Gemüsegarten im Gebirge: Welches Gemüse säen und pflanzen?

Gemüsegarten im Gebirge: Welches Gemüse säen und pflanzen?

Unsere Gemüseauswahl für raues Klima

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 20. Januar 2026  durch Pascale 7 min.

Gemüsegarten im Gebirge: Trotz kurzer Anbausaison und extremer Winterbedingungen gedeihen geeignete Gemüsearten. Die wichtigsten im Überblick.

Schwierigkeit

Was zeichnet das montane Klima aus?

Das Bergklima gilt für die Pyrenäen, Alpen, das Zentralmassiv, den Jura und die Vogesen. Dennoch unterscheiden sich die klimatischen Bedingungen je nach Höhe, in der man wohnt und gärtnert, erheblich. Ich selbst lebe im Mittelgebirge auf 600 bis 650 m Höhe und habe ein echtes montanes Klima. Oberhalb von 1000 bis etwa 1500 m spricht man vom Gebirge. Darüber beginnt das Hochgebirge.

Trotz dieser Höhenunterschiede, die sich auf die klimatischen Bedingungen auswirken können, ist unbestreitbar, dass das Klima im Gebirge sowohl für Gärtnerinnen und Gärtner als auch für Pflanzen anspruchsvoll und belastend ist Die Winter sind lang und kalt, geprägt von teils reichlichen Schneefällen und Temperaturen, die weit unter 0 °C fallen können. Die Sommer sind häufig von plötzlichen Temperaturschwankungen mit heißen, schwülen Phasen und heftigen Gewittern durchsetzt.

Klimazonen in Frankreich, Belgien, der Schweiz und Luxemburg

Wer im Gebirge Gemüse anbauen möchte, muss nicht nur die besonderen klimatischen Bedingungen, sondern auch eine deutlich kürzere Anbauzeit berücksichtigen. Denn die Frühjahrsfröste können sehr spät auftreten, während die ersten Herbstfröste oft schon früh einsetzen. Deshalb empfiehlt es sich, unter den Gemüsesorten vor allem frühe und schnell reifende Sorten auszuwählen. Ebenso kommt es nicht infrage, das etwas frostempfindliche Sommergemüse vor Mitte Mai zu pflanzen. Schließlich bieten Schutzmaßnahmen wie Folientunnel, Frühbeete, Gewächshäuser und Wintervlies… eine gute Möglichkeit, die Anbauzeit (ein wenig) zu verlängern. Nicht zu vergessen ist eine winterliche Mulchschicht, die das Gemüse vor Kälte und der Auswaschung des Bodens schützt.

Um die Anbauzeit zu verlängern, kann man im Gebirge außerdem Gemüse im Anzuchttopf oder als Miniballen kaufen und nach den Eisheiligen zwischen Mitte Mai und Anfang Juni auspflanzen.

Wurzelgemüse für den Gemüsegarten im Gebirge

Wurzelgemüse passt sich sehr gut an die klimatischen Bedingungen im Mittel- und Hochgebirge an, vor allem dank seiner guten Winterhärte. Dennoch sollten Sie eher früh reifende Sorten wählen, die mit größerer Wahrscheinlichkeit vor starken Kälteperioden reif werden oder frühe Kälteeinbrüche überstehen. Möhren eignen sich besonders gut für diese Bedingungen. Für eine Sommerernte sollten sie nicht vor Mitte März gesät werden, für eine spätere, gegebenenfalls unter einem Frühbeet geschützte Ernte von November bis März im Juni oder Juli. Im Bergklima empfiehlt es sich, kurze oder halblange Sorten sowie runde Möhren vom Typ Grelot zu bevorzugen, etwa die ‘Marché de Paris’, eine früh reifende Sorte, oder ‘Caracas’ mit halblangen Wurzeln. Auch ‘Touchon’ ist eine frühe Sorte, ebenso wie die ‘Möhre de Carentan’, eine alte Sorte mit halblangen, zylindrischen Wurzeln.

Rüben eignen sich ebenfalls gut für das Bergklima. Sie können im April oder im Juli und August für eine Ernte vor den starken Frösten gesät werden. Auch hier sollten Sie früh reifende, winterharte Sorten bevorzugen. Die ‘Navet rave hâtif d’Auvergne’ vereint alle diese Eigenschaften, ebenso wie die ‘Navet jaune Oregon F1’, ein Hybrid mit gelber Epidermis und weißem, mildem und süßem Fruchtfleisch. Sie können auch die ‘Navet de Milan à collet rose Atlantic’ ausprobieren, die eine kleine, runde Wurzel bildet.

Wurzelgemüse im Berggarten

Die vier wichtigsten Wurzelgemüse für den Anbau im Berggarten

Rote Bete keimt bereits bei 10 bis 13 °C – ideale Bedingungen für den Anbau im Gebirge. Unter Schutz kann sie von Mitte Februar bis Mitte März, im Freiland von Anfang bis Ende April gesät werden. Auch hier sollten Sie früh reifende Sorten wählen, deren schöne Wurzeln von Mitte Juni bis Oktober geerntet werden können. Die Sorte ‘Noire plate d’Égype’ mit kugelrunden, flachen Wurzeln ist sehr früh reif, ebenso wie die hübsche ‘Chiogga’ mit runden, weiß geringelten Wurzeln. ‘Détroit 3 race Short Top’ kann schließlich nach vier Monaten Kulturdauer geerntet werden.

Bei Radieschen können alle Sorten angebaut werden, da Radieschen von Natur aus sehr früh reifen. Denken Sie auch an schwarze Winter-Rettiche, insbesondere an den ‘Radis gros long d’hiver’.

Zum Schluss dürfen die alten Gemüsesorten nicht fehlen: Steckrübe, Pastinake, Topinambur und Meerrettich bleiben im Boden und können im Winter geerntet werden.

Blattgemüse für Berggärten

Zahlreiche Blattgemüse gedeihen im Gebirge, weil sie sich schnell entwickeln (Spinat, Salat) und besonders winterhart sind sowie kühle Temperaturen schätzen (Kohl). Die Auswahl ist groß, allen voran Kohl. Wirsing und Kopfkohl eignen sich besonders für Gärten in Höhenlagen, ebenso Grünkohl, Rosenkohl und Brokkoli. Auch Kohlrabi darf nicht fehlen. Bei Weißkohl können Sie eine Sorte wie ‘Le Bœuf Moyen de la Halle’ mit kegelförmigen Köpfen wählen oder den ‘Très hâtif de Louviers’. Bei Kohlrabi bieten sich der ‘Blanc hâtif de Vienne’ oder der ‘Azur Star’ mit hübschen violetten Knollen an. Lassen Sie sich auch vom ewigen Kohl Daubenton überraschen.

Spinat, der Hitze nicht verträgt und frische Böden schätzt, ist der Star im Berggarten. Sommersorten werden von März bis Anfang Mai gesät, Wintersorten von Mitte Juli bis Mitte September (‘Géant d’hiver’). Die Sorte ‘Matador’ wird von Juni bis September gesät.

Grüner Mangold gedeiht ebenfalls in Höhenlagen, da er Trockenheit nicht verträgt. Er braucht jedoch einen sonnigen Standort und wird etwas später als anderswo, im Mai oder Juni, gesät. Je nach Temperaturen kann er bis Oktober oder November geerntet werden. ‘Verte à carde blanche’ zeigt eine gute Kältetoleranz. ‘Verte à couper’ wird vor allem wegen der Blätter angebaut, die wie Spinat zubereitet werden.

Lauch ist sehr kältefest und daher ideal für Berggärten. Am besten kauft man Jungpflanzen und pflanzt sie aus, denn die Aussaat von Lauch ist etwas schwierig. Im Gebirge ist sie möglich, aber nur unter geschützten Bedingungen. Da Lauch den Winter im Freien verbringt, sollten winterharte Sorten wie ‘Bleu d’hiver’, ‘Poireau d’hiver de Saint-Victor’ oder ‘Bleu de Solaize’ gewählt werden.

Gemüse für den Berggarten

Vier für Höhenlagen geeignete Gemüsesorten: der Mangold ‘Verte à carde blanche’, der Spinat ‘Géant d’hiver’, der ‘Poireau d’hiver de Saint-Victor’ und der Weißkohl ‘Bœuf moyen de la halle’

Alle Salate lassen sich im Gebirge anbauen, sofern Aussaat- und Erntezeit, aber auch ihre Winterhärte berücksichtigt werden … Einige Sorten tragen jedoch bereits besonders aussagekräftige Namen: ‘Reine des Glaces’, ‘Rouge grenobloise’, Kopfsalat ‘Merveille des quatre saisons’ oder ‘Merveille d’hiver’. Auch Feldsalat gehört in den Berggarten.

Weiteres Gemüse für montanes Klima

Auch viele andere Gemüse gedeihen gut in einem Berggarten. Dazu gehören Ackerbohnen, die nur von Mitte März bis Mitte April gesät werden sollten, sowie Erbsen. Bei diesen sollten Sie Sorten mit runden Körnern bevorzugen, da sie kälteresistenter und vor allem deutlich schneller erntereif sind, etwa ‘Zwergerbse sehr früh von Annonay’, ‘Rondo zum Auslösen’ oder ‘Douce Provence’, die zu den frühesten Sorten gehören. Die Aussaat erfolgt von Mitte März bis Mitte April.

Bohnen gedeihen ebenfalls sehr gut in höheren Lagen. Dabei sollten Sie Buschbohnen bevorzugen, da sie schneller erntereif sind als Stangenbohnen. Auch hier sind frühe Sorten besonders empfehlenswert. Die frühesten Sorten stellen wir Ihnen in diesem Artikel vor: Wie wählt man Bohnen aus?

Das unverzichtbare Trio der Lauchgewächse (Knoblauch, Schalotte und Zwiebel) gedeiht ebenfalls in montanen Gärten. Sie sollten vorzugsweise im Frühjahr gesät werden, um sie im Spätsommer zu ernten.

Kartoffeln sind ebenfalls unverzichtbar und lassen sich überall anbauen. Um Ihre Erfolgschancen zu erhöhen, wählen Sie frühe Sorten. Die Pflanzung erfolgt zwischen Ende April und Anfang Mai, bei sehr frühen Sorten wie ‘Siterma’ sogar noch im Juni.

Kartoffel im Berggarten

Die Kartoffel ‘Siterma’ gehört zu den frühesten Sorten

Und natürlich dürfen zum Schluss auch die Sommergemüse nicht fehlen, die sich hervorragend im Berggarten anbauen lassen. Tomaten, Zucchini und Kürbis, Gurken sowie Auberginen wie ‘Barbentane’ wachsen dort sehr gut. Vorausgesetzt, Sie haben es nicht zu eilig! Warten Sie in aller Ruhe bis Mitte, besser noch bis Ende Mai, bevor Sie Ihre Jungpflanzen ins Freiland setzen. Diese sollten Sie einige Wochen zuvor an einem warmen Ort vorgezogen haben.

Gemüse zum Vergessen!

Melonen, Paprika und Chili im Berggarten säen und anbauen? Vergeblich: Sie brauchen Sonne und eine lange Kulturzeit. Frühe Herbstfröste verhindern oft die Reife.

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Lauch unter Schnee