Heilpflanzen im Waldgarten
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Inhaltsverzeichnis
Waldgarten: Nachhaltigkeit, Permakultur, wenig Pflege. Entdecken Sie essbare, fruchttragende und Heilpflanzen für Ihre natürliche Hausapotheke.
Was ist ein Waldgarten?
Waldgärten verbinden Permakultur und Agroforstwirtschaft. Bäume, Sträucher, Kräuter, Kletterpflanzen und Bodendecker bilden ein vielfältiges, ertragreiches Ökosystem.

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15 Heilpflanzen: Wirkung und Anbau zu HauseWarum Heilpflanzen anbauen?
Heilpflanzen im Waldgarten erhöhen die Biodiversität und liefern natürliche Mittel gegen Alltagsbeschwerden.
Sie wehren Parasiten ab und fördern die Bestäubung.
Der Beinwell
Beinwell ist ein Bodendecker des Unterholzes, der sich problemlos zwischen Sträuchern entwickelt, wo nur wenige Pflanzen wachsen – ganz ohne Pflege! Der Echte Beinwell (Symphytum officinale) wurde traditionell als Salbe oder Balsam verwendet, um die Wundheilung zu unterstützen sowie Entzündungen und Gelenkschmerzen zu lindern.
Beinwell gilt auch als „Akkumulatorpflanze“, denn beim Zersetzen geben seine Blätter die Nährstoffe an den Boden ab, die die Pflanze während ihres Wachstums aufgenommen hat (Kalium, Phosphor, Kalzium und viele weitere). Aus Beinwell lässt sich außerdem eine Jauche herstellen, die als kaliumreicher Dünger dient. Dank seiner Frühjahrsblüte ist er außerdem bienenfreundlich.
→ Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag über Beinwell: Pflanzung, Aussaat und Verwendung.

Echter Beinwell
Lesen Sie auch
Permakultur und Gemüsegarten – sprechen wir darüber?Die Echte Engelwurz
Mit ihrem üppigen Laub und den Blütenstielen verströmt die Echte Engelwurz einen leichten, anis- und moschusartigen Duft, der Bienen und andere Bestäuber anlockt. Die auch „Engelskraut“ genannte Pflanze ist vollständig essbar: von den Wurzeln bis zu den Blattstielen, einschließlich der jungen, minzig schmeckenden Stängel, die oft kandiert genossen werden. Die Engelwurz ist seit Jahrhunderten für ihre heilenden Eigenschaften bekannt, insbesondere als Abkochung oder Aufguss zur Förderung der Verdauung.
Sie ist eine zweijährige Pflanze, die halbschattige Standorte im Unterholz und nährstoffreiche, feuchte Böden bevorzugt.
→ Mehr erfahren Sie in unserem Pflanzenporträt über Engelwurz: Aussaat, Pflanzung und Pflege.

Echte Engelwurz
Minze
Minze ist ein ausgezeichneter Bodendecker, der Sonne und Halbschatten verträgt. Sie ist sehr leicht zu kultivieren und kommt ohne viel Pflege aus, neigt aber leider dazu, sich rasch auszubreiten, und sollte daher kontrolliert werden.
Ingrids Tipp: Ich pflanze sie in einen großen Topf, den ich in die Erde eingrabe, damit sie sich nicht ausbreiten kann.
Ihr frisches Aroma wird in der Küche sehr geschätzt, außerdem ist sie für ihre verdauungsfördernden Eigenschaften bekannt. In Speisen oder als Aufguss kann sie Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Krämpfe lindern.
→ Mehr dazu erfahren Sie in unserem Merkblatt über Minze: pflanzen, kultivieren und Stecklinge ziehen.

Minze
Echter Salbei
Der Echte Salbei (Salvia officinalis) ist eine Staude, die in der Küche für ihren leicht würzigen Geschmack, aber auch für ihre seit der Antike bekannten Heilkräfte geschätzt wird. Sie soll antiseptische und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und offenbar dabei helfen können, Halsschmerzen zu lindern und die Verdauung zu fördern.
Diese Staude liebt Sonne oder Halbschatten und bildet schöne Büsche mit graugrünem, flaumigem Laub und violetten Blüten, die zahlreiche Bestäuber anlocken und so zur Biodiversität Ihres Waldgartens beitragen.
→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber über Salbei, Salvia: Pflanzung, Rückschnitt und Pflege.

Salvia officinalis
Der Kleine Wiesenknopf
Kleiner Wiesenknopf
Der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor) ist eine hübsche Staude, die auf Wiesen und in lichten Wäldern wächst und sich daher ideal für einen Waldgarten eignet.
In der Küche werden die jungen Blätter des Kleinen Wiesenknopfs für ihr mildes Gurken- und Haselnussaroma geschätzt, etwa zum Verfeinern von Salaten, Suppen und Saucen. Medizinisch wurde der Kleine Wiesenknopf früher wegen seiner adstringierenden und blutstillenden Eigenschaften verwendet, also zur Stillung kleiner Blutungen und bei Verdauungsbeschwerden.
→ Mehr erfahren Sie in unserem Pflanzenporträt über Kleinen Wiesenknopf: Pflanzung, Anbau und Pflege.

Sanguisorba minor
Das Tüpfel-Hartheu
Tüpfel-Hartheu
Mit seinen leuchtend gelben Blüten ist das Tüpfel-Hartheu (Hypericum perforatum) eine Heil- und Arzneipflanze, die wegen ihrer beruhigenden und entspannenden Eigenschaften besonders in der Homöopathie eingesetzt wird. Ihm wird daher nachgesagt, Angstzustände, Schlafstörungen und Wechseljahresbeschwerden lindern zu können.
Außerdem zieht das Hartheu Bestäuber an und trägt so zur Biodiversität bei. Es wird auch für seine Trockenheitsverträglichkeit geschätzt und eignet sich daher besonders für Waldgärten, die mitunter trocken sein können.
→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Pflanzenporträt zu Hartheu: Pflanzung, Rückschnitt und Pflege.

Hypericum perforatum
Die Kleinblütige Königskerze
Die Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus) ist eine zweijährige Pflanze, die durch ihre stattliche Größe und ihre Trauben gelber Blüten auffällt, die im zweiten Jahr erscheinen und Bestäuber erfreuen. Diese auch Österreichische Königskerze genannte Pflanze bevorzugt volle Sonne oder leichten Halbschatten und sollte daher am Rand eines Waldgartens oder unter licht stehenden Bäumen gepflanzt werden.
In der Heilkunde soll die Kleinblütige Königskerze schleimlösend, hustenstillend und lindernd wirken. Ihre Blätter und Blüten werden häufig als Aufguss verwendet, um Halsweh und Husten zu lindern.
→ Mehr erfahren Sie in unserem Pflanzenporträt über Verbascum, die Österreichische Königskerze: pflanzen, kultivieren und pflegen.

Verbascum thapsus
Die Brennnessel
Die Große Brennnessel (Urtica dioica) wird wegen ihrer Brennhaare oft wenig geschätzt, ist aber eine äußerst nützliche Pflanze – sowohl für Gärtner als auch für das Ökosystem des Gartens. In der Heilkunde gilt die Brennnessel als reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Außerdem soll sie entzündungshemmend und harntreibend wirken sowie bei Gelenkschmerzen helfen. In der Küche würzen junge Brennnesselblätter Gerichte, Salate, Suppen, Pestos und Tees.
Im Garten ist die Brennnessel eine stickstoffreiche Pflanze, mit der sich der Boden als Brennnesseljauche oder Mulch anreichern lässt. Ihre Blüte lockt außerdem Bestäuber an. Sie bevorzugt einen nährstoffreichen, feuchten Boden und wächst sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten. Ihre Widerstandsfähigkeit und ihre Fähigkeit, den Boden zu verbessern, machen sie ideal für einen Waldgarten. Vorsicht jedoch: Sie kann sich stark ausbreiten. Reservieren Sie ihr eine abgelegene Ecke im Garten.
→ Mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber über die Brennnessel: eine Pflanze mit vielen Vorzügen

Urtica dioica
Die Melisse
Melisse ist eine halbimmergrüne Staude, die Bienen viele Nektarquellen bietet und in einem essbaren Wald sonnige bis halbschattige Standorte bevorzugt. Als Würz- und Aromapflanze verfeinert ihr leicht zitroniger Geschmack Gerichte, Salate und Desserts sowie Getränke wie Tee und Cocktails.
In der Heilkunde gilt Melisse als beruhigend und antiviral. Melissentee kann Stress und Ängste lindern, den Schlaf verbessern und leichte Verdauungsbeschwerden behandeln.
→ Mehr erfahren Sie in unserem Pflanzenporträt über Melisse: Aussaat, Pflanzung, Anbau.

Melisse
Und viele weitere!
Es gibt viele weitere Heilpflanzen für Ihren Waldgarten, etwa Kuhblume, Baldrian, Silbriger Beifuß, Echter Eibisch, Goldnessel, Gemeine Schafgarbe, Schöllkraut oder Große Kapuzinerkresse.
Berücksichtigen Sie Region, Klima, Boden und Standort. Wählen Sie eine für die Phytotherapie geeignete Sorte statt einer rein dekorativen Pflanze!
Haben Sie weitere Ideen? Teilen Sie sie gern in den Kommentaren!
Empfehlung
Wichtig: Bestimmte Pflanzen können mit Medikamenten wechselwirken. Lassen Sie sich vor der Anwendung ärztlich beraten.
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