Gemüse im Herbst säen und pflanzen
Im Herbst gibt es im Gemüsegarten noch viel zu tun!
Inhaltsverzeichnis
Der Herbst ist da: Kürbis, Kohl, Knollenziest und Steckrübe werden geerntet. Doch im Gemüsegarten ist noch Zeit zum Säen und Pflanzen – für Herbst-, Winter- und Frühjahrsernte.
Vertreter der Liliengewächse (Lauchgewächse)
Lauchgewächse sind aus dem Gemüsegarten nicht wegzudenken. Mit ihren zahlreichen gesundheitlichen Vorzügen verleihen Knoblauch, Zwiebel und Schalotte unseren Gerichten das gewisse Extra. Als Gewürz oder Würzmittel verwendet, sind Lauchgewächse meist Zwiebelpflanzen. Einige lassen sich leicht aussäen, andere erfordern Geduld – hier empfiehlt sich das Pflanzen von Brutzwiebeln.
Einige Arten dieser Lauchgewächse werden zwischen September und November im Herbst ausgesät oder gepflanzt.
Weißer und violetter Knoblauch
Im Herbst pflanzt man Knoblauchsorten mit besonders kräftigem Geschmack, da Rosen-Lauch im Frühjahr gepflanzt wird. Zwischen Oktober und Dezember, außerhalb frostiger Perioden, kommen daher die Zehen von weißem und violettem Knoblauch in die Erde. Knoblauch lässt sich ausschließlich durch das Pflanzen von Zehen vermehren.
Weißer und violetter Knoblauch benötigen einen leichten, gut gelockerten und perfekt drainierten Boden. Staunässe verträgt Knoblauch nicht, da seine Zwiebel sonst fault. Ist der Boden zu schwer, empfiehlt es sich, die Zehen auf einem etwa 15 cm hohen Hügel zu pflanzen. Knoblauch sollte außerdem nicht in frisch mit Mist oder Kompost gedüngten Boden gesetzt werden. Er braucht einen sonnigen Standort.
Knoblauch wird in 20 cm voneinander entfernte Furchen 2 bis 3 cm tief gepflanzt. Die Ernte erfolgt von Juni bis Juli.
Welche Sorte pflanzen?
- Weißer Knoblauch ‘Therador’: frühreifer, sehr ertragreicher weißer Knoblauch

Weiße Zwiebel
In Regionen mit milden Wintern oder andernorts im Gewächshaus können weiße Zwiebeln zwischen Spätsommer und Frühherbst ausgesät werden. Der September ist der ideale Monat für die Aussaat. Die Ernte erfolgt zu Beginn des folgenden Frühjahrs. Wie Knoblauch verträgt die Zwiebel weder Staunässe noch frischen Dünger.
Zwiebeln werden in 25 cm voneinander entfernte Furchen 2 bis 3 cm tief gesät.
Welche Sorte pflanzen?
- Weiße Zwiebel ‘Hâtif de Paris’: große, runde, flachgedrückte, silberweiße Zwiebel
- Weiße Zwiebel de Rebouillon: kleine, silberweiße Zwiebeln, ideal für Konfitüren und Kompotte
Graue Schalotte
Die graue Schalotte wird ebenfalls im Herbst, von Oktober bis Januar, an einem sonnigen Standort gepflanzt. Auch hier pflanzt man die Zehen in leichten, gut drainierten Boden, ohne Mist, Kompost oder organischen Dünger einzuarbeiten. Die Ernte erfolgt im Juli.
Winterspinat
Spinat im Herbst säen: Tipps zu Aussaat, Pflege, Ernte und winterharten Sorten wie ‘Apollo’ und ‘Samos F1’.
Der Feldsalat
Feldsalat ist ein Gemüse, das erst gegen Ende des Sommers ausgesät wird. Die Aussaat ist bis Oktober möglich, in Regionen mit milden Wintern sogar bis November. Der Erntezeitpunkt hängt vom Feldsalat-Typ ab. Feldsalat mit großen Samen wird im August gesät und kann zwei Monate später geerntet werden. Feldsalat mit kleinen Samen ist weniger früh und wird eher im September und Oktober gesät. Mit der Ernte müssen Sie jedoch drei bis fünf Monate warten.
Feldsalat wächst in jedem Boden, bevorzugt in festem, frischem und durchlässigem Boden. Ein halbschattiger Standort ist ideal. Sie können ihn im Schatten von Lauch und Kohl aussäen, die bereits im Garten stehen.

Welche Sorten wählen?
- ‘Verte de Cambrai’: späte Sorte, aber sehr frostbeständig
- ‘Coquille de Louviers’: sehr frühe und sehr frostbeständige Sorte
- ‘Verte d’Étampes’: winterharte Sorte mit hellgrünen Blättern
Lesen Sie auch
10 Fehler für einen schönen GemüsegartenGartenkresse
Kennen Sie Gartenkresse nicht? Dabei ist sie ein schnell wachsendes Gemüse, das einen Platz im Gemüsegarten verdient. Ihr besonderer, pikanter Geschmack passt ideal zu Salaten, Suppen und gedämpften Kartoffeln. Vor allem ist sie deutlich einfacher anzubauen als ihre Verwandte, die Echte Brunnenkresse.
Gartenkresse ist anspruchslos und kann bis Oktober direkt ins Freiland in leichten, frischen, humusreichen, auch ausgelaugten Boden gesät werden. Je nach Region wächst sie in Sonne oder Halbschatten. Die Aussaat erfolgt breitwürfig oder in Reihen mit 10 cm Abstand und 3 bis 5 cm Tiefe. Bei 18 °C keimen die Samen innerhalb von zwei bis drei Tagen.
Die Blätter werden einen Monat nach der Aussaat nach Bedarf laufend geerntet.
Welche Sorten wählen?
- Gewöhnliche Gartenkresse: eine frühe und ertragreiche Sorte

- Krause Gartenkresse: Sorte mit kräftig grünen, gekrausten Blättern
Salate
Die meisten Salate werden im Frühjahr und Sommer angebaut und geerntet, andere sind später an der Reihe und werden im Herbst ausgesät. Dazu gehören insbesondere krause Chicorée und Endivien. Diese beiden Salatarten können von Mitte August bis Mitte Oktober ausgesät werden und liefern eine Ernte im frühen Winter. Für die Keimung benötigen die Samen jedoch eine Temperatur von mindestens 15 °C.
Für die Herbstaussaat bevorzugen krauser Chicorée und Endivien einen sonnigen Standort mit tiefgründigem, lockerem, humusreichem Boden und gut verrotteter organischer Substanz. Die Samen werden breitwürfig oder in Reihen ausgesät und nur leicht mit Blumenerde bedeckt. Einen Monat nach der Aussaat werden die Keimlinge verpflanzt.
Welche Sorten wählen?
- Endivie Escariol ‘La Cornet d’Anjou’: Sorte mit ganzen, knackigen Blättern
- Endivie Escariol ‘Cornet de Bordeaux’: besonders frostharte Sorte
- Endivie Escariol ‘La Grosse bouclée’: Sorte mit großen Köpfen und gelbem Herz
- Krause Endivie ‘d’hiver de Provence’: winterharte Sorte mit krausen Blättern
- Krause Endivie ‘Fine de Ruffec’: frostharte Sorte mit krausen, knackigen Blättern
- Krause Endivie ‘Wallonne’: besonders frostharte Sorte
Auch einige Kopfsalate können im Herbst ausgesät werden, meist unter geschützten Bedingungen. Säen Sie daher im September ruhig den Kopfsalat ‘Appia’ oder den Kopfsalat ‘Brune d’hiver’ aus – für eine Ernte mitten im Winter.
Wurzelgemüse
Unter den Wurzelgemüsen gibt es einige, die den Winter problemlos überstehen und im Frühjahr geerntet und genossen werden können. Dazu zählen Pastinake und Topinambur im Freiland sowie Möhre unter Schutz (Gewächshaus, Folientunnel oder Wintervlies). Alle werden zwischen September und Oktober bis November gesät.
Die Pastinake, eine nahe Verwandte der Möhre, ist ein cremefarbenes Gemüse mit länglicher Form. Sie bevorzugt frische, etwas schwere, tiefgründige Böden. In Regionen mit mildem, feuchtem Klima gedeiht sie besonders gut und wird an einen sonnigen Standort gepflanzt. Die Samen werden in Reihen mit 30 bis 40 cm Abstand gesät und keimen nach etwa 3 Wochen.
Der Topinambur ist eine sehr winterharte Staude, die bis zu 2,50 m hoch werden kann. Seine Knollen sind gelb bis rot, knubbelig, rundlich oder oval. Ihr Geschmack erinnert an Artischocke. Die Knollen werden im September und Oktober an einem sonnigen Standort in trockenen, lockeren, humusreichen und gut durchlässigen Boden gepflanzt. Wählen Sie den Standort sorgfältig, da sich Topinambur leicht ausbreitet. 
Möhren können in Regionen mit mildem Klima unter Schutz gesät werden. Empfehlenswert sind Sorten wie die gelbe Möhre ‘Obtuse du Doubs’, die Amsterdam-Möhre und die Nantaise-Möhre.
Knolliger Kerbel
Dieses vergessene Gemüse verdient ein Comeback im Garten. Der Knollige Kerbel ist eine zweijährige Pflanze, deren Pfahlwurzel verzehrt wird. Sie schmeckt nach Esskastanie und Haselnuss.
Knolliger Kerbel wird von September bis November in humusreichen, lockeren und frischen Boden gesät. Die Aussaat erfolgt in Reihen mit 20 cm Abstand, die Ernte im Juni und Juli. 
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare