Welche Obstbäume für die Herbsternte?

Welche Obstbäume für die Herbsternte?

Bäume mit Herbstfrüchten: unsere Auswahl

Inhaltsverzeichnis

Erstellt diese Woche  durch Pascale 8 min.

Pfirsiche und Aprikosen sind vorbei, doch die Ernte geht weiter: Obstbäume für Herbstfrüchte pflanzen – teils lagerfähig bis in den Winter.

Schwierigkeit

Kernobstbäume: unverzichtbar im Obstgarten

Wenn von Herbstfrüchten die Rede ist, kommt man an den Stars dieser Jahreszeit kaum vorbei: Äpfeln und Birnen. Beide Obstbäume sind bestens an die unterschiedlichen Klimabedingungen unserer Regionen angepasst und bieten eine immense Vielfalt an Aromen, Texturen, Farben und Größen …

Der Apfelbaum, der häufigste Obstbaum in unseren Gärten

Der Apfelbaum (Malus domestica) darf bei den herbstlichen Obstbäumen nicht fehlen. Denn je nach Sorte erstreckt sich die Ernte vom Spätsommer im September bis in den November bei den spätesten Sorten. Mit einer sorgfältigen Sortenauswahl können Sie daher drei Monate lang Äpfel ernten, wobei sich viele Sorten den ganzen Winter über lagern lassen. Auch wenn rund zehn Sorten besonders beliebt sind, darunter die unverzichtbaren ‘Gala’, ‘Golden Delicious’, ‘Granny Smith’ oder ‘Fuji’, können Sie durchaus auch weniger bekannte, alte oder regionale Sorten pflanzen.

Erwähnenswert ist auch die ‘Goldparmäne’, die mit ihren säuerlichen, saftigen und aromatischen Äpfeln bereits Anfang September die Erntesaison eröffnet. Für eine Ernte im Oktober bietet sich die ‚Cox’s Orange Pippin‚ an. Sie trägt süßlich-aromatische Äpfel mit feinem Fruchtfleisch. Für den Winter ist die Sorte ‘Belle de Boskoop’ ideal: Ihre saftigen, säuerlichen Früchte werden im Oktober und November geerntet. Diese Äpfel sind hervorragend lagerfähig – ebenso wie die ‘Fuji’, die von Mitte Oktober bis Mitte November geerntet wird.

Der sehr winterharte Apfelbaum benötigt einen fruchtbaren, gut durchlässigen und nicht zu kalkhaltigen Boden an einem sonnigen Standort. Ein jährlicher Fruchtholzschnitt im Winter ermöglicht reiche Ernten.

Mehr erfahren: Apfelbaum: Wie die beste Sorte wählen?

Der Birnbaum, ein weiterer Star des Herbstgartens

Der Birnbaum (Pyrus communis) ist ein weiterer unverzichtbarer Obstbaum des Herbstgartens. Seine fleischigen, saftigen und zart schmelzenden Früchte lassen sich auf vielfältige Weise genießen. Wie der Apfelbaum erstreckt auch er seine Ernte von September bis November. Die ‚Williams Christ‚, die weltweit am häufigsten angebaute Sorte, wird bereits ab August bis zum Beginn des Herbstes geerntet. Die ‚Gute Luise‚ trägt im September mittelgroße Birnen mit süßem, saftigem Fruchtfleisch. Die ‚Conference‚ übernimmt im Oktober mit ihren länglichen Birnen und dem weißen, zart schmelzenden, sehr süßen Fruchtfleisch. Für noch mehr geschmackliche Vielfalt wird auch die ‚Doyenné du Comice‚ im Oktober geerntet. Sie schmeckt jedoch später am besten, da es sich um eine Lagerbirne handelt.

Birnbäume bevorzugen besonders tiefgründige, frische, humusreiche Böden. Sie reagieren empfindlich auf sommerliche Trockenheit, die einen vorzeitigen Fruchtfall verursachen kann.

Mehr erfahren: Birnbaum: unser Kaufratgeber

Obstbäume mit Herbsternte

Apfelbaum, Birnbaum und Quittenbaum – die unverzichtbaren Obstbäume des Herbstes

Der Quittenbaum für feine Aromen

Der Quittenbaum verkörpert den herbstlichen Überfluss wie kaum ein anderer, mit seinen goldenen, flaumigen Früchten. Dieser winterharte, anspruchslose Baum gedeiht an sonnigen Standorten in frischen, tiefgründigen, leicht lehmigen Böden. Die Ernte erfolgt meist im Oktober, sobald die Quitten leuchtend gelb werden, sich leichter von den Zweigen lösen und ihren charakteristischen Duft verströmen. Aufgrund ihres hohen Gerbstoffgehalts sind Quitten nicht zum Rohverzehr geeignet. Gekocht entwickeln sie dagegen ein außergewöhnliches Aroma und einen besonderen Geschmack – etwa als Fruchtpaste, Marmelade oder Kompott …

Zu den verbreitetsten und ertragreichsten Sorten gehören die ‚Quitte Champion‚ und die ‚Monstrueux de Vranja‚. Sie zeichnen sich durch besonders große Früchte und hohe Erträge aus.

Mehr erfahren: Quittenbaum: Wie die richtige Sorte wählen?

Steinobstbäume: den Sommer verlängern

Wer im Herbst Steinobst ernten möchte, setzt auf den Pflaumenbaum (Prunus domestica). Zwar endet die Hauptsaison der Pflaumen traditionell im Hochsommer, doch manche späten Sorten verlängern die Ernte bis in die ersten Oktobertage. Zu den besten Herbstsorten zählen die ‚Zwetschge d’Alsace‚ und die ‚Prune d’Ente‚. Auch die ‘Reine-Claude de Chambourcy’ ist eine späte Sorte – ideal für alle, die saftige, süße und aromatische Pflaumen lieben.

Pflaumenbäume bevorzugen nährstoffreiche, tiefgründige, frische, aber gut drainierte Böden und einen vollsonnigen Standort, damit die zuckerreichen Früchte ihr volles Aroma entwickeln. Ein leichter Pflegeschnitt direkt nach der Ernte hält die Verzweigung luftig und beugt Holzkrankheiten vor.

Mehr erfahren: Pflaumenbaum: Wie die richtige Sorte wählen?

Schalenfrüchte: Herbstschätze

Der Herbst ist untrennbar mit der traditionellen Ernte von Schalenobst verbunden, denn Walnüsse und Haselnüsse sind reich an Nährstoffen, die durch die kalte Jahreszeit helfen. Auch Esskastanien gehören dazu.

Die Hasel

Die Pflanzung von Sorten der Hasel (Corylus avellana) wie ‚Merveille de Bollwiller‚ oder ‚Longue d’Espagne‚ fördert eine wirksame Fremdbestäubung und sichert ab September eine reiche Ernte. Haselnüsse werden gesammelt, sobald sich die Fruchthüllen von selbst öffnen und die Schalen eine charakteristische braune Färbung annehmen. Anschließend müssen sie an der Luft rasch getrocknet werden, damit sie mehrere Monate optimal haltbar bleiben.

Die Walnuss

Die Walnuss (Juglans regia) ist ein stattlicher, imposanter Obstbaum und benötigt viel Platz im Garten. Sie gedeiht besonders gut in tiefgründigem, gut durchlässigem Boden. Walnüsse werden vom Boden aufgesammelt, sobald sie sich zwischen Ende September und Ende Oktober von selbst aus den aufgeplatzten grünen Fruchthüllen lösen. Kultivare wie ‚Franquette‚ passen sich bemerkenswert gut an und liefern schmackhafte Kerne, reich an essenziellen Fettsäuren und Mineralstoffen.

Schalenobst für eine Herbsternte

Traditionelle Schalenobstbäume

Die Esskastanie

Die Esskastanie (Castanea sativa) erinnert sofort an Mittelgebirgslandschaften und neblige Oktobernachmittage, an denen Fruchthüllen gesammelt werden. Die Ernte erstreckt sich von September bis November, wenn sich die stacheligen Fruchthüllen auf dem Boden öffnen. Um diesen Riesen in saurem, gut durchlässigem Boden im Garten anzubauen, sind veredelte Sorten unverzichtbar. Sie liefern große, hochwertige Früchte wie die Sorte ‚Marigoule‚. Dieser Kultivar ist von Natur aus sehr krankheitsresistent und garantiert zugleich leicht schälbare Früchte.

Die Weinrebe, Symbol des Herbstes

Weinrebe (Vitis vinifera): Reife von September bis Oktober. Sonniger Standort, durchlässiger Boden. Muscat de Hambourg, Chasselas und ‘Alphonse Lavallée’.

Außergewöhnliche Obstgehölze

Neben diesen traditionellen Obstbäumen kann der Obstgarten auch weniger verbreitete Arten mit ebenso köstlichen Früchten beherbergen.

  • Kiwi (Actinidia deliciosa) und die kleinere Verwandte, Zwergkiwi (Actinidia arguta), reifen im Herbst, kurz vor den ersten starken Frösten. Sie bilden winterharte Frucht-Lianen. Für eine Ernte braucht man meist eine männliche Pflanze für mehrere weibliche Pflanzen. Bei den Kiwis ist ‚Hayward‘ eine klassische und bewährte diözische Sorte. Sie trägt braune, behaarte Früchte mit sehr säuerlichem, smaragdgrünem Fruchtfleisch, die traditionell im November geerntet werden. Zwergkiwis haben eine glatte Schale und sind daher ganz essbar; sie schmecken süßer. Selbstfruchtbare Sorten wie ‚Issai‚ oder sorgfältig zusammengestellte männliche und weibliche Pflanzen wie ‚Weiki‚ sichern einen reichen Ertrag.
  • Die Echte Mispel (Mespilus germanica), in alten Obstgärten häufig, ist eine botanische Besonderheit. Der winterharte Baum mit knorriger Wuchsform und samtigem Laub, das sich vor dem Abfallen kupferbronze färbt, trägt ungewöhnliche kugelige Früchte mit großen, immergrünen Kelchblättern: die Mispeln. Ihre Besonderheit: Sie werden teigig verzehrt und daher erst nach den ersten Frösten geerntet. Die Mispel wächst auch in gewöhnlichem, kalkhaltigem oder leicht lehmigem Boden, sofern er gut drainiert ist.
  • Der Granatapfelbaum (Punica granatum) verleiht dem Herbstgarten mediterranes Flair – mit leuchtend goldgelbem Laub und kugeligen Früchten mit schönen Kupfertönen. Der Baum liebt heiße Standorte und armen, aber perfekt drainierten Boden. Staunässe im Winter, die seine empfindlichen Wurzeln faulen lässt, verträgt er nicht. Er ist nur bis -8 bis -10 °C winterhart und daher warmen Regionen vorbehalten. Sorten wie ‚Wonderful‚ oder ‚Mollar de Elche‚ tragen Granatäpfel von hervorragendem Geschmack.

    Originelle Herbstobstbäume

    Mit diesen Obstbäumen kommt Abwechslung in den Obstgarten

  • Die Brasilianische Guave oder Feijoa (Acca sellowiana) trägt eiförmige, mattgrüne Früchte, die zwischen Oktober und November bei Reife von selbst zu Boden fallen. Der immergrüne Strauch mit graugrün-silbrig behaartem Laub und ungewöhnlichen weißen Blüten mit purpurfarbenen Staubblättern gedeiht besonders gut im ozeanischen oder milden mediterranen Klima und verträgt mäßige Fröste. Das durchscheinende, gelartige und cremige Fruchtfleisch besitzt ein feines, komplexes und ausgeprägt exotisches Aroma. Für eine gute Fruchtbildung empfiehlt sich die Kreuzpflanzung zweier verschiedener Sorten wie ‚Mammoth‚ und ‚Coolidge‚. Die Feijoa liebt fruchtbaren, humusreichen, perfekt drainierten Boden und einen sonnigen Standort.
  • Die Dreilappige Papau (Asimina), auch Paw-Paw genannt, trägt zwischen September und Oktober Früchte mit tropischem Aroma. Sie ist kältetolerant und schmückt sich im Herbst mit prächtigem gelbem Laub. Für den Anbau der Papau ist die Bodenwahl entscheidend: Der Boden muss tiefgründig, nährstoffreich, frisch, leicht sauer und gut drainiert sein, damit keine Staunässe entsteht.
  • Die Kakipflaume (Diospyros kaki) sorgt mit ihren Kakis im Spätherbst für ein beeindruckendes Schauspiel. Die Früchte bleiben an den kahlen Zweigen hängen. Man unterscheidet zwei große Gruppen: adstringierende Kakis, die erst teigig werden müssen, um ihre Herbheit vollständig zu verlieren, und nicht adstringierende Kakis, sogenannte Kakipflaumen, die wie ‚‚Fuyu‚ oder ‚Sharon‚ fest und knackig bleiben.

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Birnbaum