Passende Pflanzen für Ihren Garten auswählen?
Klima, Boden, Licht und Stil berücksichtigen!
Inhaltsverzeichnis
Pflanzenwahl für den Garten: Boden, Klima, Standort, Umfeld und Stil beachten. Danach verfeinern Sie die Auswahl nach Ihrem Geschmack.
Pflanzen für mein Klima
Beginnen wir mit dem Klima, einem der greifbarsten Faktoren. In Pflanzenratgebern, auf Online-Seiten sowie bei Baumschulen und Gartencentern wird stets klar angegeben, ob eine Pflanze frostempfindlich ist (negative, mitunter auch niedrige positive Temperaturen oder mehr oder weniger lang anhaltender Frost lassen sie absterben), „winterhart“, also sehr gut kältetolerant und frostverträglich, oder halb winterhart ist, wenn sie zwischen diesen beiden Eigenschaften liegt und eine gewisse Kühle verträgt.
Pflanzen – ob Stauden, Sträucher oder Bäume – besitzen alle eine bestimmte Toleranz gegenüber Kälte (und Wärme!), die häufig auf ihre weit entfernte Herkunft zurückgeht. Achten Sie darauf, Pflanzen auszuwählen, die an die niedrigsten und höchsten Temperaturen Ihrer Region angepasst sind. Mit verschiedenen Maßnahmen lassen sich zwar die oberirdischen Pflanzenteile und das Wurzelsystem schützen, doch der gesunde Menschenverstand spricht dafür, im Garten Pflanzen anzusiedeln, die zu den klimatischen Bedingungen passen – einschließlich Niederschlagsmenge und Luftfeuchtigkeit, die für Pflanzen mit hohem Wasserbedarf ebenfalls sehr wichtig sind, sowie der Sonnenscheindauer.
In diesem Zusammenhang müssen wir auch über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf unsere Gärten sprechen. Die kommenden Jahrzehnte werden uns dazu zwingen, unsere Pflanzen zunehmend daran anzupassen. Alle Tipps finden Sie auf unserer Seite zum Garten im Klimawandel. Dort geht es unter anderem um die Auswirkungen auf das Gärtnern und darum, welche Pflanzen künftig in den einzelnen großen Regionen bevorzugt werden sollten.
Mein Tipp: Beobachten Sie die Pflanzen in den Gärten Ihrer Nachbarn und besuchen Sie eine örtliche Baumschule – dort finden Sie Pflanzen, die an Ihr Klima angepasst sind!
→ Lesen Sie auch: Wie lassen sich die Angaben zur Winterhärte einer Pflanze verstehen?; Klimawandel: Gärten neu denken und anpassen sowie Klimazonen und USDA-Zonen in Frankreich. Bei Promesse de Fleurs ordnen wir die Sträucher nach Klimatypen, um Ihnen die Auswahl zu erleichtern.

Ein Jacarandabaum, spektakulär mit seiner blauen Blütenpracht, kommt derzeit nur in südlichen Regionen und an der Mittelmeerküste infrage, da anderswo ein erhebliches Risiko für Spätfröste besteht.
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Bodenleben im Garten fördern?Pflanzen für meinen Boden
Man kann es nicht oft genug betonen: Der Boden ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der Pflanzen für Ihren Garten. Er bildet die unverzichtbare Grundlage für Pflanzen, die daraus ihre Nährstoffe (organische und mikroorganische Bestandteile) aufnehmen und in dem zudem der Gas- und Wasserhaushalt geregelt wird. Zwei wichtige Faktoren sind der pH-Wert sowie die Feuchtigkeit oder Trockenheit des Bodens.
- Der pH-Wert des Bodens bzw. das Wasserstoffpotenzial gibt Auskunft über den Säure- oder Alkalitätsgrad des Bodens auf einer Skala von 0 bis 14. Ein pH-Wert unter 7 weist auf sauren Boden hin, ein pH-Wert über 7 auf alkalischen Boden; ein pH-Wert von 7 ist neutral. Nicht alle Pflanzen gedeihen in denselben Böden. Besonders deutlich zeigt sich das bei Pflanzen für Moorbeeterde, die, wie ihr Name andeutet, in überwiegend sauren Böden wachsen. Heideröschen bevorzugen beispielsweise sauren Boden (pH-Wert unter 6), während Lavendel in alkalischem Boden (pH-Wert über 7) gut gedeiht. Deshalb sollten Sie vor der Pflanzenauswahl den pH-Wert Ihres Bodens kennen. Ergibt Ihre Bodenanalyse sauren Boden, dürfen Sie nur Pflanzen auswählen, die an diesen pH-Wert angepasst sind, da sie sonst schnell chlorotisch werden. Olivier gibt Ihnen einfache Tipps, um Ihren Boden selbst zu analysieren.
→ Lesen Sie auch: Gärtnern auf kalkhaltigem Boden, Gärtnern auf saurem Boden; 10 Stauden für sauren Boden, 10 mehrjährige Pflanzen für kalkhaltigen Boden; Das Bodenleben entschlüsselt: seine wichtige Rolle im Garten verstehen sowie unsere Rubrik Sträucher nach Bodenart.

Heideröschen und Berglorbeer bevorzugen sauren Boden, während Sommerflieder und Flieder alkalische Böden mögen
- Feuchter, frischer oder trockener Boden? Alle Pflanzen haben unterschiedliche Wasserbedürfnisse, und auch der Feuchtigkeitsgehalt der Böden ist je nach ihrer Textur (sandig, schluffig oder lehmig) verschieden. Die Wasserspeicherfähigkeit Ihres Bodens ist ebenso wichtig wie sein Säure- oder Alkalitätsgrad. Pflanzen, die feuchte Böden mögen, etwa Gelbe Sumpf-Schwertlilie und Astilbe, gedeihen nur in frischen bis feuchten Böden gut. Dagegen sind Pflanzen für trockene, durchlässige und gut drainierte Böden (oft kalkhaltig und flachgründig), etwa Garbe, Agave und Palmlilie, trockenheitstoleranter und brauchen bei großer Hitze weniger Wasser. Auch trockener Schatten, etwa unter Bäumen, kommt in Gärten vor und erfordert speziell angepasste Pflanzen.
→ Lesen Sie auch: Gärtnern auf schwerem, feuchtem Boden, Gärtnern im trockenen Schatten sowie unsere Ratgeberrubrik zum Gärtnern auf trockenem Boden.

Goldkolben, Rhabarber und Hartriegel brauchen frischen bis feuchten Boden
Pflanzen für den Standort: Lichtverhältnisse
Jede Pflanze hat ganz eigene Lichtansprüche. Der Standort und die Sonneneinstrahlung sind entscheidend für ihre Entwicklung. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen „Schattenpflanzen“ und „Sonnenpflanzen“. Dazwischen liegen die Halbschattenpflanzen: Sie erhalten 4 bis 5 Stunden direkte Sonne täglich (mehr dazu in unserem Beitrag über Licht im Garten: Standort, Sonne, Schatten und Helligkeit).
Manche Pflanzen benötigen einen vollsonnigen Standort, um üppig zu blühen oder sich gut zu entwickeln. Dazu gehören häufig Pflanzen mit linearem oder reduziertem, bläulichem oder silbrigem Laub – etwa Prachtkerzen unter den Stauden, Eukalyptus unter den Bäumen oder Wacholder unter den Nadelgehölzen. Auch Pflanzen mit fleischigem Laub, die Wasser in ihrem Gewebe speichern, fühlen sich dort wohl, etwa Agaven, Palmlilien und andere Fetthennen.
Schattenpflanzen haben dagegen oft größere oder glänzende Blätter, wie Funkien oder Hortensien. Sie eignen sich ideal für schattige Bereiche, kühle Gehölzränder oder Standorte nahe Gebäuden. Schattengärten profitieren daher von einer großen Auswahl an Pflanzen, die zwar etwas weniger blühen, dafür mit zartem Wuchs und attraktivem Laub begeistern. Sonnige Gärten bieten dagegen eine enorme Vielfalt an Pflanzen aus zahlreichen Kontinenten.
→ Lesetipps: 6 Tipps vom Landschaftsgärtner für einen Schattengarten; Wie gestaltet man einen Nordgarten?; Wie gestaltet man einen Westgarten?; Wie gestaltet man einen Ostgarten?; Wie gestaltet man einen Südgarten? sowie unsere Rubrik über den Schattengarten.

Im Schatten pflanzen Sie etwas weniger Blüten, dafür zahlreiche attraktive Blattschmuckpflanzen.
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Die Umgebung ist ein weiterer wichtiger Faktor, denn sie beeinflusst maßgeblich, welche Pflanzen sich für bestimmte geografische oder geologische Gegebenheiten eignen – etwa für Überschwemmungsgebiete, dicht besiedelte Bereiche mit höherer Schadstoffbelastung oder wind- und salznebelgeplagte Gärten.
Ein Überschwemmungsgarten muss mit Pflanzen gestaltet werden, die im Winter einen stark ansteigenden Grundwasserspiegel vertragen, etwa Weide, Wasserdost und viele andere. In einen Garten mit Salzwind gehören Pflanzen, die sowohl Wind als auch salzhaltige Luft vertragen, zum Beispiel die Sommertamariske oder Atriplex halimus. Ein Garten unter Kiefern lässt sich dagegen mit niedrigen Untersträuchern sowie Pflanzen für saure oder sandige Erde gestalten.
Gärten in Hanglage mit starkem Gefälle erfordern eine gezielte Auswahl an Pflanzen für Böschungen. In Gärten der Garrigue mit offen liegendem Gestein und trockenem Kalkboden gedeihen robuste Pflanzen, die sowohl Hitze als auch Kälte standhalten.
Stadtgärten sollten schließlich mit Pflanzen gestaltet werden, die eine hohe Luftverschmutzung vertragen, wie sie in großen Ballungsräumen vorkommt. Geeignet sind beispielsweise Sträucher wie Liguster oder Skimmie.
→ Lesetipps: 5 Tipps für einen windigen Garten, einen Garrigue-Garten anlegen und Hanglagen attraktiv gestalten

Am Meer müssen auch die Pflanzen an stärkeren Wind und Salznebel angepasst werden.
Pflanzen passend zum Gartenstil
Und nicht zuletzt, und dieses Kriterium ist nicht zu unterschätzen, ist es sinnvoll, für den Garten Pflanzen zu wählen, die zum persönlichen Stil und/oder zum Gebäude passen. Man kann zwar dem Modetrend folgend Olivenbäume in der Region Paris pflanzen und sie mit anderen, vom südlichen Charakter losgelösten Pflanzen umgeben. Besser ist es jedoch, von Anfang an eine stimmige Linie für Gartenstil und Pflanzengruppen festzulegen: Der Garten wird enorm davon profitieren. Hier einige Beispiele für die gängigsten Gartenstile:
- Kleiner Stadtgarten: Hier kommen vermehrt Kletterpflanzen zum Einsatz, ergänzt durch kompakte Pflanzen. Lesen Sie unsere Tipps in Einen kleinen Garten gestalten, Einen Stadtgarten gestalten und Gärtnern in einer Eigentümergemeinschaft.
- Großer Garten: Bei Sträuchern werden freie, ungeschnittene Wuchsformen bevorzugt; auch üppige, großzügig wachsende Pflanzen finden hier Platz. Viele Ideen finden Sie in Einen großen Garten gestalten und Welche Bäume für einen Park?.
- Exotischer Garten: Er kann als Dschungelgarten, als trockener exotischer Garten in südlichen Regionen, als klassischer exotischer Garten, als von Madeira inspirierter Garten oder als Garten mit südafrikanischen Akzenten gestaltet werden!
- Japanischer Garten: Japanischer Ahorn, Bambus und Azalee sind ideal für eine Zen-Atmosphäre. Hier kommen Moorbeetpflanzen besonders zur Geltung, ebenso wie Wolkenschnitt-Sträucher. Mehr dazu erfahren Sie in Einen japanischen Garten anlegen und 7 Ideen für Pflanzenkombinationen im Japanischen Garten.
- Moderner Garten: Bevorzugt werden dekorative, aufrecht wachsende Pflanzen, darunter einige Gräser. Mehr über geeignete Pflanzen erfahren Sie in unserem Beitrag Wie gestaltet man einen modernen Garten?;
- Montaner Garten: Wählen Sie winterharte Pflanzen wie Enzian, Alpen-Edelweiß und Alpenrose. Diese Pflanzen sind an die Bedingungen großer Höhen angepasst.
- Naturgarten: Hier stehen wild wirkende, locker wachsende Pflanzen sowie Stauden und Gräser im Mittelpunkt. Passende Arten finden Sie in unserem Ratgeber Einen Naturgarten gestalten.
- Englischer Garten: Hier werden häufig Rosen, Kletterpflanzen und Stauden wie Rittersporn oder Mohn verwendet;
- Südlicher Garten: Er kann als mediterraner Garten mit 10 typischen Pflanzen, als Garrigue-Garten oder als Garten im kalifornischen Stil gestaltet werden.
- Trockengarten: Hier stehen trockenheitsverträgliche Pflanzen, Pflanzen für den Kiesgarten und Stauden für den Steingarten im Vordergrund;
- Garten am Meer: Die Pflanzen müssen salzhaltiger Gischt und starken Winden standhalten. Sommertamariske, Meerfenchel und Strohblume sind passende Arten.
- Nicht zu vergessen der Garten am Ferienhaus, für den Pflanzen gewählt werden, die während Ihrer Anwesenheit blühen! (10 Stauden für die Blüte im späten Frühjahr, 5 Sträucher mit Frühsommerblüte usw.);
- Schließlich der monochrome Garten, in dem Sie eine Leitfarbe wählen: Weiß, Blau, Rosa, Gelb … und dazu Ihre Lieblingspflanzen.
→ Lesen Sie auch: Einen Berggarten gestalten sowie unsere Garteninspiration Gartenreise zur Île aux Moines.

Ein Garten im englischen Stil
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