Sommergemüse schneiden: Warum und wie?
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Im Hochsommer brauchen Zucchini, Paprika, Melonen und Auberginen einen Rückschnitt. Tipps zum richtigen Ausgeizen für eine bessere Ernte – ohne folgenschwere Fehler.
Warum Sommergemüse zurückschneiden?
Der Begriff Sommergemüse bezeichnet sonnenliebendes Gemüse, das Wärme und Wasser benötigt, um sich richtig zu entwickeln. Zu den Sommergemüsen zählen vor allem die Nachtschattengewächse (Tomaten, Paprika und Chilis, Auberginen) und Kürbisgewächse (Zucchini, Melonen, Kürbisse, Gurken).
Dennoch sollte manches Sommergemüse nicht zurückgeschnitten werden. Das gilt etwa für Tomaten mit begrenztem Wachstum wie Roma-Tomaten oder Kirschtomaten. Ebenso ist es unnötig, eine nicht rankende Zucchini zurückzuschneiden, die als etwa einen Meter breite Staude wächst.
Andere Gärtner verzichten auf den Rückschnitt ihres Sommergemüses und überlassen es der Natur. Vor allem, weil sie den Rückschnitt als Einfallstor für Pilzkrankheiten betrachten. Schließlich ist ein Rückschnitt ein Einschnitt, eine Schnittstelle – also eine Verletzung der Gemüsepflanze.
Andere schwören dagegen auf Rückschnitt oder Ausgeizen. Ihre zahlreichen Argumente sind ebenso überzeugend:
- Der Rückschnitt von Sommergemüse entfernt unnötige Triebe und Zweige, die Pflanzensaft für ihr Wachstum verbrauchen, der dann den Früchten fehlt. Durch den Rückschnitt soll die Ernte größer ausfallen, weil sich der Pflanzensaft auf die Früchte konzentriert.
- Der Rückschnitt von Sommergemüse soll eine schnellere und frühere Ernte ermöglichen, weil die durch das Entfernen von Blättern und Trieben freigelegten Früchte mehr Licht erhalten.
- Der Rückschnitt von Sommergemüse soll eine gleichmäßige, einheitliche Ernte ermöglichen: Alle Früchte werden groß und erhalten dieselbe Menge Sonne.
- Der Rückschnitt lässt Luft durch das Laub zirkulieren und verringert so das Risiko von Mehltau.
- Der Rückschnitt begrenzt das manchmal üppige, schwer zu bändigende Wachstum – besonders in kleinen Gärten.
Aber …
- Da das Laub die Photosynthese ermöglicht, verringert sein Entfernen auch die Photosynthese und damit die Fruchtbildung.
- Eine Frucht kann durch direkte Sonnenstrahlen Sonnenbrand bekommen. Das Laub schützt sie davor.
- Müssen Hobbygärtner wirklich unbedingt vollkommen gleichmäßige Früchte haben?
- Zwar belüftet der Rückschnitt die Pflanzen und begrenzt das Auftreten von Mehltau, doch zugleich verletzt er die Pflanze und erleichtert das Eindringen von Krankheiten und Parasiten.
Daher ist es am besten, beide Methoden zwei Sommer in Folge parallel zu testen. Denn Wachstum und Ernte von Sommergemüse hängen nicht allein vom Rückschnitt oder seinem Ausbleiben ab. Natur und Fruchtbarkeit des Bodens, die geografische Lage und damit das Klima, regelmäßiges Gießen, Mulchen … sind ebenfalls Faktoren, die den Ertrag von Sommergemüse beeinflussen.
Dennoch stelle ich meine persönlichen Überzeugungen zurück und gebe Ihnen einige Tipps und Tricks zum Rückschnitt der wichtigsten Sommergemüse.
Ein letzter Tipp: Schneiden Sie Gemüse immer mit einem gereinigten und mit Brennspiritus desinfizierten Gartenmesser, um jede Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.

Zurückschneiden oder nicht? Das ist hier die Frage!
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Ob violett, weiß oder sogar grün, länglich oder rund: Die Aubergine zählt zu den Sommergemüsen und ist aus der mediterranen Küche nicht wegzudenken. Im Garten ist sie in nährstoffreichem, fruchtbarem, frischem und gut drainiertem Boden leicht anzubauen, sofern sie viel Sonne und Wärme sowie regelmäßige Wassergaben erhält.
Die Aubergine bildet meist mehrere Früchte an jedem Seitentrieb, daher ist ein Rückschnitt nicht zwingend erforderlich. Er hilft jedoch, das Wachstum unfruchtbarer Triebe zu begrenzen. Wenn Sie Ihre Auberginen schneiden möchten, können Sie dies während der gesamten Wachstumszeit von Juni bis September tun.
Wie geht das?
- Der Haupttrieb wird oberhalb der zweiten Blüte geschnitten. Gibt es nur eine Blüte, schneiden Sie oberhalb dieser Blüte.
- Nach diesem Schnitt entwickeln sich mehrere Seitentriebe, die Blüten bilden.
- Schneiden Sie erneut oberhalb der zweiten Blüte und oberhalb eines Blattes.
- Belassen Sie nur einen der beiden Triebe, die wachsen werden.

Sie können auch die Geiztriebe entfernen, also die kleinen Seitentriebe, die unten am Auberginenfuß wachsen.
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Sommerlicher Zucchini-Rückschnitt
Hier ist ein weiteres unverzichtbares und sehr ertragreiches Sommergemüse. Die Zucchini ist kaum zu verfehlen, braucht aber einen fruchtbaren, reich mit Kompost oder Mist angereicherten und frischen Boden. Zucchinipflanzen profitieren von einer Mulchschicht. Außerdem sollten die Pflanzen mindestens 1 Meter Abstand voneinander haben, damit sie sich gut entwickeln können.
Nur rankende Zucchini-Sorten werden zurückgeschnitten. Nicht rankende Sorten müssen keinesfalls entspitzt werden.
Wie geht man vor?
- Schneiden Sie Triebe mit bereits 4 oder 5 Blättern direkt hinter dem zweiten Blatt zurück. Dadurch entfernen Sie die Endknospe.
- Neue Seitentriebe werden austreiben, meist zwei neue Triebe, die Früchte tragen. Sobald sie 7 bis 8 Blätter haben, können Sie sie erneut hinter dem 5. Blatt zurückschneiden.
- Wenn aus den ersten Blüten die ersten Zucchini hervorgegangen sind, schneiden Sie erneut hinter dem ersten oder zweiten Blatt zurück, das direkt auf die letzte Frucht folgt.

Bei Kürbissen gehen Sie genauso vor. Damit sie vor den ersten starken Frösten reif werden, können Sie einige fruchttragende Seitentriebe entfernen und nur die kräftigsten stehen lassen.
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Paprika und Chili schneiden
Als Vertreter der Familie der Nachtschattengewächse stammen Paprika und Chili von derselben Pflanze ab. Paprika ist eigentlich eine milde Chili. Wie anderes wärmeliebendes Gemüse brauchen auch sie Wärme, regelmäßige Bewässerung sowie einen nährstoffreichen, fruchtbaren und gut durchlässigen Boden.
Wie bei der Aubergine ist ein Rückschnitt nicht unbedingt nötig, kann aber die Fruchtbildung fördern und nördlich der Loire die Reifung beschleunigen. Außerdem lässt sich damit das Pflanzenwachstum begrenzen, da Paprika und Chili dichte, mindestens 1 m hohe Büsche bilden können. 
Wie geht man vor?
- Schneiden Sie den Haupttrieb der Paprika- oder Chilipflanze zurück, sobald sie etwa zehn Früchte trägt.
- Kürzen Sie die Seitentriebe nach dem zweiten Blatt hinter der letzten Frucht.
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Melonen-Rückschnitt
Melonen werden von Juni bis August geschnitten, besonders in weniger sonnigen Regionen. So lässt sich die Fruchtbildung beschleunigen und den Früchten bleibt genügend Zeit, sich zu entwickeln und Sonne zu tanken. Im Süden Frankreichs ist der Rückschnitt jedoch nicht unbedingt erforderlich.
Wie geht man vor?
- Warten Sie, bis Ihre Melonenpflanze 4 echte Blätter entwickelt hat. Die Schweinsohren werden dabei nicht mitgezählt. Sie sind die ersten Blätter der Pflanze und meist daran zu erkennen, dass sie eine andere Form haben. Die meisten Gemüsepflanzen sind Dikotyledonen und bilden zwei rundliche Schweinsohren aus.
- Schneiden Sie den Haupttrieb nach den ersten beiden Blättern der Seitentriebe ab.
- Wiederholen Sie diesen Vorgang bei den neu gebildeten Trieben.
- Sobald die Triebe Früchte tragen, schneiden Sie den Trieb nach den beiden Blättern hinter der Frucht ab.

Weitere Informationen:
Gurken und Einlegegurken: Rückschnitt
Gurken (und Einlegegurken, die eigentlich vor der Reife geerntete Gurken sind) bevorzugen leichte, gelockerte, sehr frische und humusreiche Böden. Auch Sonne ist unerlässlich. Um Anbau und Ernte zu erleichtern, empfiehlt es sich, die Pflanzen aufzuleiten, da sie gern an Stäben, einem Netz oder Gitter hochklettern. Sie können Gurken und Einlegegurken aber auch flach liegend anbauen. Ein Rückschnitt von Gurken und Einlegegurken fördert die Fruchtbildung.
Wie geht man vor?
- Schneiden Sie den Haupttrieb über dem zweiten Blatt ab. Daraus entwickeln sich Seitentriebe.
- Wenn diese Seitentriebe 4 Blätter haben, kneifen Sie sie über dem 4. Blatt aus.
- Sobald sich Früchte gebildet haben, schneiden Sie nach dem zweiten Blatt hinter der 3. Frucht ab.

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