Beet im windigen Garten anlegen
Robuste Pflanzen gegen Wind: passende Kombinationen
Inhaltsverzeichnis
Wer ein neues Beet an einem windigen Standort anlegt, muss einige Herausforderungen meistern. Von der Anlage bis zur Pflanzenwahl: Tipps für ein Beet, das starken Winden standhält – an der Küste, im Binnenland oder in windreichen Bergregionen.

Auf der Île de Batz im Finistère (Frankreich) trotzen Madeira-Natternkopf und polsterförmige Sträucher starken Winden
Auswirkungen von Wind auf Pflanzen
Wer am Meer lebt oder in einer windreichen Region mit Tramontana, Cers oder Mistral gärtnert, sollte die Auswirkungen dieser Naturkräfte kennen, bevor er einen Garten plant:
- Im Winter ist der Wind kalt und verstärkt das Gefühl niedriger Temperaturen – für uns ebenso wie für Pflanzen. Dieser kühlende Faktor muss bei der Winterhärte berücksichtigt werden (mehr dazu in Wie lassen sich Angaben zur Winterhärte einer Pflanze verstehen?);
- Im Sommer und teils auch im Frühjahr trocknet der Wind aus. Er schädigt Laub und Knospen, die verkümmern können, bevor sie sich öffnen;
- Winterwind wie der Mistral verbrennt Pflanzen;
- Bei Stürmen kann der Wind Pflanzen entwurzeln oder Zweige abbrechen;
- Außerdem verformt der Wind Pflanzen. Dieses an der Küste häufige Phänomen wird wissenschaftlich Anemomorphose genannt.

Abgebrochene Zweige an Sträuchern sind eine der häufigsten Folgen einer falschen Pflanzenwahl für windige Standorte
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Vor diesem Hintergrund gilt es bei der Gestaltung eines Beets, in stark windigen Lagen besonders sorgfältig auszuwählen. Das Sprichwort „die richtige Pflanze am richtigen Standort“ trifft hier ganz besonders zu.
Wie in vielen Ländern sind auch die Winde in Frankreich zahlreich und regional gut bekannt. Ob Sie mit einem starken, kalten Landwind oder einem die Küste überstreichenden, feuchten Meereswind zurechtkommen müssen – stets sollten Sie weniger windempfindliche Pflanzen wählen, insbesondere bei ihrer Struktur und Wuchsform.
- Wählen Sie robuste, rankende, holzige oder besonders biegsame Pflanzen: Orientieren Sie sich an dem, was die Natur an windgepeitschten Standorten hervorbringt und verträgt – zähe Wacholder, Gräser wie Strandhafer, Heidepflanzen usw.
- Wählen Sie eher niedrige Pflanzen mit polsterförmigem oder niederliegendem Wuchs, die dank ihrer geringen Höhe den Böen standhalten;
- Setzen Sie Pflanzen mit feinem, grauem oder kleinem Laub, das weniger empfindlich auf wiederholte Windbelastung reagiert.
- Bevorzugen Sie Pflanzen mit Pfahlwurzeln, die für festen Halt im Boden sorgen;
- Denken Sie außerdem an biegsame, natürlich überhängende Verzweigungen, die weniger leicht brechen.
Gartenstile, die all diese Kriterien erfüllen, sind Naturgärten, die vor allem mit der Biegsamkeit von Gräsern spielen, sowie englische Gärten mit ihren üppigen Mixed Borders, die großteils aus Stauden bestehen, die im Winter in Dormanz gehen und in dieser kritischen Zeit den Launen des Windes nicht ausgesetzt sind. Auch der Garrigue-Garten eignet sich dank der außerordentlichen Widerstandsfähigkeit seiner Pflanzen. Lesen Sie gern unsere Artikel über diese Gartenstile und erfahren Sie mehr über ihre wichtigsten Vorzüge!
Mein Tipp: Lokale Baumschulen empfehlen Ihnen stets die passenden Pflanzen für diese besonderen Bedingungen. Auch unser Tool Plantfit, das in der oberen Seitennavigation durch einen grünen Trieb symbolisiert wird, hilft Ihnen bei der Auswahl geeigneter Pflanzen. Dabei berücksichtigt es präzise Ihre zuvor im Kundenkonto angegebene Klimazone.

Der Nationalpark Karoo in Südafrika ist starken Winden ausgesetzt und setzt auf eine niedrige Vegetation (© Flickr – Esther Westerveld)
Beste windfeste Sträucher und Pflanzen nach Region
Die Wahl fällt unweigerlich auf Pflanzen, die an extreme Bedingungen gewöhnt sind. Je nach Region fällt sie jedoch unterschiedlich aus: an der Küste mit kaum Frost im Winter anders als in windigen Landstrichen im Binnenland, die Winden wie Mistral, Autan oder Tramontana ausgesetzt sind.
Beachten Sie unabhängig von der Region: Sträucher, die als windverträglich gelten und deren Verzweigung nicht beim kleinsten Windstoß bricht, nicht zu hohe Pflanzen sowie Arten mit tiefreichendem Wurzelsystem, die fest im Boden verankert sind. Auch prostrierte, kugelige, polsterförmige und teppichbildende Wuchsformen sollten bevorzugt werden, da sie dem Wind weniger Angriffsfläche bieten (im Lateinischen oft als ‚globosa‘ bezeichnet oder mit den Adjektiven globe, compacta, nana).
Hier sind drei Situationen, die Sie in Ihrem Garten ausprobieren können:
1 – An der Küste
Natürlich müssen die Pflanzen hier zusätzlich salzhaltige Luft vertragen. Hier eine kleine Auswahl; weitere Pflanzen finden Sie unter Pflanzen, die Spritzwasser vertragen und Salzluftverträgliche Stauden für den Küstengarten. Mehrere Pflanzen aus Südafrika oder Neuseeland sind in sehr geschützten Küstenregionen ohne Winterfröste (Bretagne, Atlantikküste, Mittelmeerküste) nützlich und äußerst dekorativ. An kälteren Küsten sollten Sie stets die maximale Winterhärte berücksichtigen und von den Angaben zwei bis drei Grad abziehen, damit Ihre Pflanzen den Winter überleben:
- Stauden : Aster, Englische Heide, Eryngium (und alle Distelarten), Katzenminze, Affodill, Euryops pectinatus, Fingerkraut, Heiligenkraut, Blaue Rasselblume, Platterbse, Hasenschwanzgras, Affodill, Wacholder, Grasnelke, Zistrose, Besenginster (Cytisus scoparius), Goldrute, Schwertliliengewächse wie Watsonie
- Bei den Sträuchern und Untersträuchern, die für Volumen sorgen, ist die Auswahl groß: Gänseblümchenstrauch, Palmlilie, Grevillea juniperina und lanigera, luftige und zarte Tamarisken, Pittosporum tobira, Pittosporum undulatum, Madeira-Natternkopf, kleine Spiersträucher, Kreuzblümchen, Teebaum, Erdbeerbaum (Arbutus unedo), Abelie, Kronwicken, Sambucus nigra …
- Nicht zu vergessen sind Pflanzen mit dickem, steifem Laub, die deutlich robuster sind, etwa Agaven (A. montana, A. parryi), Keulenlilien oder Rauhschöpfe.
Lesen Sie auch unsere Beiträge: 10 immergrüne Sträucher für die Küste, Einen Küstengarten gestalten und Einen Garten unter Kiefern gestalten.

Armeria maritima, Lagurus ovatus, Santolina chamaecyparis, Yucca gloriosa, Phormium tenax, Agave parryi
2 – Windkanal im Flachland oder in geringer Höhe
Wir befinden uns in warmen Regionen, die im Winter dennoch sehr kalt werden können, etwa in der Garrigue, im Rhonetal oder im okzitanischen Raum Frankreichs. Die Pflanzen müssen robust sein und sowohl Sonne als auch austrocknende Winde vertragen. Geeignet ist die große Auswahl an Garrigue-Pflanzen oder Arten aus den Steppen, die sich perfekt für magere Böden eignen:
- Pflanzen mit ledrigem, glänzendem, filzigem oder stacheligem Laub, das Schutz bietet: Montpellier-Zistrose, Korsische Zistrose, Phlomis fruticosa, Lavendel, Lampenputzerstrauch …
- Pflanzen mit wenig Angriffsfläche für den Wind, die unter Böen nicht brechen: Strauch-Salbei, Iberis sempervirens, Steinkraut, Daphne cneorum, Scheinquitte, Blaue Rasselblume …
- Winterharte graulaubige Pflanzen: Strohblume, Kugeldistel, Blauraute (Afghanistan-Salbei), Woll-Ziest, Echter Salbei, Beifuß, Zistrose, Lavendel, Heiligenkraut, Gamander …
- Pflanzen für Böschungen oder Bodendecker eignen sich ebenfalls gut: Stachys byzantina, kriechender Rosmarin, Sedum acre, Westringia fruticosa, Zwergkiefern wie Pinus mugo.
- Flexible oder robuste Gräser: Panicum virgatum, Besenried, Pennisetum alopecuroides, mittelgroßes Chinaschilf, Bartgras, Schwingel …
Lassen Sie sich auch inspirieren von: Wie legt man einen Garrigue-Garten an? und Einen Garten im Mistral oder in der Tramontana bepflanzen.

Helychrisum italicum, Montpellier-Zistrose, Panicum virgatum ‚Hanse Herms‘, Blaue Rasselblume, Palisaden-Wolfsmilch ‚Glacier Blue‘
3 – Kalter Windkanal: Bergregionen
In Höhenlagen erfordern kalte Winde und strenge Winter eine noch sorgfältigere Pflanzenauswahl. Oft heftige, kalte und trockene Winde kommen zu den klimatischen Belastungen hinzu: große Temperaturschwankungen, lange Schneeperioden, magere und steinige Böden. Die Pflanzen müssen daher Kälteverträglichkeit, festen Halt und die Fähigkeit verbinden, winterliche Trockenheit auszuhalten (der Wind führt Feuchtigkeit ab und trocknet den Boden aus). Auch hier sollten Zwergformen und kompakte Wuchsformen bevorzugt werden.
Hier eine nicht vollständige Auswahl geeigneter Kandidaten:
- Kompakte Sträucher: kriechende Wacholder (Juniperus squamata ‚Blue Star‘, Juniperus horizontalis usw.), kompakte Weißdorne wie Crataegus monogyna ‚Compacta‘ oder ‚Tortuosa‚, Teppich-Zwergmispel, Fingersträucher (Dasiphora fruticosa), Zwerg-Mehlbeere (Sorbus chamaemespilus) eignen sich dank ihrer teppichbildenden oder runden Wuchsform ideal.
- Immergrüne oder ledrigblättrige Pflanzen: Berberitzen wie ‚Orange Torch‚, Zwerg-Rhododendren (Rhododendron impeditum), Englische Heide, Japanische Lavendelheide (Pieris japonica), Besenginster wie ‚Boskoop Ruby‚, Ulex parviflorus schützen den Boden und sorgen das ganze Jahr über für Struktur.
- Zwergkoniferen: kriechende Fichten (Picea abies ‘Pumila’), Berg-Kiefern (Pinus mugo), Zwerglärchen (Larix decidua ‘Puli’) bilden ein robustes Gerüst.
- Stauden und Gräser: Cerastium tomentosum (Kleines Habichtskraut), Farne, alle mittelgroßen Zwiebelpflanzen (Triumph-Tulpen), Panicum-Gräser, Blaue Rasselblume, Garbe, Grasnelke, Schwingel und Segge sowie Hauswurz sind dank ihrer niedrigen Wuchsform und Winterhärte gut geeignet.
- Bestimmte botanische Rosen wie Rosa rugosa und Rosa canina, Heidelbeeren und aufrecht wachsende, robuste Apfelbeeren sowie Zierquitten, sofern sie geschützt stehen.

Rosa rugosa, Juniperus squamata ‚Blue Star‘, Crataegus monogyna ‚Tortuosa‘, Chaenomeles x superba ‚Cameo‘ und Berberis ‚Orange Torch‘
→ Lesetipp: Einen Berggarten gestalten; 10 windfeste Sträucher.
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Ein Beet in einer windigen Lage anzulegen, will wie in jedem Garten gut geplant sein, und die Vorbereitung ist ebenso wichtig wie die Pflanzung. Anders als der kaum beeinflussbare Regen lässt sich der Wind jedoch mit einigen Tricks bremsen oder zumindest abschwächen. Daraus lassen sich fünf wichtige Erkenntnisse ableiten:
1. Vor der Wahl des Beetstandorts beobachten
Wenn möglich, warten Sie bis zum Herbst, um den Windverlauf zu beobachten. In dieser Jahreszeit, wenn die Blätter fallen, lässt sich die Hauptströmung der vorherrschenden Winde deutlich besser erkennen. Ideal ist ein möglichst geschütztes Beet abseits dieser Windrichtung. Im Winter entdecken Sie außerdem die Mikroklimata im Garten, die Sie bevorzugen sollten.
Beobachten Sie auch die Gärten in der Nachbarschaft: Sie zeigen normalerweise, was in dieser Entfernung zur Küste bzw. in dieser Höhenlage gepflanzt werden kann.
2. Pflanzen in den ersten Jahren schützen und gut gießen
Viele der in diesem Artikel genannten Pflanzen vertragen starke, wiederkehrende Winde erst gut, wenn sie eine gewisse Reife erreicht haben. In den ersten Jahren sollten Sie sie daher besonders pflegen: Schützen Sie weniger winterharte Pflanzen mit Wintervlies und einer dicken Mulchschicht, bis sie ihr Wurzelsystem gut entwickelt haben. Auch das Gießen ist für eine gute Wurzelbildung entscheidend: lieber durchdringend als häufig und oberflächlich gießen.
3. Mit Stützen für besseren Halt sorgen
In windigen Lagen ist das Anbinden keineswegs eine Gärtnerlaune! Für ein Strauchbeet raten wir jedoch von allen Stämmchenformen ab, da sie stärker gefährdet sind. Einige fügsame Kletterpflanzen, Rosen, Stauden oder junge Sträucher können Sie dagegen unauffällig anbinden. Praktische Tipps finden Sie in Wie stützt man eine Staude?
4. Mit passendem Rückschnitt pflegen
Beim Rückschnitt sind zwei Dinge wichtig:
- Für luftige Formen sorgen: Schneiden Sie bei Sträuchern die mittleren Zweige aus, um die Angriffsfläche für den Wind zu verringern. Auch Kugel- oder Kuppelformen eignen sich bei dichten Sträuchern.
- Zeitpunkt: Schneiden Sie nach den Frösten (nicht vor März), um winterliche Windschäden zu vermeiden.
5. Geeignete Gestaltung und Materialien wählen
Marion erklärt dies ausführlich in 5 Tipps für einen Garten in windiger Lage. Hier fasse ich einige wichtige Punkte sowie Fehler zusammen, die Sie bei der Anlage eines Beetes nach der Auswahl geeigneter Pflanzen vermeiden sollten.
- Die Angriffsfläche für den Wind verringern:
- Wenn genügend Platz vorhanden ist, eine kompakte, dichte Windschutzhecke als Randbepflanzung anlegen;
- die Pflanzenhöhen staffeln: niedrige Bodendecker mit kompakten Sträuchern und höheren, aber biegsamen Sträuchern kombinieren;
- im Hintergrund des Beetes eine kleine Trockenmauer aus Natursteinen (50–80 cm hoch) errichten: Sie bricht Böen, ohne Verwirbelungen zu erzeugen, und wärmt die Pflanzen durch die Wärmespeicherung der Steine.
- Mulchen ist unverzichtbar, damit die Wurzeln nicht leiden und weniger Wasser verdunstet. Mulch stabilisiert den Boden zudem. Bringen Sie ihn fachgerecht aus und befeuchten Sie ihn, damit er beim ersten Windstoß nicht davonfliegt. Eignet sich der Garten dafür, können Sie auch einen schwereren mineralischen Mulch wählen.
- Niemals vor einem schlecht befestigten Zaun pflanzen (Sturzgefahr und „Windtunnel“-Effekt, wenn der Wind darunter hindurchzieht).
- Das Beet von großen, bruchgefährdeten oder alten Bäumen fernhalten: Ihr Umstürzen oder ihr Schatten kann die Sträucher schwächen.
- Nicht in gerader Linie pflanzen: Eine dem Wind quer stehende Hecke oder ein lineares Beet verstärkt die Schäden. Bevorzugen Sie geschwungene oder diagonale Formen, um die Luftströme zu verteilen.
- Vermeiden Sie schließlich zu viel Stickstoffdünger, da ein Übermaß die Triebe schwächt.

Eine höhere Schicht aus Pflanzen um das Beet herum anlegen, um es zusätzlich zu schützen (© Flickr -Harald de Payrebrune)
Weiterführende Informationen
Vergessen Sie unsere Tipps zum Thema Wie und warum eine Windschutzhecke anlegen? nicht.
Entdecken Sie auch unsere Artikel zur Gartengestaltung an verschiedenen Standorten:
Wie gestaltet man einen Westgarten?
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