende Erde und Dünger helfen.
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