Wassersparender Gemüsegarten: Utopie oder Realität?
Tipps für einen ertragreichen Gemüsegarten ohne Bewässerung (oder fast)
Inhaltsverzeichnis
Gemüse ohne Gießen: Was steckt hinter den Methoden von Pascal Poot & Co.? Tipps, angepasst an Boden, Region und Möglichkeiten – plus Regenwasser sammeln.
Gemüsegarten ohne Wasser: möglich oder nicht?
Ein Gemüsegarten ohne Wasser? Kaum möglich: Regenwasser sammeln, Boden verbessern und eigene Samen säen – Tipps von Experten, passend zu Standort und Klima.
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Boden vorbereiten, verbessern und lockern
Ein nährstoffarmer Boden kann Regenwasser nicht zurückhalten: Es läuft ab und lässt den Grundwasserspiegel steigen – zulasten Ihres Gemüses. Dagegen wird ein nährstoffreicher, fruchtbarer Boden durchlässiger und hält Wasser leichter zurück. Daher gilt: Um den Wasserbedarf zu senken, müssen Sie Ihren Boden unbedingt anreichern. In einem lebendigen Boden entwickelt sich daraufhin eine vielfältige mikrobielle Bodenfauna, die sich von den zugeführten organischen Stoffen ernährt, sie umwandelt und so für Sie arbeitet. Diese gesamte Aktivität ermöglicht es Gemüsepflanzen, aus dem fruchtbaren Boden alles zu schöpfen, was sie brauchen: Wasser und Nährstoffe.

Ein nährstoffreicher, lockerer und gut durchlüfteter Boden spart Wasser
Um das Gießen auf ein Minimum zu beschränken, brauchen Sie einen nährstoffreichen, lebendigen, gelockerten und gut durchlüfteten Boden. Deshalb ist es wichtig, den Boden schonend zu bearbeiten, um ihn zu lockern und das Eindringen jedes Regentropfens zu fördern. Zum Durchlüften des Bodens eignet sich die Grabegabel (oder Grelinette®) ideal, aber auch Hacken kann sehr nützlich sein. Und zum Anreichern: reichlich Kompost! Auch das Ausbringen von Mist ist empfehlenswert, ebenso wie die Aussaat von Gründüngung, die viele Vorteile bietet.
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Gemüsegarten gießen: unsere TippsGroßzügig mulchen: Feuchtigkeit bewahren
Mulchen! Das ist der Schlüssel im Kampf gegen die Trockenheit. Die Vorteile des Mulchens, dessen wichtigste Funktion darin besteht, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und dadurch das Gießen einzuschränken oder sogar überflüssig zu machen, können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Voraussetzung ist, eine dicke Mulchschicht aus organischem Material anzulegen, das direkt im Gemüse- oder Ziergarten anfällt. So bedeckt Thierry Belsack, Gärtner aus dem Département Puy-de-Dôme, seinen Boden ab September mit einer dicken Mulchschicht.
Dieser Mulch besteht aus verschiedenen organischen und natürlichen Abfällen, etwa Rasenschnitt, Heu und Stroh, Falllaub, Ernteresten aus dem Gemüsegarten sowie gehäckselten Zweigen und Ästen vom Rückschnitt krankerfreier Obstbäume und Sträucher. Auch Unkraut lässt sich einarbeiten, sofern es vor der Samenbildung ausgerissen und an Ort und Stelle liegen gelassen wurde. Ebenso eignen sich Brennnessel- oder Beinwelltriebe, die den Boden zusätzlich beleben.
Um die Verdunstung wirksam zu begrenzen, muss der Mulch ausgewogen aus trockenen, kohlenstoffreichen und feuchten, eher stickstoffhaltigen Materialien bestehen. Diese schützende, wohltuende Schicht ist mindestens 40 cm dick und wird ab September oder Oktober ausgebracht. Sie wird laufend durch organisches Material ergänzt. Im Winter wirkt sie weiter. Im Frühjahr genügt es, die Mulchschicht beiseitezuschieben, um Gemüse auszusäen oder zu pflanzen.

Eine dicke Mulchschicht bewahrt die Bodenfeuchtigkeit
Diese dicke Mulchschicht verringert die Wasserverdunstung an der Oberfläche erheblich. Unter dem Mulch bleibt der Boden feucht, locker und luftig. Außerdem fördert die angesammelte organische Masse das Bodenleben und macht den Boden durchlässiger. So wird selbst der kleinste Regen gespeichert und steht dem Gemüse zur Verfügung.
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Wasserarme Gemüsepflanzen auswählen
Logischerweise sollten Sie für einen Gemüsegarten ohne Wasser wasserintensive Gemüse meiden: Gurke, Melone, Wassermelone, Aubergine, Zucchini, Kürbis, Rettich, Salat und Tomate … Eine gute Gelegenheit, andere Gemüse wie Kichererbse, Topinambur, Portulak oder Peruanischen Sauerklee auszuprobieren. Auf eine gute Ratatouille im Sommer möchte man trotzdem nur ungern verzichten!
Sehen Sie unser Video „Welches Gemüse wächst ohne Wasser? 10 trockenheitsverträgliche Gemüse“:
Deshalb ziehen manche gartenbegeisterte Nutzer sozialer Netzwerke ihr eigenes Gemüse aus Gemüsesamen, wobei sie regionale Sorten oder alte Gemüsesorten bevorzugen und nicht vermehrungsfähige F1-Hybridsamen meiden. Jahr für Jahr werden die Samen geerntet, um in der folgenden Saison ausgesät zu werden. So passen sich die Gemüsesorten von selbst an Klima, Boden und regionale Bedingungen an …
Die Aussaaten werden dagegen regelmäßig gegossen. Anschließend werden die Keimlinge in eine gut gemulchte Freilandfläche gepflanzt und ein letztes Mal gründlich gegossen. Danach bleibt fast nur noch, ihnen beim Wachsen zuzusehen … und auf ein wenig Regen zu warten.

Mit eigener Aussaat können Sie im Laufe der Jahre Gemüse mit weniger Wasser anbauen
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