Gemüsegarten gegen Inflation: Lebensmittel anbauen?
Und beim Lebensmittelbudget kräftig sparen
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Salat für 2 Euro, grüne Bohnen für 8 €/kg, Tomaten fast 4 Euro: Gemüse wird teurer. Lohnt sich der eigene Garten? So sparen Sie beim Anbau.
Gemüsegarten: Vorteile in Zeiten der Inflation
Im Juli 2022 schlug das Preisobservatorium der Verbraucherorganisation Familles Rurales Alarm: Gemüse wurde teurer. Innerhalb eines Jahres stieg der Preis eines Korbs mit konventionell erzeugtem Gemüse um 15 %! Und in 10 Jahren sind die Gemüsepreise um 37 % gestiegen! Angesichts der galoppierenden Inflation wird es daher schwierig, ja sogar unmöglich, die Empfehlungen des französischen Ernährungsprogramms PNNS einzuhalten und fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen. Vor allem, wenn Sie frisches Gemüse bevorzugen …
Eine Möglichkeit, dieser Inflation entgegenzuwirken, ist der Anbau von eigenem Gemüse. Ganz gleich, ob Sie auf dem Land oder in der Stadt leben und nur ein kleines Stück Land, eine Terrasse, einen gepflasterten Hof oder einen Balkon besitzen!
In der Stadt können Sie auch problemlos einem Kleingartenverein beitreten, der Parzellen günstig vermietet (oft für weniger als 100 Euro im Jahr), sich einem Gemeinschaftsgarten anschließen oder einen solchen gründen oder einer Initiative wie den „Incredible Edible“ beitreten …
Ein Gemüsegarten erfordert außerdem die wichtigsten Gartengeräte, also Spaten, Hacke, Kultivator, Rechen … Der Kauf dieser Geräte kann teuer werden. Doch Sie können problemlos gebrauchte Geräte im Internet, bei sozialen Organisationen wie Emmaüs oder in einem Sozialkaufhaus erwerben … Manche Geräte lassen sich auch mieten, langfristig ist der Kauf jedoch vermutlich günstiger.
Sobald Sie mit der Grundausstattung ausgerüstet sind, kann der Anbau beginnen! Lesen Sie den Ratgeber für Anfänger zum Anlegen des ersten Gemüsegartens von Aurélien. Er gibt wertvolle Tipps, wie Sie den besten Standort wählen, die Größe Ihres Gemüsegartens festlegen und den Boden vorbereiten …
Bedenken Sie auch, dass Sie bei der Auswahl des anzubauenden Gemüses Ihre Vorlieben, Ihren Geschmack und vor allem den verfügbaren Platz berücksichtigen müssen. In puncto Rentabilität ist die Aussaat deutlich günstiger als der Kauf von Jungpflanzen im Anzuchttopf oder mit Wurzelballen. Eine Tüte Samen kostet wenig und ermöglicht die Anzucht vieler Pflanzen. Eine Tüte mit 30 Samen der Tomate ‚Cornue des Andes‘ kostet beispielsweise 2,90 Euro, während eine Jungpflanze im Gartencenter 1 bis 2 Euro kostet. Rechnen Sie selbst nach.
Einige Gemüsearten wie Salat, Rettich oder Spinat werden direkt ins Freiland gesät. Andere, wärmebedürftigere Arten müssen in Schalen, Saatschalen oder Anzuchttöpfen vorgezogen werden. Sammeln Sie kleine Plastiktöpfe, Joghurtbecher, Styroporplatten oder Eierkartons, um Ihre Gemüsesamen auszusäen. Außerdem gibt es Tauschbörsen für Samen und Pflanzen. Entdecken Sie auch François’ Tipps zur Aussaat im Anzuchttopf.
Sie können auch von Jahr zu Jahr eigene Samen ernten. Wählen Sie dafür samenfeste Sorten und keine F1-Hybriden und lagern Sie die Samen unter geeigneten Bedingungen.
Ein eigener Gemüsegarten spart Geld und versorgt Sie zugleich mit saisonalem, gesundem, pestizid- und pflanzenschutzmittelfreiem, schmackhaftem und nährstoffreichem Gemüse. Mit dem Anbau im eigenen Garten leisten Sie außerdem einen Beitrag zum Umweltschutz, da der Transport von Gemüse aus Spanien oder Marokko entfällt, das im Gewächshaus oder ohne Erde angebaut wurde … Mit Ihrem Gemüsegarten fördern Sie zudem die Biodiversität, denn Sie locken bestäubende Insekten an und bieten ihnen Nahrung – auch in der Stadt!
Ein letzter Tipp: Nehmen Sie sich nicht zu viel vor, sonst schwindet angesichts des Jätens, Hackens und anderer mühsamer Gartenarbeiten schnell die Motivation. Ein kleiner, gut gefüllter Gemüsegarten ist besser als ein großer, in dem kaum Gemüse wächst und sich Unkraut ausbreitet.
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10 Fehler für einen schönen GemüsegartenGemüse für einen ertragreichen Gemüsegarten
Mit dem Anbau eines eigenen Gemüsegartens lässt sich nachweislich Geld sparen. Dafür müssen Sie die ertragreichsten Gemüse auswählen. Denn manche Gemüse sind deutlich rentabler als andere. Dabei zählt nicht nur der Ertrag, sondern auch das Verhältnis von Saatgut- oder Jungpflanzenkosten, möglichem Ertrag, Pflegeaufwand und Zeit zwischen Pflanzung und Ernte.
Für den Start eines Gemüsegartens sollten Sie daher schnell und unkompliziert wachsendes Gemüse bevorzugen. Die unangefochtenen Spitzenreiter sind Radieschen und Kopfsalat. Unter guten Anbaubedingungen können Sie Radieschen etwa 20 Tage nach der Aussaat ernten. Kopfsalat, insbesondere Eichblattsalat, wächst sehr schnell und ist äußerst ertragreich, da die Blätter nach der Ernte nachwachsen. Auch Spinat lässt sich einfach säen, anbauen und ernten. Ebenso Zucchini, Mangold und Kirschtomaten sowie Grünkohl und Baumkohl ‚Daubenton‘, der jedes Jahr von selbst wiederkommt. Erbsen und grüne Bohnen zu säen, ist unkompliziert und im Vergleich zu ihrem Preis auf dem Markt oder im Supermarkt sehr rentabel. Und geschmacklich sind sie unvergleichlich!
Unter den verschiedenen Gemüsearten sind manche Sorten für ihren besonders hohen Ertrag bekannt. Dieses Gemüsesaatgut ist ideal, wenn Sie einen ertragreichen Selbstversorgergarten anstreben. Andere Gemüse sind vielleicht weniger ertragreich, aber im Supermarkt sehr teuer. Dazu gehören etwa Frühkartoffeln. Sie beanspruchen den Boden zwar mindestens 90 Tage lang, sparen Ihnen aber viel Geld! Lagerkartoffeln benötigen dagegen fast vier Monate lang eine große Fläche im Garten und sind im Einkauf weiterhin günstig. Unter den Beeren sind Himbeeren wegen ihrer Empfindlichkeit relativ teuer, aber kinderleicht anzubauen und zudem sehr ertragreich. Auch Gurken liefern gute Erträge, benötigen jedoch etwas mehr Pflege und viel Sonne.
Ebenso wichtig ist der ganzjährige Anbau im Gemüsegarten, auch im Winter, wenn Sie in einer geeigneten Region leben. Denken Sie daher an Lauch, Kohl, Zwiebeln, Knoblauch und Schalotten, Rote Bete, Feldsalat und Möhren. Sie verlängern die Ernte bis in den Herbst oder sogar Winter. Manche lassen sich den ganzen Winter über im Boden, im Keller oder in einer lichtgeschützten, mit Sand gefüllten Kiste lagern.
Sie können auch mehrjähriges Gemüse anbauen, das Jahr für Jahr wiederkommt, ohne neu gesät oder gepflanzt zu werden. So entsteht ein nachhaltiger, unabhängiger Gemüsegarten.
Das Angebot der Natur nutzen
In ihrer großen Fülle schenkt uns die Natur ihre Reichtümer … doch im Gegenzug kann sie launisch, widerspenstig und starrköpfig sein. Daher verdient sie größten Respekt, aber auch eine gewisse Toleranz. Fest steht: Wenn Sie einen ausreichend ertragreichen Gemüsegarten anlegen möchten, sollten Sie nutzen, was die Natur kostenlos bietet – und dafür den besten Standort wählen. Es ist daher entscheidend, einen ganzjährig gut besonnten Standort auszuwählen und den Gemüsegarten nicht im Schatten von Hecken oder Bäumen anzulegen, deren Wurzelsystem zudem das Wachstum der Kulturen beeinträchtigen kann. Der Gemüsegarten sollte weder sehr starken oder kalten Winden noch Zugluft ausgesetzt sein, die vor allem im Winter schädlich ist. 
Auch der Boden ist entscheidend. Wenn Sie Ihren Gemüsegarten ohne direkten Bodenkontakt anlegen, wählen Sie gute Gemüseerde. Verfügen Sie dagegen über ein Grundstück, müssen Sie mit den vorhandenen Gegebenheiten arbeiten. Dennoch lässt sich der Boden mit Mist, Kompost … anreichern.
Schließlich bietet uns die Natur etwas, das durch den Klimawandel immer kostbarer wird: Wasser. Stellen Sie Kanister auf oder investieren Sie in Wassertanks, um Regenwasser aufzufangen. So können Sie viel sparen – es sei denn, Sie haben das Glück, einen Brunnen zu besitzen.
Im Gegenzug gilt es, angesichts dieses Gemüsegartens loszulassen, Demut und Toleranz zu zeigen. Denn nicht alles wird zu 100 % gelingen: Sie werden Misserfolge erleben und lernen, ertragreiche von weniger ertragreichen Ernten zu unterscheiden. Testen Sie, probieren Sie aus, experimentieren Sie und geben Sie Ihrem Gemüsegarten Zeit. Im ersten Jahr wird sich die Rentabilität nicht unbedingt einstellen, denn es braucht Zeit, einen Gemüsegarten anzulegen, den Boden anzureichern und nützliche Tiere zurückzugewinnen …
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10 Gemüse für den ersten GemüsegartenTipps für höhere Erträge
Maximale Erträge im Gemüsegarten setzen auch mehr oder weniger einfach umsetzbare Anbaumethoden voraus:
- Mulchen, um seltener zu gießen und Unkraut einzudämmen
- Kompostieren, um den Boden zu düngen (mit einem Kompostbehälter oder einer Wurmkompostierung in der Stadt)
- Gemüse kombinieren und Fruchtwechsel praktizieren

Mulchen, Mischkultur, Brennnesseljauche und Nützlinge steigern den Ertrag im Gemüsegarten
- Das volle Potenzial des Gemüsegartens nutzen, auch auf kleiner Fläche, zum Beispiel durch vertikalen Anbau
- Mischkultur im Gemüsebeet, um Schädlinge abzuwehren und den Platz optimal zu nutzen
- Aussaat und Pflanzung staffeln, um fortlaufende Ernten zu erzielen
- Kostenlose Dünger verwenden, etwa Brennnesseljauche, die leicht selbst herzustellen ist
- Hitzebeständiges Gemüse bevorzugen, das an Ihr Klima angepasst ist
- Die Biodiversität im Gemüsegarten fördern, um Gartentiere wie Vögel, Insekten und kleine Säugetiere anzulocken, die bei der biologischen Bekämpfung von Schädlingen helfen
Ernte haltbar machen
Im Sommer ist im Gemüsegarten Hochsaison: Die Ernte folgt Schlag auf Schlag, und täglich kommen frische Gemüse auf den Tisch. Im Herbst und Winter ist er leerer. Damit Sie das ganze Jahr Gemüse genießen, ist die richtige Lagerung entscheidend.
Ingrid B. erklärt alles in ihrem Artikel: Gemüse aus dem Garten haltbar machen: Wo und wie? Im Garten oder zu Hause?
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