Welche Obstbäume und -sträucher für Lehmboden?
Eine größere Auswahl als gedacht.
Inhaltsverzeichnis
Lehmböden sind schwierig: Sie speichern im Winter zu viel Wasser und trocknen im Sommer aus. Doch viele Pflanzen gedeihen darin, etwa Obstbäume und -sträucher wie Kultur-Apfel, Birnbaum und Pflaume.
Der Kultur-Apfel
Der in Europa wohl meistkultivierte Obstbaum, der Kultur-Apfel (Malus domestica) ist eine sichere Wahl für lehmige Böden. Kultur-Äpfel bieten eine enorme Sortenvielfalt (bei den Äpfeln selbst), verschiedene Wuchsformen (säulenförmig, aufrecht, ausgebreitet …) und Wuchsstärken (von 1 m bis über 10 m Höhe). Neben seinen Früchten ist der Kultur-Apfel während seiner Blüte im Frühjahr ein prachtvoller Baum. Außerdem bietet er zahlreichen Tieren im Garten Nahrung und Schutz.
Der Kultur-Apfel ist deutlich kalk- und spätfrostverträglicher als der Birnbaum. Dieser Obstbaum benötigt einen sonnigen Standort und einen schweren, lehmigen, nährstoffreichen und frischen, aber gut drainierten Boden.

Kultur-Äpfel
→ Entdecken Sie alle unsere fruchttragenden Kultur-Apfel-Sorten in unserer Online-Baumschule.
→ Mehr über den Anbau von Kultur-Äpfeln erfahren Sie in Evas Ratgeber.
Lesen Sie auch
Bodenart bestimmen: lehmig, sandig, schluffigDer Birnbaum
Ein zeitloser Klassiker! Der Birnbaum (Pyrus communis) steht wie der Apfelbaum in fast allen Obstgärten Frankreichs und Belgiens. Es gibt unzählige Sorten: Einige wie ‚Conférence‚ bevorzugen den feuchten, kühlen Norden, während andere wie ‚Alexandrine‘ im Süden besser gedeihen.
Die schöne, frühere Blüte der Birnbäume als bei Apfelbäumen wird manchmal durch Spätfrost im Frühjahr zerstört. Außerdem gilt: Obwohl der Birnbaum selbstfruchtbar ist, ist der Birnenertrag durch Fremdbestäubung stets höher. Pflanzen Sie daher ruhig mehrere Sorten mit gleicher Blütezeit.
Der Birnbaum liebt nährstoffreiche, schwere, lehmige und frische, aber gut durchlässige Böden. Ist Ihr Lehmboden zu schwer und verdichtet, wählen Sie einen auf Quitte veredelten Birnbaum. Birnbäume auf Sämlingsunterlage (Wilde Birne) eignen sich eher für kalkhaltige, trockenere Böden.

Birnbaum
→ Lesen Sie Evas Tipps zum Anbau von Birnbäumen.
DéEntdecken Sie andere Obstbäume
Alles ansehen →Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Die Nashi-Birne
Als botanischer Verwandter des Birnbaums unterscheidet sich die Nashi (Pyrus pyrifolia) durch ihre runden Früchte. Sie werden manchmal auch „Apfelbirnen“ genannt, da sie wie Äpfel aussehen, aber nach Birnen schmecken. Die Nashi ‚Shinseiki‘ trägt ab Mitte August knackige Nashis mit weißem, saftigem Fruchtfleisch. Nashi bezeichnet sowohl den Baum als auch die Frucht. Die Sorte ‚Shinsui‘ bildet etwa im September gelbere Früchte.
Nashis gedeihen an einem sonnigen, geschützten Standort. Alle neutralen, sauren oder leicht kalkhaltigen Böden sind geeignet, sofern sie nährstoffreich und lehmig, frisch, aber gut durchlässig sind.
Der sehr winterharte „asiatische Birnbaum“ mit leicht überhängender Wuchsform erreicht im Erwachsenenalter eine Höhe von 4 bis 5 m und eine Breite von 2 bis 3 m. Nashis sind selbstfruchtbar, tragen aber in Gesellschaft von Birnbäumen besser, zum Beispiel mit einem Birnbaum ‚William’s‘, und sind selbst gute Bestäuber für Birnbäume. Ein Obstbaum, den Sie ausprobieren sollten!

Nashi
Lesen Sie auch
10 Sträucher und Kleinbäume für schweren, feuchten BodenQuitte
Die Echte Quitte (Cydonia oblonga) dient nicht nur als Unterlage, sondern ist auch ein etwas vergessener Obstbaum. Der Quittenbaum trägt Quitten, eine Art große, goldgelbe Birnen. Diese Früchte werden nicht roh verzehrt, lassen sich aber zu Kompott, Gelee, Marmelade oder köstlicher Quittenpaste verarbeiten. Auch wenn Sie den Quittenbaum nicht wegen seiner Früchte anbauen, erweist er sich dank seiner Blüte im Frühjahr und seiner großen, leuchtend gelben Früchte im Herbst als schöner kleiner Zierbaum.
Anspruchslos, winterhart und sehr einfach zu kultivieren, wächst der Quittenbaum am besten in voller Sonne auf tiefem, nährstoffreichem, lehmigem und frischem Boden mit wenig Kalk.
Hinweis: Verwechseln Sie die Obstquitte (Cydonia oblonga) nicht mit der Japanischen Zierquitte (Chaenomeles japonica), die wegen ihrer Blüte im Frühjahr eher als Ziergehölz gepflanzt wird.

Quittenbaum
→ Wenn Sie mehr über den Anbau des Quittenbaums erfahren möchten, sind Sie hier richtig.
Pflaumenbaum
Pflaumenbäume (Prunus domestica) und Mirabellenbäume (Prunus domestica subsp. syriaca) gedeihen gut in lehmigem Boden, insbesondere Zwetschgen- und Mirabellenbäume. Auch wenn es kleinere Sorten gibt (Zwergpflaume ‚Fruit Me Plum Me‘), sind Pflaumenbäume meist kleine Bäume. Die Frühlingsblüte mit unzähligen kleinen weißen Blüten ist ausgesprochen zauberhaft.
Die Zwetschge (zum Beispiel Zwetschgenbaum ‚Stanley‘) ist eine länglich-eiförmige Pflaume von purpurfarbener bis blauschwarzer Farbe. Sie wird frisch, als Konfitüre oder für Torten und Kuchen verzehrt. Die Mirabelle (zum Beispiel Mirabellenbaum ‚Ruby‘) ist klein und rund, gelb oder orange, manchmal rötlich überhaucht. Sie wird frisch, in Torten und Kuchen sowie zur Herstellung von Obstbrand verzehrt.
Der Pflaumenbaum bevorzugt sonnige, vor starken Winden geschützte Standorte, die seine Zweige brechen können. Er ist ein kräftiger Baum, der in jedem Boden wächst, bevorzugt jedoch nährstoffreiche, tiefe, lehmige und frische, aber gut drainierte Böden mit leicht saurer Reaktion, ohne Staunässe und zu viel Kalk.

Mirabellenbaum
→ Virginie verrät Ihnen in ihrem Artikel alles über Pflaumenbäume: Pflaumenbaum, Mirabellenbaum: Pflanzung, Rückschnitt, Ernte.
Haselstrauch
Haselnüsse, darunter die Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana), werden unter den Obststräuchern selten erwähnt. Dabei tragen sie durchaus Nüsse: Haselnüsse. Für eine reiche Ernte großer Haselnüsse sollten Sie eine Sorte wählen, die viele hochwertige Früchte hervorbringt. Dazu gehört der Hasel ‚Webbs Prize Cobb‘, der größere und zahlreichere Früchte trägt.
Die Hasel ist auch ein attraktiver Strauch, der im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr mit langen, hängenden Kätzchen blüht und bei manchen Sorten purpurfarbenes Laub trägt. Dieser Strauch eignet sich sehr gut als lockere Hecke am Gartenrand.
Sehr winterhart und ausgesprochen pflegeleicht, gedeiht die Gewöhnliche Hasel in Sonne oder Halbschatten und in jedem Boden, auch in Lehmboden, sofern er ausreichend durchlässig und nicht zu trocken ist.

Hasel
→ Wenn Sie mehr über Haselnüsse erfahren möchten, lesen Sie den Artikel von Eva.
Die Echte Mispel
Ob man Mispeln mag oder nicht: Die Echte Mispel (Mespilus germanica) ist eindeutig ein Obststrauch. Sie trägt Mispeln, ungewöhnliche Früchte, die man im November teigig verzehrt, meist als Kompott oder Marmelade. Einige Echte Mispeln wurden auf größere und früher reifende Früchte selektiert, darunter die Echte Mispel ‚Monstrueuse d’Evreinoff‘.
Die Echte Mispel ist an den Boden sehr anspruchslos, daher gehört sie in diese Auswahl: Ein nicht zu kalkreicher, lehmig-sandiger und relativ gut drainierter Boden bekommt ihr gut. Sie ist außerdem sehr winterhart und mag Sonne oder Halbschatten. Schützen Sie Ihre Mispel jedoch vor starken Winden, die die Frühjahrsblüte beschädigen und damit den Fruchtansatz verhindern können.
Nicht verwechseln! Die sommergrüne Echte Mispel wird eher im Norden kultiviert, obwohl sie bis zum Mittelmeer verwildert vorkommt, und bevorzugt relativ feuchte Böden. Die Japanische Wollmispel (Eryobotrya japonica) ist dagegen immergrün, frostempfindlicher und kommt gut mit Trockenheit zurecht. Kurz gesagt: Nördlich der Loire wählt man eher die Echte Mispel, südlich davon die Japanische Wollmispel.

Echte Mispel
→ Mispeln pflanzen, pflegen und ernten – mit Pascales Tipps ganz einfach.
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare