Mostäpfel: Welche Sorten?

Mostäpfel: Welche Sorten?

Beste Sorten für den Anbau im Obstgarten

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 8. Dezember 2025  durch Virginie T. 5 min.

Herb-süß, säuerlich, süß, sauer oder bitter – je nach Charakter, bietenMostäpfel eine große Geschmacksvielfalt. Ihr Fruchtfleisch ist mal süß, mal adstringierend und besitzt je nach Sorte ganz unterschiedliche Aromen. Anders als Tafel- oder Schneideäpfel sind Mostäpfel sehr harte Früchte, die sich besonders zum Pressen und zur Herstellung von Cidre eignen. Nach dem Pressen ergeben sie einen Most, dessen Zucker-, Gerbstoff- und Säuregehalt je nach Aromastoffen variiert. Eine Sorte allein reicht selten aus und profitiert meist von einer sorgfältigen Kombination, um das Bouquet des Cidres abzurunden. Oft handelt es sich um alte, wüchsige Sorten aus dem französischen Kulturerbe, die sehr winterhart sind (-20 bis -25 °C). Mostapfelbäume wachsen überall in Frankreich, sind jedoch meist regional verwurzelt und an ihren Ursprungsstandort besonders gut angepasst. Wie andere Apfelbäume bevorzugen sie lehmige, nährstoffreiche und frische, aber gut drainierte Böden. Bei voller Reife werden sie etwa 5 m hoch und 4 m breit und eignen sich gut für Hochstammformen. Sie gelten als selbststeril: Die Befruchtung gelingt besser, wenn andere Apfelbaum-Sorten für die Bestäubung vorhanden sind. Wir haben für Sie die sechs besten Sorten ausgewählt – aufgrund ihres Geschmacks, Ertrags oder ihrer Anpassungsfähigkeit.

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Schwierigkeit

Mostapfel Douce Coët Ligné: mildes Aroma

Apfelbaum Malus domestica ‚Douce Coët Ligné‘ aus der Bretagne: süße, saftige Äpfel für aromatischen Cidre. Halbaufrechter Wuchs, spätblühend.

Mostapfel Douce Moën: süßherbes Fruchtfleisch

Noch eine alte Sorte aus der Bretagne, dem südlichen Finistère, die recht ertragreich ist und seit 1949 auf der Liste der empfohlenen Sorten steht. Malus domestica ‚Douce Moën‘ oder ‚Dous Moën Rouge‘ trägt schnell und bringt jedes zweite Jahr eine Fülle von Äpfeln hervor. Ende Oktober schenkt er uns leicht längliche Früchte von 6 cm Größe und 35 bis 65 Gramm Gewicht. Unter ihrer rauen, goldgelben, leuchtend rot überzogenen Schale verbirgt sich saftiges Fruchtfleisch mit süß-herbem Geschmack. Gepresst ergeben die Äpfel einen süß-herben Most von sehr guter Qualität, intensiv gefärbt und aromatisch. Diese süßen Äpfel sind reich an Gerbstoffen, säurearm und leicht bitter. Sie ergeben einen sehr feinen Cidre mit zartem Bouquet. Auch für Mischungen eignen sie sich gut, denen sie Finesse und Rundheit verleihen und so für einen ausgewogenen Cidre sorgen.

Dieser Cidre-Apfel bildet einen schönen, gut verzweigten Baum, der sich leicht als Hochstamm erziehen lässt. In eher trockenem Klima anfällig für Mehltau und Feuerbrand, ist dieser Apfelbaum jedoch widerstandsfähig gegen Apfelschorf und Rindenkrebs.

Empfohlene Sorten zur gegenseitigen Bestäubung: Petit Jaune, Rouget de Dol, Douce Coët ligné, René Martin, Moulin à Vent, Noël des champs, Guillevic, Saint Martin.

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Mostapfel Locard: saurer Nachgeschmack

Der Kultur-Apfel ‚Locard vert‘, auch ‚Tut Muss‘ genannt, stammt aus den französischen Départements Creuse und Ille-et-Vilaine. Der sehr ertragreiche Baum liefert Ende Oktober kugelige, mehr oder weniger abgeflachte Äpfel, die breiter als hoch sind. Sie wiegen jeweils 40 bis 60 g und messen 7 cm. Diese grünen, rötlich-rosa verwaschenen Äpfel färben sich bei Reife mehr oder weniger gelb. Ihr Fruchtfleisch ist weißlich-grün, etwas korkig und wenig gerbstoffreich, weder zu süß noch zu sauer. Am Gaumen entfalten sie eine leichte Bitterkeit. Diese leicht säuerlichen Äpfel verleihen dem Cidre Frische. Für ein ausgewogenes Aroma sollten sie mit anderen Sorten gemischt werden. Der Mostapfel ‚Locard vert‘ hat eine halb aufrechte Wuchsform und eine breit gerundete Krone.

Die Sorten ‚Douce Moën‘, ‚Judor‘ oder andere Sorten mit mittelfrüher Blüte eignen sich als Befruchter.

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Mostapfel Marie Ménard: sehr bitter!

1910 wurde in den Côtes-d’Armor der Malus domestica ‚Marie Ménard‘ entdeckt, eine Referenzsorte. Dieser kräftige und wenig alternierende Mostapfel garantiert jedes Jahr einen reichen und regelmäßigen Apfelertrag. Der Fruchtansatz erfolgt langsamer als bei anderen Sorten, doch dies macht er durch seine gute Produktivität wett. Ende Oktober trägt er runde, abgeflachte, recht große Früchte (8 cm) mit ocker-gelber, karminrot überzogener Schale. Ihr Fruchtfleisch ist knackig, saftig, süß, säuerlich und sehr aromatisch. Nach dem Pressen erhält man einen bitteren, sehr gehaltvollen, tanninreichen und farbintensiven Most. Diese Äpfel ergeben einen kräftigen Cidre mit viel Körper und intensiver Farbe.

Dieser Obstbaum wächst zu einer ausgebreiteten, gut ausgewogenen, wenig verzweigten Krone heran. Er ist wenig anfällig für Schorf, Mehltau und Rindenkrebs und resistent gegen Feuerbrand.

Wie bei den zuvor genannten Mostapfelbäumen ermöglicht jede andere Sorte mit mittlerer bis später Blüte die Bestäubung.

Mostäpfel: Welche Sorte wählen? Beste Apfelsorten für Mostapfelbäume

Mostapfel Petit Jaune: sehr sauer!

Ertragreicher Mostapfel ‚Petit Jaune‘: kleine, säuerliche Äpfel für aromatischen Cidre. Mittelstarker Wuchs, anfällig für Mehltau und Schorf.

Kultur-Apfel, Esskastanie: süßer Geschmack

Hier ist ein vielseitiger Apfelbaum! Er schenkt uns Äpfel, die sich zu Cidre verarbeiten lassen, aber auch roh oder gekocht köstlich schmecken. Diese sehr alte Sorte war bereits im 13. Jahrhundert in der Normandie verbreitet und ist für ihre traditionelle Verwendung als Cidre-Apfel bekannt. Der Malus domestica ‚Châtaignier‘ ist mäßig wüchsig, aber sehr fruchtbar und trägt schnell. Er bildet 7 cm große, runde Äpfel, die an der Basis leicht abgeflacht sind. Diese Esskastanien-Äpfel werden spät, im November und Dezember, geerntet. Ihre dünne, glatte Schale ist gelbgrün und fast vollständig rot gestreift, dazu mit kleinen Rostpunkten übersät. Das wenig saftige, recht süße und wenig aromatische Fruchtfleisch verleiht dem Cidre seine Fülle. Die Sorte ist widerstandsfähig gegen Krankheiten, insbesondere gegen Apfelschorf – ein Vorteil in feuchten Regionen.

Für eine gute Bestäubung eignen sich die Sorten Court Pendu, Cox Orange, Golden Delicious, Granny Smith, Reinette Clochard, Goldparmäne, Reinette du Mans, Reinette Etoilée, Royal Gala oder jede andere Sorte mit mittlerer bis später Blüte.

Äpfel für Cidre: Welche Sorte wählen? Die besten Apfelsorten für Cidre

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