Winter-Zwiebel: säen, anbauen und ernten
Inhaltsverzeichnis
Winter-Zwiebel in Kürze
- Die Winter-Zwiebel (Allium fistulosum) ist eine mehrjährige, krautige Gemüsepflanze aus der Familie der Lauchgewächse, milder als Zwiebel oder Schalotte
- Die Winter-Zwiebel bildet Horste aus fleischigen, hohlen, zylindrischen Stängeln
- Nicht mit Schnittlauch (Allium schoenoprasum) verwechseln, der feiner duftet
- Im Juni und Juli erscheinen hübsche, dichte, cremeweiße bis mauvefarbene Dolden
- Die Winter-Zwiebel verfeinert Omeletts, Fisch, Saucen und Salate
Wort unserer Expertin
Die Winter-Zwiebel, in Südfrankreich auch Cive oder Frühlingszwiebel genannt, ist eine aromatische Würz- und Küchenpflanze und mit Zwiebel, Knoblauch, Schalotte und Schnittlauch verwandt, die alle zur Familie der Lauchgewächse gehören.
Sehr leicht zu kultivieren, ist die Winter-Zwiebel eine Staude, die in den kältesten Regionen im Winter einzieht und im Frühjahr wieder austreibt. In milden Gegenden bleibt ihr Laub dagegen immergrün, sodass die Ernte fortgesetzt werden kann. Sie bildet Büschel aus langen, hohlen Blättern, die zum Würzen zahlreicher Gerichte geerntet werden. Die Winter-Zwiebel eignet sich hervorragend für die Topfkultur.

Stängel (©Wuyongheng) und Blüten (©Rick888chen) der Winter-Zwiebel
Die Wurzeln der Winter-Zwiebel sind eher verdickte Pflanzenteile als echte Zwiebeln.
Diese krautige Pflanze liebt kühle, lockere Böden und sonnige bis halbschattige Standorte. Sie wird je nach Bedarf 3 bis 5 Monate nach der Aussaat geerntet.
Die Winter-Zwiebel darf nicht mit dem Schnittlauch (Allium schoenoprasum) verwechselt werden, von dem sie sich leicht in Geschmack und Blattform unterscheidet. Außerdem gibt es den Schnitt-Knoblauch (Allium tuberosum) und den Berg-Lauch (Allium lusitanum).
Beschreibung und Botanisches
Steckbrief
- Lateinischer Name Allium fistulosum
- Gebräuchlicher Name Winter-Zwiebel, Winterzwiebel, Frühlingszwiebel, Winterheckenzwiebel, spanische Zwiebel, Röhrenzwiebel, fistelförmiger Knoblauch
- Blüte zwischen Juni und Juli
- Höhe 30 bis 50 cm
- Exposition Sonne und Halbschatten
- Art des Bodens gewöhnlich, durchlässig und locker
- Winterhärte bis -20 °C
Die Winter-Zwiebel ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Lauchgewächse (z. B. Liliengewächse), deren Typgattung Allium ist. Diese Familie umfasst zahlreiche Arten wie die Zwiebel (Allium cepa), den Winter-Lauch (Allium porrum), aber auch den Knob-Lauch (Allium sativum), den Schnittlauch (Allium schoenoprasum) oder eine Wildart, den Bär-Lauch (Allium ursinum).

Botanische Tafel
Der Begriff Winter-Zwiebel (wie auch Schnittlauch) stammt vom provenzalischen cebola, das wiederum auf das lateinische cepulla, die Verkleinerungsform von cepa (Zwiebel), zurückgeht.
Die Winter-Zwiebel stammt vermutlich aus Sibirien, genauer aus Kirgisistan, vom Altaigebirge bis zum Baikalsee, und ist daher bestens an strenge Fröste und heiße Sommer angepasst. In China wird sie schon sehr lange angebaut, denn ihr Name erscheint bereits in den Büchern der Oden, den ältesten Texten. Vor mehr als 5.000 Jahren nahm sie in chinesischen Gärten einen wichtigen Platz ein. Auch die Sumerer bauten sie an, ebenso die Ägypter, die sie als Symbol des Universums verehrten. In der Antike verzehrten griechische Athleten sie als Saft zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele, während die Römer ihre positive Wirkung auf die Sehkraft priesen. Auch im Capitulare de Villis aus dem späten 8. bis frühen 9. Jahrhundert wird sie erwähnt. Darin empfiehlt Karl der Große Pflanzen für den Anbau in seinen Königreichen.
Die Winter-Zwiebel darf nicht mit Schnittlauch verwechselt werden, und Schnittlauch ist keineswegs eine kleine Winter-Zwiebel. Es handelt sich um zwei verschiedene Arten. Schnittlauch mit dem botanischen Namen Allium schoenoprasum (von skoinos, einer Binsenart, und prason, Lauch) wächst in Europa, Asien und Amerika wild in tieferen und mittleren Berglagen. Schnittlauch ist eine mehrjährige Pflanze, die sich selbst aussät. Die Winter-Zwiebel bleibt dagegen zwei oder drei Jahre erhalten, bevor sie erschöpft ist. In Regionen mit mildem Klima bleibt ihr Laub immergrün, während es in Gegenden mit strengeren Wintern verschwindet und im Frühjahr wieder austreibt.
Die Winter-Zwiebel ist eine krautige Pflanze mit einer Wuchsform, die an die Zwiebel erinnert. Sie bildet Horste, die 30 bis 50 cm hoch und 25 bis 30 cm breit werden. Ihr aromatisches Laub ist dunkelgrün bis bläulich. Die zahlreichen Stängel sind dick, hohl und in der Mitte spindelförmig verdickt. Die Blätter sind immergrün, zylindrisch und nach innen gerollt, wodurch sie röhrenförmig wirken. Aufgrund dieses Merkmals trägt die Winter-Zwiebel völlig zu Recht die Bezeichnung fistelförmig. Je nach Sorte können ihre Blätter auch eine rote Färbung annehmen.
Im Gegensatz zur Zwiebel bildet die Winter-Zwiebel keine echte Zwiebel. Tatsächlich handelt es sich um längliche oder länglich-ovale, leicht asymmetrische, weiße oder rosafarbene Teile aus verdickten, an der Basis angeschwollenen Stängeln.
Ab Juni und im Juli entwickelt die Winter-Zwiebel Blütenstängel, die in dichten, mehrblütigen Dolden enden, die rund und sehr kompakt sind. Das Blütenstielchen ist länger als die Blume, der Griffel ist verlängert. Die Blüten besitzen hervorstehende Staubblätter mit einfachen Staubfäden. Die Blüte erscheint erst im zweiten Jahr nach der Aussaat.

Winter-Zwiebelblüten in verschiedenen Blühstadien
Die Winter-Zwiebel wird wegen ihrer Blätter angebaut, die ähnlich wie Zwiebel und Schalotte schmecken, jedoch feiner und milder. Ihr Geschmack bleibt länger im Mund und ist kräftiger als der von Schnittlauch. Auch die Scheinzwiebeln und Blütenstände können verzehrt werden.
Lesen Sie auch
Schnittlauch pflanzen, säen, teilenVerschiedene Sorten der Winter-Zwiebel
Die Typusart der Winter-Zwiebel (Allium fistulosum) gibt es in mehreren Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaften. So bildet die rote Winter-Zwiebel eine bernsteinrote Verdickung und grünes Laub. Sie ist etwas winterhärter als die Typusart. Die Winter-Zwiebel ‘Blanche hâtive’ ist frühreif, verschwindet jedoch im Winter. ‚White Nebuko’ entwickelt sehr lange Stängel, ebenso wie ‘Ishikura’, eine mehrjährige, sehr winterharte Sorte mit 50 cm langen Schäften. ‘Long White Tokyo’ bildet einen einzelnen, lauchähnlichen Stängel, während ‘Nira’ sehr breite, feine Blätter hervorbringt.
In unseren Gärten lassen sich weitere Winter-Zwiebeln kultivieren: Die Schnitt-Knoblauch (Allium tuberosum), auch Knoblauch-Schnittlauch genannt, ist an ihren flachen, festen Blättern mit Knoblaucharoma zu erkennen. Ebenso bildet die Winter-Zwiebel Saint-Jacques (Allium lusitanum), auch Ewige Schalotte genannt, rötlich-violette Zwiebeln. Ihre 30 bis 35 cm hohen Blatthorste verschwinden im Winter nicht, und sie bildet weder Blüten noch Samen.
Winter-Zwiebel Bio
- Höhe bei Reife 40 cm
Winter-Zwiebel Ishikura
- Höhe bei Reife 40 cm
Winter-Zwiebel Rote - Vilmorin
- Höhe bei Reife 40 cm
Schnittknoblauch Pflanzen
- Blütezeit August
- Höhe bei Reife 70 cm
Winter-Zwiebel St Jacques - Allium fistulosum
- Höhe bei Reife 40 cm
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Winter-Zwiebel pflanzen
Wo pflanzen?
Winter-Zwiebeln gedeihen in normalen, frischen und lockeren Böden. Sie bevorzugen mäßig nährstoffreiche Erde und vertragen keinen frischen organischen Dünger. Kompost wird daher bereits im Herbst zuvor in gut gelockerten Boden eingearbeitet.
Winter-Zwiebeln wachsen an sonnigen bis halbschattigen Standorten.

Winter-Zwiebeln bevorzugen frische, lockere und nicht zu humusreiche Böden
Wann pflanzen?
Die Aussaat erfolgt von Anfang März bis Ende April direkt ins Freiland. Sie können auch geschützt in Anzuchttöpfen säen und die Jungpflanzen nach sechs Wochen verpflanzen.
Als Anzuchttöpfe verkaufte Winter-Zwiebeln werden im April oder Mai sowie im Herbst gepflanzt.
Wie säen?
Säen Sie dünn in Reihen mit 20 cm Abstand in gut gejätete, lockere Erde. Bedecken Sie die Samen nur dünn und drücken Sie sie mit dem Rechen an. Sobald die Keimlinge 5 bis 6 Blätter haben, vereinzeln Sie sie auf einen Abstand von 20 bis 30 cm. Gehen Sie beim Pflanzen von Winter-Zwiebeln im Anzuchttopf ebenso vor.
Winter-Zwiebeln lassen sich sehr gut in Töpfen auf dem Balkon kultivieren, in frischem, gut vorbereitetem Substrat. Besonders schätzen sie den lichten Schatten größerer Pflanzen.
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Schnittlauch im Topf erfolgreich anbauenWinter-Zwiebel pflegen
Winter-Zwiebel wie Zwiebel kultivieren: anfangs gießen, mulchen, regelmäßig hacken, im Herbst düngen und später teilen. Blütenstiele schneiden.
Winter-Zwiebeln vermehren
Die Vermehrung der Winter-Zwiebel erfolgt durch Aussaat. Für neue Jungpflanzen oder bei weniger Ertrag können Sie sie auch teilen.
Wie geht das?
- Im April den Horst ausgraben
- Teilen oder Zwiebeln einzeln entnehmen
- An zwei Stellen neu pflanzen
- Reichlich gießen
Feinde der Winter-Zwiebel
Als nahe Verwandte der Zwiebel wird die Winter-Zwiebel von denselben Schädlingen befallen: Zwiebelfliege, Minierfliege und Lauchmotte. Bei einem Befall müssen die betroffenen Pflanzen unbedingt vernichtet werden.
Vorbeugend empfiehlt es sich, zunächst Kulturschutznetze auszulegen und anschließend Möhren in der Nähe zu pflanzen. Das ist ein nützlicher Tausch: Die Möhre vertreibt die Zwiebelfliege, während die Winter-Zwiebel die Möhrenfliege fernhält.
Winter-Zwiebel kombinieren?
Winter-Zwiebel hat im Gemüsegarten ihren festen Platz. Sie können sie in der Nähe von Möhren pflanzen, um Möhren- und Zwiebelfliegen fernzuhalten. Sie passt auch in ein Kräuterbeet, zum Beispiel zusammen mit Schnittlauch, dessen Blüte violett ist.
Halten Sie die Winter-Zwiebel dagegen von Hülsenfrüchten wie Erbsen, Bohnen und Linsen fern, da sie sich nicht gut miteinander vertragen.
Da sie oft immergrünes Laub und eine dekorative Blüte besitzt, lässt sich die Winter-Zwiebel problemlos in ein Beet oder eine Rabatte integrieren, etwa zusammen mit Nelke, Salbei (salvia nemorosa ‘Caradonna’), Deutscher Schwertlilie, Katzenminze, Sterndolde und Igelkopf (Sonnenhut).

Winter-Zwiebel (©JF Velasquez Floro), Deutsche Schwertlilie Carl and Sissy, Sterndolde Buckland und Salvia nemerosa Caradonna
Ernte und Lagerung der Winter-Zwiebel
Winter-Zwiebel: 3–5 Monate nach Aussaat, 1 Monat nach Pflanzung ernten. April–November; gekühlt 2–3 Tage haltbar, einfrierbar.
Winter-Zwiebel: vom Beet auf den Teller
Blätter, Scheinzwiebel und Blüte der Winter-Zwiebel schmecken roh oder leicht gegart in Salaten und Saucen oder zum Würzen von Fleisch und Fisch. Vor der Verwendung einfach fein hacken oder schneiden und auch Omeletts, Quiches, Wokgemüse oder Suppen damit verfeinern.
Schnittknoblauch wird in der asiatischen Küche vielfach verwendet, etwa in gebratenen Nudeln, Pekingente, Misosuppe, als Beilage zu Tempura oder auf Yakitori-Spießen.

Winter-Zwiebel wird vielfach in der asiatischen Küche verwendet
Auch in der karibischen und kreolischen Küche findet sie Verwendung. Winter-Zwiebel ist beispielsweise Bestandteil von Akras und vielen Saucen.
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