Chicorée: Aussaat, Anbau und Ernte
Inhaltsverzeichnis
Chicorée kurz erklärt
- Chicoree (Cichorium) ist eine botanische Gattung aus der Familie der Korbblütler mit zahlreichen wild wachsenden und kultivierten Arten. Allen gemeinsam ist eine gewisse Bitterkeit
- Einige Chicoree-Arten (Cichorium endivia) werden wegen ihrer Blätter (Endivie Escariol und Endivie) angebaut, andere (Cichorium intybus) vor allem wegen ihrer Wurzeln (Chicorée und Zichoriensalat). Diese Unterart umfasst jedoch auch Sorten, die wegen ihrer Blätter geschätzt werden
- Es handelt sich um krautige Stauden, deren Heilwirkung bereits den Griechen und Ägyptern bekannt war
- Die meisten Chicoree-Arten tragen azurblaue Blüten, die sich von Juli bis September öffnen
- Viele dieser kultivierten Chicoree-Arten müssen vor Licht geschützt werden, damit sie bleichen und ihre Bitterkeit verlieren
Worte unserer Expertin
Sich mit der botanischen Gattung der Chicorée (oder besser: der Chicorée-Arten) zu befassen, garantiert Kopfschmerzen! Denn bei Chicorée gibt es sowohl etwas zu trinken als auch zu essen! Wir alle kennen das leicht bittere Getränk (auch wenn wir es nicht unbedingt probiert haben …), einen Kaffeeersatz, der in Nordfrankreich sehr beliebt ist. Diese industrielle Chicorée wird aus der Wurzel einer Sorte von Cichorium intybus, einer krautigen wilden, robusten Pflanze mit hübschen azurblauen Blüten gewonnen. Zu ihr gehören auch die Wegwarte, der Zuckerhut, die italienische Chicorée mit vollständig roten Blättern sowie die Winterendivie.

Die wilde Chicorée (Cichorium intybus) wächst natürlicherweise an Wegrändern und auf ungenutzten Feldern
Dieselbe Winterendivie (im Norden Frankreichs und in Belgien Chicon genannt), deren Wurzeln getrieben und gebleicht werden, ist eine wilde Chicorée, die für den Anbau gekreuzt wurde … Logischerweise könnte man annehmen, dass unsere Winterendivie von Cichorium endivia abstammt. Doch weit gefehlt! Zu dieser botanischen Art der Gemüse-Chicorée gehören die Escarole und die krause Endivie – Salate, die bereits in der Antike angebaut wurden und sich als recht frosthart erweisen. Sie sind an ihren mehr oder weniger gezähnten Blättern zu erkennen und schmecken alle leicht bitter. Auch sie müssen manchmal gebleicht werden.
Sind Sie verwirrt? Das ist ganz normal … Doch mit etwas Konzentration wird alles klarer. Ich lade Sie ein, mit mir in die wunderbare Welt der Chicorée einzutauchen und zu verstehen, wie eine Pflanze sowohl als Heißgetränk als auch mit einer Vinaigrette genossen werden kann.
Botanische Beschreibung
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Chicorée
- Blüte Sommer
- Höhe variabel
- Exposition volle Sonne
- Art des Bodens Gut durchlässiger, nährstoffreicher Boden
Alles beginnt mit der Gattung Cichorium. Die berühmte Chicorée, deren Geschichte sich im Dunkel der Zeit verliert. Schon die Urmenschen nahmen sie sicherlich in ihren Speiseplan auf, doch im Ebers-Papyrus aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. wird Chicorée erstmals als Heilpflanze erwähnt. Bereits dort wird zwischen der wilden Wegwarte und der kultivierten Garten-Chicorée unterschieden. Von der ersten nutzt man vor allem die Wurzel wegen ihrer heilenden Eigenschaften, von der zweiten bevorzugt man die Blätter.

Botanische Tafel
Später schätzten auch die Griechen und Römer diese Chicorée sehr, vor allem wegen ihrer heilenden Eigenschaften. Doch alle kultivierten Sorten stammen hauptsächlich von der wilden Wegwarte ab. Die Garten-Chicorée wurde dagegen vernachlässigt, da sie als zu bitter galt. Karl der Große nahm sie dennoch in das Capitulare de villis auf, in dem alle Pflanzen verzeichnet sind, die einen Platz in den Gärten der Burgen und Schlösser verdienten. Später findet man sie auch im Codex.
Botanisch gehört Chicorée zur riesigen Familie der Korbblütler, die nicht weniger als 20.000 verschiedene Arten umfasst. Und die Gattung Cichorium gliedert sich wiederum in zwei Arten: Cichorium endivia und Cichorium intybus. Hier beginnt die Verwirrung … Cichorium endivia, die Endivie, umfasst entgegen ihrem Namen die Eskariol-Salate (Cichorium endivia var. Latifolia) und die Frisée-Endivien (Cichorium endivia var. Crispum). Der Chicorée gehört nicht hierher, sondern zur Art Cichorium intybus, die auch Wilde Wegwarte oder Bittere Zichorie genannt wird. Zu ihr gehören außerdem die Chicorée-Arten, deren grüne oder rote Blätter wir verzehren – Zuckerhut, Wegwarte, Treviso und andere schöne italienische Chicorée-Sorten – sowie die Industrie-Chicorée (Cichorium intybus var. Sativum). Deren Wurzeln werden getrocknet, geröstet und zerkleinert, um das von der Marke Leroux bekannte Heißgetränk herzustellen.
Endivien (ohne Chicorée!)
Die Endivie (Cichorium endivia) wurde bereits in der römischen Antike kultiviert, stammt jedoch nicht von einer Wildform ab. Diese aus dem Mittelmeerraum stammende Chicorée wird als Gemüsepflanze angebaut und von Botanikern als „echte Endivie“ bezeichnet. Sie ist eine einjährige, selbstfruchtbare Pflanze und bildet zwei Gruppen kultivierter Sorten: Frisée-Endivien (Cichorium endivia var. crispum) und Eskariol (Cichorium endivia var. latifolium).
Es handelt sich um aufrecht wachsende krautige Pflanzen mit Pfahlwurzel. Beim Eskariol sind die Blätter wechselständig, leicht gekräuselt und ganzrandig oder gezähnt. Die Frisée-Endivie besitzt dagegen schmale, rosettenförmig ausgebreitete, stark gezähnte Blätter, die leicht flaumig behaart oder kahl sind und zur Triebspitze hin feiner werden. In der Mitte sind die Blätter gelb und gehen nach außen hin in Grün über.
Wilde oder bittere Chicorée
Die Wilde Wegwarte oder Bittere Zichorie (Cichorium intybus) ist eine zweijährige, krautige Staude mit aufrechter Wuchsform und einer fleischigen, zylindrischen Pfahlwurzel. Sie wächst an einem einzelnen, verzweigten, kantigen und behaarten Stängel aufrecht. Die grundständigen Blätter sind geteilt und gelappt und ähneln denen des Löwenzahns. Die mittleren Blätter sind ganzrandig und lanzettlich, während die oberen Blätter Hochblätter bilden. Die kräftig grünen Blätter sind auf der Oberseite rau und auf der Unterseite behaart. Einige Pflanzenteile, besonders die Wurzeln und Blätter, enthalten einen sehr bitteren weißen Milchsaft. Man findet sie häufig an Wegrändern, auf Brachland und auf unbewirtschafteten Feldern.
Von Juli bis September erscheinen Blütenkörbchen mit himmelblauen Blüten. Sie öffnen sich bei Tagesanbruch und schließen sich mittags, außer bei bedecktem Himmel. Diese Besonderheit brachte ihnen den Namen „Bräute der Sonne“ ein. Danach entwickeln sich schuppige Achänen mit kurzen Haarkronen.
Die Art Cichorium intybus umfasst Sorten, die wegen ihrer Blätter kultiviert werden, sowie andere für die Nutzung ihrer Wurzeln. Diese vielfältigen Verwendungszwecke haben zur Züchtung zahlreicher Kultivare geführt:
- Die Wegwarte: Sie ist die ursprüngliche Bittere Zichorie und wird wegen ihres zerteilten Laubs angebaut. Sie bildet eine lange, gerade Wurzel, die im Winter im Keller getrieben werden kann. Dabei entstehen lange, bleiche, etiolierte und zerzauste Blätter, die vor allem deutlich weniger bitter sind. Diese ursprünglich aus Italien stammende Chicorée wurde im 19. Jahrhundert in der Umgebung von Montreuil bei Paris häufig angebaut.
- Der Zuckerhut, eine verbesserte Wilde Wegwarte: Diese kultivierte Sorte der Wilden Wegwarte wurde aus Cichorium intybus foliosum gewonnen, aus der unter anderem der Chicorée hervorgeht. Ihren Namen verdankt sie den dicht aneinanderliegenden Blättern, die einen festen, harten Kopf in Form eines Zuckerhuts bilden.
- Italienische Chicorée: Dabei handelt es sich um italienische Sorten der Wilden Wegwarte mit einer schönen roten Färbung, die bei den ersten Frösten erscheint. Ihr Kopf ist deutlich kleiner, aber dicht und fest, und ihre Bitterkeit sehr ausgeprägt. Die Blätter werden von einer recht breiten weißen Mittelader durchzogen.

Wegwarte, Zuckerhut, italienische Chicorée und Chicorée
- Witloof-Chicorée oder Chicorée, im Norden auch Chicon genannt. Cichorium intybus foliosum wird zum Treiben kultiviert, damit schöne bleiche, verdickte Sprosse entstehen.
- Kaffeezichorie (Cichorium intybus var. sativum) ist eine Bittere Zichorie, die wegen ihrer großen Wurzel industriell angebaut wird. Die Wurzel wird in Stücke geschnitten oder geraspelt, getrocknet, geröstet und gemahlen. Daraus entsteht das einfach Chicorée genannte Heißgetränk, das in Nordfrankreich und Belgien sehr beliebt ist. Der größte Teil der Produktion dieser Chicorée dient jedoch der Herstellung von Inulin, einem Zucker, der in Fruktose umgewandelt wird. Das Laub wiederum dient als Viehfutter.
Die Wilde Wegwarte besitzt zahlreiche Heilwirkungen, die seit der Antike bekannt sind. Man verwendet die Wurzel oder die Blätter als Abkochung oder Aufguss. Sie ist dafür bekannt, Verdauungsbeschwerden zu lindern. Sie wirkt harntreibend, appetitanregend, schweißtreibend und anregend. Als Abkochung verordnete Wurzeln helfen bei Leberbeschwerden.
Verschiedene Chicorée-Sorten
Im Gemüsegarten geht es hier nur um die Kultur der Blatt-Chicorée, die meist als Salat verwendet wird. Ob lange, gewellte Blätter mit glatten oder tief eingeschnittenen Rändern wie bei Escariol und Frisée, dichte Köpfe wie beim Zuckerhut oder Chicorée oder fest geschlossene Rosetten mit roten Blättern – alle Chicorée-Sorten haben eine mehr oder weniger ausgeprägte Gemeinsamkeit: ihre Bitterkeit
Escariol ist ein üppiger Chicorée. Er bildet eine 30 bis 40 cm breite Rosette aus breiten, leicht gewellten und besonders knackigen Blättern. Dieser Herbst- und Wintersalat hat einen ausgeprägten Geschmack mit einer leicht bitteren Note. Nach den ersten Nachtfrösten werden die Blätter milder.
Unsere Favoriten
Endivie Escariol Cornet d'Anjou
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 50 cm
Endivie Escariol Géante Maraîchère
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 30 cm
Endivie Escariol Blonde à Cœur Plein Bio - Vilmorin
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 30 cm
Diese Salate haben schmackhafte, stark eingeschnittene und gezähnte Blätter, die sich zu einer ausgebreiteten Rosette sammeln. Frisée ist weniger winterhart als Escariol und eignet sich eher als Sommer- oder Herbstsalat. Um die Bitterkeit der Blätter zu verringern, muss er etwa zehn Tage vor der Ernte gebleicht werden.
Unsere Favoriten
Endivie Fine de Meaux
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 30 cm
Endivie Très Fine Maraîchère
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 50 cm
Endivie Grosse Pancalière Bio - Ferme de Sainte Marthe
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 50 cm
Diese Chicorée-Sorten mit ihrer schönen roten bis purpurfarbenen Färbung sind sehr frosthart und bleiben den ganzen Winter ohne besonderen Schutz im Gemüsegarten. Ihre Köpfe mit deutlich weißen Blattrippen sind eher dicht und fest, aber klein. Sie eignen sich ideal für die Herbst- und Winterernte und können erneut austreiben, wenn das Laub über dem Hals abgeschnitten wird. Ihr Geschmack ist bitter, weshalb sie sich gut für Schnittsalat-Mischungen eignen, denen sie Farbe verleihen.
Unsere Favoriten
Zichoriensalat Rouge de Vérone
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 50 cm
Zichoriensalat Rouge de Trévise
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 50 cm
Zichoriensalat Rossa Di Treviso 3 Bio - Ferme de Sainte Marthe
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 50 cm
Speziell der Witloof-Chicorée (flämisch für „weiße Blätter“) bildet sehr weißen Chicorée. Die Kultur dieser aus Cichorium intybus var. foliosum hervorgegangenen Sorte ist relativ jung und geht auf das Jahr 1850 zurück. Sie wurde von Herrn Bréziers, dem Chefgärtner der Belgischen Gartenbaugesellschaft, entwickelt. Er erhielt diesen spindelförmigen Salat, indem er einige Pflanzen des wilden Chicorées in Sand setzte.
Die besondere Chicorée-Kultur umfasst drei verschiedene Schritte: die Aussaat der Wurzeln im Mai direkt ins Freiland mit anschließender Ernte zwischen September und November, das Treiben im Dunkeln zur Bildung einer verdickten Knospe und schließlich das Brechen, bei dem der Trieb von der Wurzel getrennt wird.
Unsere Favoriten
Winterendivie Witloof Normale Maraîchère
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 30 cm
Winterendivie Crénoline F1 (création Vilmorin) - Vilmorin
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 1,50 m
Dieser wilde Chicorée mit zerzausten, in einer Rosette angeordneten Blättern ist roh verzehrt sehr bitter. Er muss daher ebenso wie Chicorée warm und dunkel getrieben werden. Eine andere Methode ist das Treiben im Freien in einem gemulchten Graben unter einem lichtundurchlässigen Minitunnel. Dadurch entstehen junge, blasse und fein gezähnte Blätter, die deutlich weniger bitter sind.
Unser Favorit
Zichoriensalat Barbe De Capucin
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 50 cm
Diese Chicorée-Sorten sind sehr alte Züchtungen und bilden grünlich-weiße, sehr lange und feste Köpfe. Die Blätter rollen sich zu einer 40 bis 60 cm hohen Tüte ein. Sie bleichen natürlich aus. Dieser knackige Salat kann roh oder gekocht verzehrt werden und schmeckt mild. Er ist frosthart – Frost verbessert sogar seinen Geschmack – und wird im Herbst und Winter geerntet.
Unser Favorit
Blattzichorie à larges feuilles Améliorée Pain de Sucre - Vilmorin
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 50 cm
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Aussaat von Chicorée
Welcher Boden und Standort für Chicorée?
Die meisten Chicorée-Arten, besonders Cichorium intybus, bilden eine tief wachsende Pfahlwurzel. Daher brauchen sie tiefgründigen, gut gelockerten, lockeren und steinfreien Boden. Für Chicorée sollte er reich an gut verrottetem organischem Material sein. Zu viel Stickstoff verträgt Chicorée dagegen schlecht. Der Boden sollte außerdem frisch, aber gut durchlässig sein, da Chicorée Staunässe nicht mag.
Was die Bodenart betrifft, ist Chicorée anspruchslos. Der Boden kann neutral und gewöhnlich, aber auch leicht sauer oder lehmig sein.
Chicorée gedeiht an einem sonnigen Standort, besonders wenn die jungen Keimlinge aus der Erde kommen. Im Hochsommer vertragen manche Sorten jedoch keine große Hitze. Dann ist der Schatten anderer Gemüse hilfreich. Sie können auch im Halbschatten säen, sofern der Standort nicht zu kühl ist.
Wann Chicorée säen?
Je nach Art wird Chicorée von Mai bis August ausgesät. Die Keimung erfolgt bei 15 bis 20 °C. Eine geschützte Aussaat ist möglich, besser ist jedoch die Direktsaat ins Freiland, um eine vorzeitige Blüte und damit das Schossen zu vermeiden. Endivie Escariol und Endivie werden idealerweise von Mitte Mai bis Mitte Juli gesät, für eine Ernte im Frühwinter von Mitte Juli bis Mitte Oktober. Chicorée ‚Pain de sucre améliorée‘ wird von März bis Juni gesät, italienischer Chicorée von Juni bis August. Chicorée für die Treibkultur sät man im Mai oder Juni für eine Ernte ab November. Die Aussaatzeit der Wegwarte ist länger und reicht von April bis August.
Chicorée säen und pikieren
Generell wird Chicorée in Reihen mit 30 bis 40 cm Abstand gesät.
- Jäten Sie den Boden sorgfältig und entfernen Sie verbliebene Steine.
- Lockern Sie den Boden mit einem Grubber oder einer Grabegabel.
- Arbeiten Sie gut verrottetes organisches Material ein.
- Ziehen Sie 1 cm tiefe Furchen.
- Säen Sie dünn und bedecken Sie die Samen mit einer feinen Schicht Erde oder gesiebter Blumenerde.
- Gießen Sie mit einer Gießbrause.
Im Freiland keimt Chicorée innerhalb von 3 bis 5 Tagen. Danach besteht die Gefahr des Schossens. Für eine gute Keimung sind außerdem 15 bis 20 °C erforderlich.
Nach etwa 3 bis 4 Wochen wird auf 10 cm Abstand bei Chicorée für die Treibkultur und auf 30 cm bei anderem Chicorée vereinzelt. Entnommene Keimlinge können mit demselben Abstand verpflanzt werden.
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Chicorée bleichen und ernten
Nicht alle Chicorée-Sorten werden gleich behandelt. Einige können direkt geerntet werden, andere müssen gebleicht werden, um ihre Bitterkeit zu mindern, wieder andere benötigen eine Treiberei.
Endivie Escariol, Endivie sowie italienische Chicorée-Sorten und Chicorée ‘Pain de sucre’ werden je nach Sorte ab dem Spätsommer geerntet, nach Bedarf und bei warmem Wetter vorzugsweise morgens. Bei den frosthärtesten Sorten dauert die Ernte bis in den Kernwinter. Für die Ernte schneiden Sie den Strunk einfach mit einem scharfen Messer ab. Endivie Escariol und Endivie müssen gut ausgebreitet sein, während die anderen Sorten einen kompakten Kopf bilden.
Wenn Sie die Bitterkeit dieser Salate fürchten, können Sie sie bleichen.
Bleichen für weniger Bitterkeit
Einige Chicorée-Sorten werden milder, zarter und knackiger, wenn die inneren Blätter gebleicht werden. Das gilt für Endivie und Endivie Escariol, deren Herz dabei kein Licht und somit kein Chlorophyll erhält. Je nach Art wird unterschiedlich gebleicht.
Bei Endivie Escariol und Endivie beginnt das Bleichen etwa zehn Tage vor der Ernte am Standort. Dazu binden Sie die Blätter einfach mit einem Stück Bast, einer Schnur oder einem Gummiband zusammen. Diese Methode birgt jedoch einige Risiken: Bei feuchtem Wetter kann das Herz durch das Zusammenbinden faulen. Besser ist es daher, bei trockenem Wetter zu bleichen. Die zweite Gefahr sind Schnecken, die im Inneren des Salats eingeschlossen sind und dort ein Festmahl veranstalten. Prüfen Sie vor dem Zusammenbinden sorgfältig, dass sich keine Schnecke zwischen den Blättern versteckt! Staffeln Sie das Bleichen, damit Sie nicht alle Salate gleichzeitig essen müssen. Bei Frost wird vom Bleichen hingegen abgeraten.

Endivie Escariol kann gebleicht werden, um ihre Bitterkeit zu mindern
Um diese Probleme zu vermeiden, können Sie den Chicorée einfach entweder mit umgedrehten Töpfen oder speziellen Pflanzglocken abdecken. Diese Methoden verringern die Gefahr des Faulens. Denken Sie jedoch daran, das Abflussloch der Töpfe zu verschließen! Wenn Sie große Mengen Endivie und Endivie Escariol anbauen, können Sie auch in einen lichtundurchlässigen Minitunnel investieren, dessen Aufstellen jedoch kompliziert bleibt.
Haben Sie Bedenken, Ihren Chicorée zu bleichen? Ingrid erklärt Ihnen alles in ihrem Ratgeber Chicorée erfolgreich anbauen und bleichen
Chicorée und Verwandte: Treiben und Ernten
Im Oktober oder November ist es Zeit, die Wurzeln von Winterendivie und Wegwarte auszugraben. Am besten arbeiten Sie bei feuchtem Wetter, damit sich die Wurzeln leichter mit der Grabegabel ernten lassen.
- Stechen Sie die Grabegabel mit ausreichendem Abstand zu den Wurzeln tief in den Boden, damit diese nicht beschädigt werden.
- Lassen Sie die Wurzeln 1 bis 2 Tage auf dem Boden abtrocknen. Leichter Frost schadet ihnen nicht.
- Sobald die Wurzeln gut trocken sind, wählen Sie die geradesten, kräftigsten und gesündesten aus.
- Schneiden Sie die Blätter 1 bis 3 cm über dem Hals ab.
- Stellen Sie alle Wurzeln auf gleicher Höhe in einen Styroporbehälter, eine Holzkiste oder eine Kunststoffwanne. Füllen Sie diese zur Hälfte mit einer dünnen Schicht Universalerde, gemischt mit lockerer Gartenerde und Sand. Setzen Sie die Wurzeln nebeneinander, ohne sie zu eng zu stellen.
- Gießen Sie reichlich.
- Decken Sie die Wurzeln ab, damit sie im Dunkeln bleiben.
- Stellen Sie den Behälter in einen Keller, Hauswirtschaftsraum, eine Garage oder einen Gartenschuppen bei 12 bis 15 °C.

Die Ernte der Winterendivie nach dem Treiben
Je nach Treibbedingungen und Temperatur können Sie die ersten Winterendivien und Wegwarten drei Wochen nach dem Einsetzen in die Kiste ernten. Auch hier lässt sich durch zeitlich gestaffeltes Treiben den ganzen Winter über bis zum Frühlingsbeginn Chicorée ernten. Eine Ernte von Mini-Chicorée ist ebenfalls möglich. Gießen Sie die im Boden verbliebenen Wurzeln nach der normalen Ernte weiter. Daraus bilden sich weitere Sprossen, die kleiner, aber ebenso köstlich sind.
Entdecken Sie unsere Tipps: Winterendivie erfolgreich anbauen
Feinde der Chicorée
Der mit Abstand größte und gefräßigste Feind der Chicorée ist die Schnecke. Sie frisst mit Vorliebe die frisch aus der Erde kommenden Jungpflanzen. Um sie fernzuhalten, können Sie Holzasche oder zerbröselte Eierschalen ausstreuen. Sie können auch Kupfernetze oder Schneckenbarrieren um Ihre Gemüsebeete legen, die sie fernhalten, ohne sie zu töten.
Auch die Wintersaateule oder graue Eule kann Chicorée befallen. Amseln fressen sie sehr gern. Reicht ihre Zahl jedoch nicht aus, um die Schädlinge zu beseitigen, entfernen Sie die Larven beim Hacken. Auch das Spritzen eines Balsamkraut-Auszuges sollte helfen, sie loszuwerden.
Auch Chicorée bleibt von Pilzkrankheiten nicht verschont, etwa Botrytis (Grauschimmel) oder Falscher Mehltau. Um diesen Krankheiten vorzubeugen, gießen Sie am besten, ohne die Blätter zu benetzen.
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Zusammen mit Chicorée …
Chicorée gedeiht neben Spinat, Rucola, Möhre, Rübe, Bohne und Kopfsalat, verträgt sich aber nicht mit Kohl, Schnittsellerie und Rübe.
Verwendung von Chicorée
Natürlich sind Escariol, Endivie, Chicorée und Zuckerhut mit ihren knackigen Blättern köstlich als Salat. Ihre leichte Bitterkeit ist dabei ein weiterer Vorteil. Die weißen Blätter im Herzen von Escariol und Endivie schmecken hervorragend mit einer Vinaigrette aus Olivenöl. Escariol passt gut zu Roter Bete, Käse, Räucherlachs, Zitrusfrüchten oder Nüssen wie Haselnüssen. Endivie harmoniert dagegen mit hart gekochten Eiern, Speckwürfeln und Walnüssen. Nicht zu vergessen die kleinen Croutons!

Endiviensalat
Die grünen Außenblätter sind bitterer und weniger zart. Sie können gedünstet oder in kochendem Wasser gegart werden – als Beilage zu Fleisch oder Fisch oder für eine Suppe. Escariol nach neapolitanischer Art ist ein Klassiker der italienischen Küche. Endivie wird 2 bis 3 Minuten gedämpft und für eine Suppe verwendet.
Chicorée kann roh im Salat oder gegart mit Schinken und Béchamelsauce gegessen werden. Auch geschmort passt er zu Fleisch, Jakobsmuscheln und mehr.
Die hübschen italienischen Wegwarten schmecken ebenfalls im Salat, etwa als Schnittsalat mit anderen Blattsalaten, Käse, Birnen oder Äpfeln, Rohschinken, Walnüssen oder Haselnüssen. Sie können auch mit Pilzen in der Pfanne geschmort oder angebraten werden. In Italien werden sie häufig für Risotto verwendet.
Zuckerhut schmeckt hervorragend im Salat, eignet sich aufgrund seiner Größe aber auch ideal zum Garen. Sie können ihn fein schneiden und in der Pfanne oder im Wok anbraten, mit Béchamelsauce überbacken, als Tarte Tatin zubereiten oder füllen.
Wegwarte wird roh im Salat gegessen oder mit Kartoffeln und Speck in der Pfanne gebraten, überbacken oder geschmort.
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