Gemüsegarten: Gemüse mit hohem Wasserbedarf

Gemüsegarten: Gemüse mit hohem Wasserbedarf

Gemüsepflanzen mit hohem Wasserbedarf

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. September 2026  durch Pascale 7 min.

Spätes Frühjahr: Welche Gemüse brauchen viel Wasser? Klimawandel, Regenwasser und Boden beachten. Lohnt sich der Anbau?

Sommer Schwierigkeit

Gurken (und Einlegegurken)

Die Gurke ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse. Sie kriecht am Boden entlang oder klettert mithilfe der Ranken, die sich an ihren Trieben entwickeln, an einer Rankhilfe empor. Die weiblichen Blüten sind meist blassgelb und bringen längliche Früchte hervor, die fleischig und vor allem sehr wasserreich sind. Da die Gurke so viel Wasser enthält, ist sie ein interessantes Gemüse für den Nutzgarten: Ihre Früchte sind erfrischend, kalorienarm und reich an Mineralstoffen und Vitaminen.

Außerdem hat die Gurke große Blätter mit breiten, leicht gezähnten Blattspreiten, die sich an windenden Stängeln entwickeln. Diese Triebe müssen unbedingt ausgegeizt werden, sonst bleiben die Früchte aus. Andererseits „schwitzen“ die großen Blätter bei starker Hitze besonders viel Wasser aus. Durch diese Verdunstung verlieren Gurken und Einlegegurken viel Wasser.

Wasserbedürftiges Gemüse

Die wasserreichen Früchte und die großen Blätter machen Gurken zu einem sehr wasserbedürftigen Fruchtgemüse, vor allem während der Fruchtbildung und bei großer Hitze. Sobald sich die Früchte bilden, sollte daher regelmäßig und reichlich gegossen werden – einmal täglich oder alle zwei Tage. Das gilt auch bei Trockenheit. Bei zu seltenem oder zu sparsamem Gießen werden Gurken schnell bitter.

Zusätzliche Tipps:

  • Am besten morgens gießen
  • Das Laub beim Gießen niemals nass machen, da Gurken anfällig für Mehltau sind. Mit einer Gießbrause direkt am Fuß der Gurke oder mithilfe eines Tropfsystems beziehungsweise porösen Schlauchs gießen
  • Temperiertes Wasser verwenden. Zu kaltes Wasser kann einen Temperaturschock auslösen
  • Mulchen, um die Gießabstände zu verlängern und die Feuchtigkeit im Boden zu bewahren

Melonen und Wassermelonen

Hier sind zwei weitere würdige (und köstliche) Vertreter der Familie der Kürbisgewächse. Es handelt sich um rankende, kriechende oder kletternde Pflanzen, die Wärme lieben. Auch wenn es heute Hybriden wie ‘Sugar Baby’ gibt, die (fast) überall angebaut werden können, ist die Wassermelone eine Sonnenpflanze, die vor allem im Süden Frankreichs, in der Region PACA oder in Okzitanien, wächst. Anderswo kann man sie immer noch im Gewächshaus anbauen.

Die Melone hat einen geringeren Wasserbedarf, der für eine üppige Fruchtbildung jedoch weiterhin beträchtlich ist. Beide einjährigen Pflanzen benötigen außerdem Wärme und Sonne, um sich gut zu entwickeln.

Wasserbedarf von Gemüse

Generell benötigen Wassermelone und Melone alle 2 bis 3 Tage Wasser, bei Trockenheit sogar täglich, besonders während der Fruchtbildung.

Zusätzliche Tipps:

  • Gießen Sie niemals über das Laub, um Pilzkrankheiten wie Mehltau zu vermeiden
  • Mulchen Sie den Boden großzügig, sobald die Jungpflanzen gut angewachsen sind
  • Gießen Sie mit Wasser bei Raumtemperatur
  • Stellen Sie das Gießen etwa zehn Tage vor der Ernte ein, damit die Früchte mehr Zucker einlagern

Auberginen

Die Aubergine ist eine aufrecht wachsende Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse. Sie bildet weiße oder violette Blüten und eher längliche Früchte. Die Aubergine ist ein wasserreiches, kalorienarmes Fruchtgemüse. Sie muss regelmäßig gegossen werden, verträgt jedoch keine zu feuchten, staunassen Böden. Daher sollte sie 2- bis 3-mal pro Woche gegossen werden, bei Trockenheit oder im Topf täglich.

Wasserreiches Gemüse

Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder halb verrottetem Kompost hält den Boden feucht und versorgt die Pflanze mit Nährstoffen.

Auch ein Gießstopp oder unregelmäßiges Gießen begünstigt das Auftreten der Blütenendfäule, auch Schwarzfäule genannt, die vor allem Tomate, Paprika und Aubergine betrifft, also Fruchtgemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse. Unregelmäßige oder unzureichende Wassergaben führen konkret zu einem sinkenden Calciumgehalt.

Weitere Tipps:

  • Immer am Fuß der Aubergine gießen und das Laub nicht benetzen, um Pilzkrankheiten wie Kraut- und Braunfäule, Mehltau oder Alternaria zu vermeiden. Tropfbewässerung oder poröser Schlauch sind für Auberginen geeignet.
  • Eine Gießmulde um die Auberginen anlegen, damit das Wasser nicht abläuft.
  • Mit zimmerwarmem Wasser gießen.
  • Morgens oder abends gießen, nie in der Mittagshitze.

Zucchini und Kürbisse

Die Anpassung der Bewässerung von Zucchini und Kürbissen an die klimatischen Bedingungen und die Bodenbeschaffenheit ist entscheidend. Auch die Bewässerung richtet sich nach dem Entwicklungsstadium der Zucchini-Jungpflanze. Frisch verpflanzte Zucchini müssen beim Anwachsen unterstützt werden: häufig, aber sparsam gießen. Sobald die Pflanzen kräftiger und gut eingewurzelt sind, wird seltener, dafür reichlicher gegossen.

Eine Zucchini-Jungpflanze sollte ein- bis zweimal pro Woche mit 10 Litern Wasser gegossen werden. Bei Hitzewelle und Trockenheit muss jedoch häufiger und stärker bewässert werden, damit der Boden nicht austrocknet. Denn ein zu trockener Boden kann zu einem abrupten Fruchtbildungsstopp führen.

Wasserliebendes Gemüse

Zu viel Wasser während der Fruchtbildung begünstigt dagegen Pilzkrankheiten wie Mehltau.

Weitere Tipps: 

  • Beobachten Sie die großen Blätter am Morgen, um zu erkennen, wann Ihre Zucchini Wasser benötigen. Tagsüber erschlaffen die Blätter in der brennenden Sonne. Ursache ist die Evapotranspiration. Sind die Blätter jedoch auch morgens noch welk, braucht die Pflanze Wasser.
  • Vermeiden Sie beim Gießen, das Laub zu benetzen. Gießen Sie daher am besten direkt aus der Gießkanne an den Pflanzenfuß. Das Wasser sollte langsam in den Boden eindringen.
  • Eine gute Mulchschicht verringert den Gießbedarf

Rettich

Rettich ist ein Wurzelgemüse, das sehr empfindlich auf Wassermangel reagiert, besonders im Sommer. Wenn Sie Rettich im Hochsommer anbauen möchten, sollten Sie ihn am besten im Halbschatten setzen, damit der Boden kühl bleibt.

Rettich bildet runde oder längliche Wurzeln und wächst sehr schnell: durchschnittlich in 3 bis 4 Wochen. Daher benötigt er ausreichend Wasser. Wird Rettich nicht genug gegossen, wird er scharf und hohl und damit fast ungenießbar oder zumindest weniger schmackhaft.

Wasserliebende Gemüse

Außerdem helfen regelmäßige Wassergaben gegen den Befall durch Schädlinge wie Erdflöhe, die trockene Böden bevorzugen. Diese kleinen fliegenden Insekten durchlöchern das Laub und bremsen das Wachstum der Pflanze.

Bei warmem Wetter wird Rettich daher 3- bis 4-mal pro Woche gegossen, bei Trockenheit täglich. Generell sollte der Boden stets frisch bleiben, damit der Rettich gleichmäßig und gesund wächst. Wassermangel zeigt sich außerdem an welkendem Laub.

Da Rettich jedoch nicht anfällig für Pilzkrankheiten ist, sollten Sie ihn am besten mit der Brause gießen.

Kohlarten

Ob Wirsing, Weißkohl, Chinakohl, Brokkoli oder Rotkohl – Kohl wird vom zeitigen Frühjahr bis zum Frühherbst gepflanzt. Er muss also den Sommer überstehen …

Für eine gute Entwicklung des Kohls mit seinem tiefen, kräftigen Wurzelsystem muss der Boden feucht gehalten werden. Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kultur. In zu trockenem Boden können manche Kohlarten schießen, während andere schlecht ausgebildete Köpfe oder Blütenstände entwickeln. Außerdem fördert die große Blattfläche die Verdunstung und damit bei Trockenheit die Austrocknung.

Wasserbedürftiges Gemüse

Schließlich hält regelmäßiges Gießen Erdflöhe auf Abstand, die Löcher in die Blätter fressen und dadurch die Entwicklung des Kohls beeinträchtigen.

Generell muss Kohl regelmäßig gegossen werden, ohne den Boden zu vernässen. Nur so entwickelt er reiches Blattwerk und feste Köpfe. Außerdem muss das Wasser tief in den Boden eindringen, um auch die tiefer liegenden Wurzeln zu erreichen. Daher empfiehlt sich regelmäßiges Hacken, damit das Wasser besser in den Boden eindringen kann.

Kohl darf niemals unter Wassermangel leiden.

Salate

Salate vertragen Hitze und erst recht Trockenheit bekanntlich nicht besonders gut. Deshalb ist regelmäßiges Gießen bei großer Hitze unerlässlich. Ohne Wasser schießen Salate sehr schnell, oder ihre Blätter werden bitter und zäh. Dadurch schmecken sie deutlich weniger gut.

Wasserbedarf von Gemüse

Die meisten Salate brauchen zwar einen lockeren, nährstoffreichen Boden, aber auch ausreichend Wasser. Sie sollten daher regelmäßig und reichlich gegossen werden, zumal Blattgemüse durch die Evapotranspiration besonders viel Wasser verliert.

Zum Gießen von Salat sind Tropfbewässerung und der poröse Schlauch nicht die geeignetsten Systeme. Besser ist eine Beregnung, bei der die Salate Feuchtigkeit über ihre Wurzeln, aber auch über ihre Blätter aufnehmen können. Ideal ist das Gießen mit der Brause, ebenso wie eine Beregnungsanlage, sofern sie ausschließlich auf die Salate ausgerichtet ist.

Keine Sorge: Salate sind nicht besonders anfällig für Pilzkrankheiten.

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